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NBA - Dwight Howard und der Absturz vom Nr.1-Pick der Orlando Magic zum Dwightmare: "Das wünsche ich keinem"

Von Philipp Schmidt

Dwight Howard: Skittles, Honey Buns und McDonald's

Sportlich endete die Ära bei den Magic unrühmlich: Nach dem frühen Playoff-Aus 2011 forderte Howard einen Trade, es gab Verhandlungen mit den Lakers, Nets und Mavericks. Letztlich blieb er ein weiteres Jahr, ehe es nach der nächsten Erstrundenpleite nach L.A. ging. Nach dem Trade von den Magic folgten bis heute insgesamt sieben weitere Wechsel (gleich dreimal landete er bei den Lakers, für die er auch in der vergangenen Saison auflief) und "arbeitete" weiter an seinem Ruf, der ihm bis heute vielerorts den Namen Dwightmare einbrachte.

Mitverantwortlich für die Entlassungen von Head Coach Stan Van Gundy und GM Otis Smith in Orlando, die Franchise im Stich gelassen, bei den Lakers mit seinen Teamkollegen nicht zurecht gekommen, keinen vollen Einsatz gezeigt und dann nach nur einem Jahr zu den Rockets weitergezogen - so der nicht ganz unberechtigte Vorwurf der Kritiker. "Davon habe ich mich in vielerlei Hinsicht nie erholt."

Berühmt-berüchtigt ist das schwierige Verhältnis zu Kobe Bryant, der immer wieder die Arbeitsmoral des Big Man anprangerte und ihn später als "Teddy-Bär" bezeichnete - zwar nett gemeint, aber ein klarer Hinweis auf dessen Softness. 2012 erlitt er während einer Trainingseinheit eine Panikattacke, wonach er einem schockierten Ernährungsberater offenbarte, dass er süchtig nach Skittles und Honey Buns sei.

Über Jahre verzehrte er 5.000 Kalorien am Tag, zuhause hatte er sogar eine Skittles-Maschine. Während einer Saison sah sein Ritual vor Spielen so aus: McDonalds, zwei Double-Cheeseburger, eine große und eine kleine Portion Pommes, ein Erdbeer-Schokoladen-Milchshake und eine große Cola.

Dwight Howard: Der Spaß am Spiel geht komplett verloren

Besonders schwierig war und ist für ihn der Wandel des modernen Big Man, der im Idealfall werfen oder zumindest über ein ausgeprägtes Post-Up-Spiel verfügen soll. In Houston wurde Letzteres versucht, mit überschaubarem Erfolg. Auch war die Beziehung zu Franchise-Star James Harden nicht die Beste.

"Wenn ich etwas nicht mag, tendiere ich dazu, mich abzuschotten, meine Kopfhörer aufzuziehen und alles zu ignorieren. Ich rede nicht über Dinge. Das war in L.A. so und in Houston auch. Ich hätte besser kommunizieren sollen", sagte Howard und bezeichnete sich als "Einzelgänger". Viele würden behaupten, die Meinung anderer sei ihm egal. "Sie lügen."

Als er 2015 - der Spaß am Spiel hatte ihn völlig verlassen - sogar über das Karriereende nachdachte, kam Howard zur Erkenntnis, dass dies nichts an seinen Problemen ändern wurde. Stattdessen wandte er sich an einen Pastor, über zehn Stunden pro Woche schüttete er diesem sein Leid aus und setzte sich mit all jenen Personen, die seinen Lebensweg (negativ) begleitet hatten, intensiv auseinander. Mit seinen Eltern sprach er sich aus, stellte aber gleichzeitig klar, dass das Verhältnis künftig distanzierter ausfallen müsse. "Das war hart. Sie haben es nicht verstanden."

Howard räumt sein Leben auf: Bald "Farmer Dwight"?

Eine sportliche Renaissance gelang Howard nicht mehr, wenngleich er nach einer weiteren Double-Double-Saison 2017/18 mit den Hornets für die Lakers und Sixers zumindest ein brauchbarer Spieler in reduzierter Rolle war und 2020 sogar mit L.A. Champion wurde. Auch abseits des Basketballfeldes scheint Howard immer mehr im Reinen mit sich zu sein.

2017 erwarb er eine 2,8 Quadratkilometer große Farm im Norden Georgias, wo er Kühe, Schweine und auch Esel hält. Nach dem Karriereende sieht er sich als "Farmer Dwight". Auf seinem Anwesen in Suwanee baut er unter anderem Gemüse an - alles organisch. Die Produkte sollen im Supermarkt landen, Studenten sollen sein Grundstück für Bildungszwecke besuchen.

Und seine Kinder? Die leben zwar allesamt bei ihren Müttern, doch Howard bemüht sich um eine bestmögliche Beziehung. In der Offseason wird regelmäßig gemeinsam Urlaub gemacht. "Es ist eine schwierige Situation, ich hätte verantwortungsvoller sein müssen. Ich habe versagt", blickt Howard mit Reue zurück. "Aber ich werde auf keines der Kinder blicken und es als Fehler ansehen. Sie sind alle ein Segen für mich."

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