NFL: Kommentar zum Super-Bowl-Gewinn der Patriots

Das unbeliebte Glück

Von Adrian Franke

Montag, 06.02.2017 | 11:30 Uhr
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Die New England Patriots sind Super-Bowl-Champion, brauchen dafür aber das irrste Comeback aller Zeiten. Das funktionierte jedoch nicht ohne Glück - und nirgends wurde das deutlicher, als beim größten Play des Spiels. Das birgt für alle Statistik-Freunde eine unbeliebte Wahrheit und vielerorts vorschnelle Kritik. Doch eine differenzierte Betrachtung ist angebracht. Ein Kommentar von SPOX-Redakteur Adrian Franke.

Viele Leute reden nicht gerne über Glück im Sport. Ich selbst rede und schreibe nicht gerne über Glück im Sport. Ich glaube, das liegt daran, dass man Glück nicht messen kann. Es gibt keine Statistik, keine Taktik-Analyse, kein Scheme, um Glück irgendwie in einen Maßstab, einen Kontext zu ordnen - geschweige denn, eine Möglichkeit, es zu erklären.

Damit fällt Glück in die gleiche Kategorie wie "Momentum" und "Clutch", in gewisser Weise auch wie "Motivation". All das sind Begriffe, die in keinem anderen Bereich so inflationär verwendet werden, wie im Sport - ohne dass sie jemand auch nur ansatzweise erklären kann.

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Wie sollte man auch? Wie soll man diesen letzten Drive der Patriots im vierten Viertel erklären, an dessen Ende der Touchdown zum Ausgleich stand? Gleich beim ersten Pass war die Interception möglich, der Falcons-Defensive-Back allerdings rutschte aus. Wenig später gab es die nächste Chance auf einen Turnover, dieses Mal drehte sich Julian Edelman überhaupt nicht um und Brady warf trotzdem über die Mitte in Coverage.

Und dann war da natürlich DAS Play. Der unfassbare Catch von Edelman, der definitiv eine Interception sein muss und niemals ein Catch sein darf. All das spielte sich innerhalb weniger Minuten ab und trug dazu bei, dass New England das mit Abstand größte Comeback in der Geschichte des Super Bowls hinlegte und auf dem Weg dahin gleich zwei 2-Point-Conversions verwandelte.

Will sagen: Die Patriots hatten auf dem Weg zu ihrem fünften Titel eine gehörige Portion Glück.

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Glück? Fehler!

Doch was zunächst wie reine Kritik klingt, und vielerorts auch anschließend genau so angebracht wurde, gilt es, differenzierter zu betrachten.

War es Glück, dass Atlanta trotz 5,7 Yards pro Run nach der 28:3-Führung noch ganze fünf (!) Runs spielen ließ, und so etwa kurz vor Schluss den Sack kassierte, der die Falcons außer Field-Goal-Reichweite brachte? War es Glück, dass Atlanta in der Folge schnelle Drives hatte und seine Defense für absurde 93 Snaps auf dem Platz ließ?

Oder war es Glück, dass die Falcons sich mehrere teure (und offensichtliche) Strafen erlaubten, welche New England einige Male neues Leben gaben? Dass sie bei 28 Dropbacks gegen einen bis dato harmlosen Patriots-Pass-Rush fünf Sacks zuließen? Die Antwort ist nein. Atlanta hat sich, nach starker erster Halbzeit, schlicht Fehler im Play-Calling und der generellen Herangehensweise geleistet.

Eine herrliche Unberechenbarkeit

Klar ist außerdem: Neu ist das Phänomen nicht. Vielmehr hatte jeder Super-Bowl-Champ der letzten Jahre an irgendeinem Punkt in den Playoffs oder im Super Bowl selbst Glück.

Bei Spielen auf solch hohem Niveau und mit so vielen Variablen auf beiden Seiten ist es nicht ungewöhnlich, dass zufällige Nuancen den Ausschlag geben. Sei es ein Fumble, der bei Team A und nicht bei Team B landet, eine zufällige Interception, oder eben ein unglaublicher Catch. Glück alleine allerdings entscheidet nur in den seltensten Fällen Spiele, und das war auch im Super Bowl LI nicht der Fall.

Schreibe ich deshalb gerne über Glück im Sport? Nein. Muss ich aber auch nicht, denn völlig unvorhersehbare Szenen wie der Catch von Julian Edelman machen Sport so herrlich unberechenbar und es ist legitim, das einfach mal mit offenem Mund zu bestaunen.

Auch wenn diese Szenen zu weiteren Annahmen und Aussagen führen, die niemand wirklich erklären oder gar beweisen kann - dafür musste man nur Pats-Besitzer Robert Kraft nach dem Spiel lauschen, als der über Brady sprach: "Je größer der Druck ist, desto besser spielt er."

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