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NFL

Mailbag nach Week 2: Nach der Verletzung - was wird jetzt aus Trey Lance?

Von Adrian Franke

Mailbag: Bei welchem Team schrillen die Alarmglocken?

Almigurd von Ehrenmann: Bei welchem sieglosen Team schrillen die Alarmglocken?

Über die Cincinnati Bengals hatte ich am Montag schon ausführlich geschrieben. Im Prinzip werden hier alle meine Offseason-Bedenken wahr: Cincinnatis Offense war schon letztes Jahr geprägt von Playmakern und davon abhängig, dass insbesondere Burrow und Ja'Marr Chase Plays machen. Und schon letztes Jahr waren klare Schwankungen in der Offense sichtbar, wenn Defenses sie anders gespielt und ihnen nicht die Shot-Plays gegeben haben.

Das setzt sich bisher fort, und Zac Taylor hat eben keine Antworten. Chase läuft viele Slants und Screens, der Offense ist das explosive Element komplett abhandengekommen und Burrow kassiert Sacks, weil er den Ball zu lange hält und keine Receiver findet. Das ist vor allem deshalb besorgniserregend, weil ich keinen schnellen Fix dafür sehe und befürchte, dass die Bengals, selbst wenn sie sich ein wenig fangen, eine enttäuschende Saison gemessen an den Erwartungen spielen werden.

Ich weiß nicht, worauf genau die Alarmglocken in Houston, Carolina oder Atlanta programmiert sind, aber bei diesen Teams sollten die Erwartungen halbwegs überschaubar gewesen sein, sodass ich auch nach diesem Start nicht zu den Alarmglocken greife. Ich hatte diese Woche viele Fragen bezüglich Matt Rhule erhalten, ich denke nicht, dass er in der kommenden Saison noch der Head Coach in Carolina sein wird. Und die Falcons und Texans haben mir bisher sogar besser gefallen als ich das erwartet hatte.

Auch über die Colts und deren rätselhafte, scheinbar auf Mittelmaß ausgelegte Kaderplanung hatte ich ebenfalls am Montag geschrieben - zwei weitere Teams stechen also noch hervor: Die Titans und die Raiders.

Bei Tennessee waren zumindest meine Erwartungen nach dem Trade von A.J. Brown überschaubar. Ich hatte die Titans nicht als Playoff-Team getippt, auch wenn ich die Defense nach wie vor mag. Woche 1 hätte man trotzdem gewinnen müssen, auch von der Art und Weise, wie dieses Spiel lief. Dass es gegen Buffalo eine Pleite setzt, dürfte nicht wirklich überraschend kommen - wie deutlich es dann in der zweiten Hälfte wurde, unterstreicht, wie weit Tennessee von der Spitze aktuell weg ist. Ich sehe die Titans unter dem Strich als ein 7- bis 8-Siege-Team, jetzt genau wie vor Saisonstart.

Bei den Raiders ist die Situation ohne Frage anders. Das ist ein Team, das mit dem Trade für Davante Adams und der Verpflichtung von Chandler Jones ganz klar jetzt All-In gegangen ist. Und nach zwei Spielen haben wir, was, eine gute Halbzeit der Offense gesehen? Sowie eine Defense, die nach wie vor von Maxx Crosby abhängig zu sein scheint? Und in jedem Fall eine O-Line, in der die Bedenken gerechtfertigt waren.

Die Raiders spielen als nächstes gegen die Titans, Broncos und Chiefs und ich sehe sie jetzt in einer Division mit mindestens einem und wahrscheinlich zwei sehr starken Teams schon in einem Loch, aus dem es sehr schwer wird, herauszukommen. Eben weil die Leistungen auch wenig Grund zur Annahme einer rapiden Besserung geben. Zeit für die Alarmglocke.

Ich würde noch ein Team mit reinwerfen, das zwar am Sonntag seinen ersten Sieg eingefahren hat, aber auch der war sehr zäh und das gegen ein Texans-Team, das, bei allem Respekt, nicht der eigene Anspruch sein sollte - und das sind die Denver Broncos. Nathaniel Hackett wirkt bisher komplett überfordert als Head Coach, auch im zweiten Spiel hatte er horrende In-Game-Management-Fehler, während sich gleichzeitig die Verletzungen häufen und die Offense immer noch auf Identitätssuche ist.

Selbst wenn die Erwartungshaltung rund um die Broncos "nur" ein Playoff-Ticket waren, sehe ich auch das zunehmend ernsthaft in Gefahr. Auch wenn ich denke, dass es besser werden wird in Denver.

