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Fussball

Ivan Fresneda: Das spanische Wunderkind, hinter dem nicht nur der BVB her ist

Von Thomas Hindle / Kevin Hildebrand

Der 18 Jahre alte Ivan Fresneda verließ Real Madrid und setzte sich bei Valladolid durch. Inzwischen ist er dank starker Leistungen bei Europas Elite gefragt. Auch bei Borussia Dortmund.

Nach dem enttäuschenden Abschneiden mit Brasilien bei der WM 2022 in Katar war Vinicius Junior heiß auf die Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der spanischen Liga. Der erste Gegner: das abstiegsbedrohte Real Valladolid. Auf dem Papier eine klare Sache. Real gewann zwar mit 2:0, doch Vinicius kam so gut wie nicht zum Zug.

Der Grund: Ivan Fresneda. Der Rechtsverteidiger zeigte eine Weltklasse-Leistung und schaltete Vini über die komplette Spielzeit aus. Auch wenn der 18-Jährige schon vor der Partie gegen die Königlichen als großes Talent galt, stellte er in dieser Begegnung unter Beweis, welch enormes Potential in ihm steckt.

Eine aggressive, aber faire Defensivarbeit sowie ein guter Umgang mit dem Ball zeichnen den Youngster aus. Gleichzeitig ist er dermaßen talentiert, dass schon jetzt einige der größten europäischen Teams seine Entwicklung ganz genau verfolgen.

Doch wer ist Fresneda - und was zeichnet den jungen Verteidiger wirklich aus? SPOX und NXGN werfen einen genaueren Blick auf eines der größten Talente Spaniens.

Ivan Fresneda: Die ersten Schritte

Fresneda wurde 2004 in Madrid geboren und spielte zunächst für die lokalen Vereine EMFO Boadilla und CF Quijorna. Im Alter von zehn Jahren wechselte er in Real Madrids Jugendakademie, um dort den nächsten Schritt zu machen.

Trotz seines großen Talents wurde daraus erstmal nichts, Fresneda ging nur vier Jahre später zu Leganes. Dort bekam er in der lokalen Jugendakademie mehr Chancen und wurde endgültig zum Außenverteidiger umgeformt.

In 2020 schnappte sich Valladolid den hochveranlagten Youngster - und der schlug sofort ein. Nach nur einem Jahr etablierte sich Fresneda als fester Bestandteil des U19-Teams seines neuen Klubs.

© getty

Ivan Fresneda: Der große Durchbruch

Nach zahlreichen Verletzungen in der Profimannschaft Valldolids wurde Fresneda im Dezember 2021 in das Training der Profis berufen. Und nur kurz danach bekam der Rechtsverteidiger seine erste Chance in einem Pflichtspiel.

Im Pokal gegen Real Betis durfte Fresneda 79 Minuten lang ran. Und auch, wenn Valladolid mit 0:3 unter die Räder geriet: der damals erst 17-Jährige war einer der besten Spieler.

Das sorgte dafür, dass er nur drei Tage später in der Liga über 90 Minuten gegen Burgos spielen durfte. Valladolid siegte mit 1:0 und Talent Fresneda gewann drei seiner Zweikämpfe.

Mehr Einsätze für die Profis kamen in der Saison 2021/22 für den jungen Spanier aber nicht hinzu. Dennoch hinterließ er mit seinen Leistungen einen bleibenden Eindruck und legte den Grundstein für seine aktuelle Rolle als Stammkraft im LaLiga-Team.

Ivan Fresneda: So läuft's aktuell

Wenn man Fresneda spielen sieht, kann man kaum glauben, dass er erst im September vergangenen Jahres seinen 18. Geburtstag feierte. Der Rechtsverteidiger hat seine Stärken am Ball, ist dominant im Zweikampf und erstaunlich reif für sein Alter.

Das zeigte sich im anfangs erwähnten Spiel gegen Real Madrid. Vinicius Junior war über 87 Minuten komplett abgemeldet, der Brasilianer setzte gegen Fresneda zu neun Dribblings an. Nur eines davon war erfolgreich.

