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Fussball

Niklas Süle wechselt vom FC Bayern zu Borussia Dortmund: Der Transfer aus drei Perspektiven

Von Christian Guinin

Im kommenden Sommer wird Niklas Süle den FC Bayern verlassen und sich Liga-Konkurrent Borussia Dortmund anschließen. Warum hat sich der Innenverteidiger zu diesem Schritt entschieden? Was bedeutet das für den BVB? Und wie geht der FC Bayern mit diesem Abgang um? Der Süle-Wechsel aus drei Perspektiven.

Niklas Süle: Die Perspektive des BVB

Für die Dortmunder darf die Verpflichtung des 26-Jährigen als echter Transfercoup bezeichnet werden. Mit Süle stößt ein mehr als solider Innenverteidiger zu den Schwarz-Gelben, der sich im besten Fußball-Alter befindet und noch einige Jahre auf höchstem Niveau performen kann.

Auch bei den Bayern gehörte er in dieser Spielzeit meist zum Stammpersonal, lediglich Ende November musste er wegen einer Corona-Erkrankung etwas kürzer treten. Abgesehen davon liest sich die Statistik des 26-Jährigen ordentlich: In 30 möglichen Pflichtspielen 2021/22 stand Süle 26-mal auf dem Platz. Dabei stach er auch teils namhafte Konkurrenten wie Dayot Upamecano oder Lucas Hernandez aus, für die die Bayern zwischen 2019 und 2021 über 120 Millionen Euro auf den Tisch gelegt hatten.

"Wir freuen uns, dass wir in Niklas Süle einen deutschen Nationalspieler ablösefrei verpflichten und für vier Jahre an uns binden konnten", kommentierte BVB-Lizenzspielerleiter Sebastian Kehl die Verpflichtung. "Niklas hat uns in den persönlichen Gesprächen gezeigt, dass er große Lust auf Borussia Dortmund hat. Er verfügt über viel Erfahrung, Ruhe im Aufbauspiel und über die nötige Physis, um ab dem Sommer gemeinsam mit uns den nächsten Schritt zu gehen."

Süle soll in Dortmund - wahlweise neben Mats Hummels, den er bereits aus der gemeinsamen Zeit bei den Bayern zwischen 2017 und 2019 kennt, oder Manuel Akanji - die hier und da schwächelnde BVB-Hintermannschaft auf Vordermann bringen. In der laufenden Spielzeit ist die Defensive das große Problem der Schwarz-Gelben: In 21 Bundesliga-Partien kassierte man stolze 36 Gegentore, nur Greuther Fürth, der VfB Stuttgart, Hertha BSC und Borussia Mönchengladbach sind diesbezüglich schlechter.

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Süle: BVB erlaubt sich Seitenhieb

Ein weiterer Pluspunkt: Der Nationalspieler ist ablösefrei, reißt also kein allzu großes Loch in die, durch das Coronavirus und fehlenden Zuschauereinnahmen, strapazierte BVB-Kasse. Lediglich den Gehaltsforderungen werden die Dortmunder nachkommen müssen. Bei den Schwarz-Gelben wird Süle ohne Frage in einer Riege mit Marco Reus (ca. 12 Mio. Euro jährlich) und Mats Hummels (ca. 10 Mio. Euro jährlich) zu den Top-Verdiener des Klubs gehören.

Leisten kann sich der BVB das durch den sich anbahnenden Abgang von Axel Witsel, dessen Vertrag im Sommer ausläuft und der in den Planungen von BVB-Coach Rose keine Rolle mehr spielt. Der Belgier kassiert bei den Dortmundern ein Salär von etwa 8 Millionen Euro pro Jahr, damit soll künftig das Süle-Gehalt finanziert werden.

Neben Witsel könnte auch Akanji den Klub verlassen. Derzeit mehren sich die Gerüchte, dass der Schweizer seinen Vertrag (2023) nicht erfüllt und den Verein verlassen könnte. Leihgabe Marin Pongracic wird wohl zum VfL Wolfsburg zurückkehren. Seit seinem denkwürdigen Interview ist er nahezu außen vor.

Doch nicht nur aus sportlicher Sicht ist Süle für den BVB ein Top-Transfer. Er ist auch eine Ansage an den FC Bayern, in den kommenden Jahren Paroli bieten zu wollen. Wechsel von Top-Spielern aus Dortmund zum FCB gab es in den vergangenen Jahren zuhauf (Lewandowski, Hummels, Götze, etc.), der Süle-Transfer stellt in dieser Hinsicht also ein gewisses Novum da. Frei nach dem Motto: Wir wollen mehr als nur die zweite Geige im deutschen Fußball sein.

Demensprechend konnten sich die Dortmunder mutmaßlich auch einen kleinen Seitenhieb in Richtung München nicht verkneifen. "In der aktuellen Saison ist er bei seinem Klub der Abwehrspieler mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga (19)", betonte man in der Pressemitteilung.

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