Alex Graf, greysquirrel: Colts enttäuschend, Titans auch eher semi, Texans zu schwacher Kader: Sind die Jaguars der neue Favorit auf die AFC South? Wurden die Colts überbewertet?

Die Colts sind schon jetzt eines der frustrierendsten Teams in der NFL - mal wieder. Das würde ich auch nach zwei Wochen schon wieder sagen. Wieder hat der Trainerstab das Team nicht auf den Punkt ready gehabt, wieder steht ein schwacher Saisonstart als Konsequenz in den Büchern. Wieder enttäuscht die hochgelobte Offensive Line und wieder wird deutlich, dass dem Team die offensive Feuerkraft und die Explosivität fehlt.

Es sind die gleichen Probleme Jahr für Jahr, es sind die gleichen übergreifenden Themen Jahr für Jahr, und es sind die gleichen Entscheidungen Jahr für Jahr - womöglich hat man sich erneut mit der nächsten Quarterback-Entscheidung in eine Sackgasse manövriert.

Umso alarmierender ist das, was gerade bei den Colts passiert, weil keine schnelle Rettung kommen wird. Das ist die Offensive Line, mit der sie arbeiten werden. Matt Ryan ist, was er ist, an diesem Punkt seiner Karriere. Das offensive Waffenarsenal wird besser sein, wenn Pittman und Pierce wieder spielen, aber es ist keine Gruppe, die mit Dynamik und Explosivität bestechen wird. Der Best Case scheint zu sein, dass man sich ins obere Mittelmaß zurückarbeitet, was vielleicht reicht, um die Division zu gewinnen. Aber eben auch nicht mehr. Ein frustrierender Outlook.

Die Jaguars sind das Team, das mir nach diesen ersten beiden Spielen mit Abstand am besten gefällt, am meisten Spaß macht und durch die Zusammensetzung dieses Teams - das Potenzial von Trevor Lawrence, die jungen Pass-Rusher - zusätzlich im Vergleich die größte Upside dieser vier Teams hat.

Heißt das, dass Jacksonville jetzt der Division-Favorit ist? So weit würde ich noch nicht gehen, aber ich sehe sie als ernsthaften Kandidaten auf die Division-Krone, wo ich sie vor Saisonstart bestenfalls als mögliches Überraschungsteam auf dem Zettel hatte.

Und Jacksonville wird auch noch durch schwierige Phasen kommen, viele junge Spieler heißt meist auch, dass es Spiele geben wird, in denen diesen Spielern kostspielige Fehler unterlaufen. Gleich in Woche 1 ließen die Jags zu viele Gelegenheiten liegen. Aber ich fand gerade den direkten Vergleich mit den Colts am Sonntag eklatant.

Denn Jacksonville kreierte eben offene Targets, hatte eine Dynamik in seiner Offense, die Indianapolis schlicht nicht hat und hatte einen Quarterback, der Plays machen kann, auch außerhalb der Pocket oder mal außerhalb der Struktur. Mir gefällt sehr, was Doug Pederson hier bisher bewegt hat und als Jags-Fan wäre ich sehr positiv gestimmt, was die mittel- und langfristige Prognose dieses Teams angeht.

Luc Joc: Waren positive Trends in der Patriots-Offense zu erkennen, oder lag der Sieg hauptsächlich an den schwachen Steelers

"Positive Trends" halte ich für zu stark ehrlicherweise. Am auffälligsten fand ich noch, dass die Patriots den Ball besser gelaufen sind, was eine positive Entwicklung im Vergleich zur Vorwoche war. Das aber würde ich eher einer positiven individuellen Entwicklung als übergreifenden Trends zuschreiben. Und hier ist auch erwähnenswert, dass die Steelers längst nicht zum ersten Mal in der Run-Defense gewackelt haben; ohne T.J. Watt umso mehr.

Ansonsten: Mac Jones hatte einige gute Momente, ein paar Mal gutes Verhalten in der Pocket, einige gute platzierte Bälle nach außen - aber fast alles für diese Offense wirkt schwierig. Zu viele Plays, die chancenlos wirkten, sehr viel Quick, wenn sie mal in der Shotgun waren, und nach wie vor mehrere Abstimmungsprobleme zwischen Jones und seinen Receivern.

Ich würde den Sieg in erster Linie der Tatsache zuschreiben, dass die Steelers den Ball offensiv kaum bewegen konnten und defensiv mal wieder in der Run-Defense wackelten.

Die Patriots spielen als nächstes gegen Baltimore und dann gegen Green Bay, und nach allem, was ich bisher von den Pats gesehen habe, würde es mich wundern, wenn die eigene Offense in diesen Spielen mithalten kann.

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