Diese Leistung sorgte für zahlreiche Transferspekulationen - und angeblich sind einige europäische Topklubs an einer Verpflichtung noch in diesem Transferfenster interessiert.

© getty

Ivan Fresneda: Seine Schokoladenseiten

Fresneda entwickelt sich zu einem ausgewogenen Rechtsverteidiger, seine Stärken liegen aber trotzdem in der Defensive. Seine Zweikampfführung ist extrem stark und im direkten Duell gegen Offensivspieler ist er schon jetzt sehr stabil.

Im Vergleich mit anderen Verteidigern der fünf größten europäischen Ligen gehört Fresneda laut FBref schon jetzt zu den besten Spielern in Sachen erfolgreiche Zweikämpfe pro Spiel sowie Klärungsaktionen in der Abwehr. Zudem liegt er auch bei den abgefangen Bällen ganz oben im Ranking der europäischen Abwehrspieler.

In der Offensive überläuft Fresneda gerne seine Mitspieler auf der rechten Außenbahn, um so Torchancen für seine Stürmer zu kreieren. Da Valladolid offensiv aber sehr ungefährlich ist, lässt sich der Einfluss des Rechtsverteidigers nur schwer belegen.

Kann er diese Stärken in der Offensive ausbauen, dürfte Fresneda ein starker Außenverteidiger mit und gegen Ball werden.

Ivan Fresneda: Luft nach oben

In Sachen Passspiel besteht definitiv Raum für Verbesserungen, was aber auch daran liegt, dass Valladolid generell in diesem Bereich Schwächen hat und kaum Ballbesitz vorweisen kann. Nichtsdestotrotz muss Fresneda sicherer in seinen Zuspielen werden.

Dazu gehört auch, dass er mehr Risiko entwickeln kann. Nur 2,2 Pässe pro Spiel des 18-Jährigen gehen nach vorne. Seine Qualitäten als Dribbler sind ebenfalls ausbaufähig.

Im System von Valladolid ist Fresneda in seiner Rollenauslegung als Rechtsverteidiger recht eingeschränkt. Gut möglich, dass er sich mit mehr kreativem Freiraum besser entwickeln kann.

Ivan Fresneda: Der neue ... Kieran Trippier?

Zwischen Fresneda und Newcastles Trippier - die Magpies gehören übrigens zu den Interessenten an dem 18-Jährigen - bestehen viele Ähnlichkeiten.

Beide Spieler sind für ihre Position relativ groß, athletisch und stark im Defensivspiel. Dazu gehört ebenfalls eine große Spielintelligenz.

Der große Unterschied zwischen Fresneda und Trippier: Letzterer ist einer der stärksten Flankengeber in Europa, während der junge Spanier diese Qualität noch nicht vorweisen kann. Im richtigen Team kann er diese Waffe aber seinem Arsenal noch ohne Probleme hinzufügen.

Ivan Fresneda: Wie geht es weiter?

Fresneda dürfte wohl nicht mehr lange für Valladolid spielen. Dort rechnet man in den nächsten Monaten schon mit einem Abgang des Youngsters zu einem europäischen Spitzenklub.

Zu den Interessenten gehören Real Madrid, Newcastle, Barcelona, Arsenal, Juventus - doch zuletzt wurden die Gerüchte um Borussia Dortmund immer heißer. Der junge Spanier kann sich also aussuchen, in welcher europäischen Topliga er zukünftig spielen möchte.

"Für jeden Klub wäre er eine fantastische Verstärkung. Seine Zahlen sind fantastisch und auch wenn ich möchte, dass er bei uns bleibt, verstehe ich den Klub und bin mit jeder Entscheidung, die der Junge trifft, einverstanden", sagte Valladolids Trainer Pacheta kürzlich bei einer Pressekonferenz.

Und er fügte hinzu: "Es ist immer gut für einen Spieler, genügend Minuten auf dem Platz zu bekommen. Aber ich bin mir sicher, egal wohin er geht, wird er ein guter Rechtsverteidiger sein. Besonders nach seinem grandiosen Spiel gegen Real Madrid."

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