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Fussball

Geschäftsführer Max Kothny von Türkgücü München im Interview: "Ich war zum Bewerbungsgespräch bei McDonalds"

Von Florian Mesner

Max Kothny ist der jüngste Geschäftsführer im deutschen Profifußball. Im exklusiven Interview mit SPOX und Goal spricht der 23-Jährige über seine Vergangenheit als Grillmeister und Apple-Techniker und darüber, wie er überhaupt ins Fußballgeschäft reingerutscht ist.

Außerdem: Wo er sich selbst und Türkgücü in zehn Jahren sieht, welche Erfahrungen der Verein mit Rassismus machen musste, was Cacau mit dem Klub zu tun hat, wie er auf einen Besuch von Recep Tayyip Erdogan reagieren würde und in welcher Frage man sich im Stich gelassen fühlt.

 

Herr Kothny, wie sehr sind Sie genervt von Fragen zu Ihrem Alter?

Max Kothny: Eigentlich überhaupt nicht. Diese Fragen erfüllen mich vielmehr mit Stolz, weil ich nun mal der jüngste Geschäftsführer im Profifußball bin. Ich habe mir meinen Job hart erarbeitet.

Das Fußballgeschäft gilt als knallhart. Haben Sie problematische Erfahrungen in Bezug auf Respekt und Autorität machen müssen?

Kothny: In meinen allerersten Telefonaten und Gesprächen mit anderen Vereinen und dem DFB war es sicherlich nicht einfach für mich. Da habe ich schon gemerkt, dass sich meine Gegenüber gefragt haben: Mit wem rede ich hier gerade? Ist das überhaupt die Person, für die er sich ausgibt? Dementsprechend musste ich mir die Autorität schon erkämpfen und erst einmal dafür sorgen, dass die Leute wissen, wer ich bin.

Lassen Sie uns über Ihre bisherige Laufbahn sprechen. Was haben Sie gemacht, bevor Sie im Fußball Fuß gefasst haben?

Kothny: Ich habe 2014 mein Abitur gemacht und anschließend mit 17 Jahren mehrere Monate in der Gastronomie gearbeitet. Damals wusste ich noch nicht so recht, wo meine Reise hingehen soll. Einmal war ich sogar bei einem Bewerbungsgespräch bei McDonalds, weil ich mir es immer spannend vorgestellt habe, dort zu arbeiten. Nach dem Gespräch habe ich aber gemerkt, dass es nicht passt und stattdessen in einem Münchner Steak-Restaurant als Grillmeister angefangen. Das war ein geiler Job, der Spaß gemacht hat. Die Gäste haben ihr Fleisch dort roh an den Platz geliefert bekommen, sie hatten ihren eigenen Grill und einer musste ihnen eben zeigen, wie es richtig gemacht wird. Das war ich.

Max Kothny / Türkgücü München
Max Kothny ist Geschäftsführer von Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München.

FC Bayern und danach Türkgücü? Das ist Kothnys Ziel

Wie ging es für Sie weiter?

Kothny: Mit 18 habe ich als Techniker bei Apple angefangen, weil mich die IT-Branche schon immer begeistert hat. Dort habe ich eines Tages in Helmut Richter vonGoal2Career einen Kunden kennengelernt, der Spielerberater war. Er hat mir faszinierende Dinge aus seinem Berufsleben erzählt. In der Folge haben wir begonnen zusammenzuarbeiten. Ich habe seine Firma technisch ein wenig umgekrempelt und irgendwann an den Wochenenden auch als Scout für ihn gearbeitet. In dieser Zeit habe ich ein Netzwerk aufgebaut, von dem ich noch heute profitiere. Das war eine sehr lehrreiche Zeit. Mir ging es damals nicht darum, Geld zu verdienen. Ich wollte einfach nur dabei sein und für die Zukunft Erfahrungen sammeln, da ich nie Fußball gespielt habe, sondern eher im Basketball aktiv war. Mein Wissen im Fußball habe ich mir in meiner Freizeit angeeignet.

Womit haben Sie in dieser Zeit Ihr Geld verdient?

Kothny: Ich habe eine IT-Beratungsfirma gegründet. Da ging es um klassischen IT-Support für Firmen. Über einen guten Freund war ich in der Landesliga-Saison 2017/18 dann das erste Mal bei Türkgücü im Stadion. Der besagte Kollege hat sich damals schon im Verein engagiert und mich schließlich überredet, mich um die Homepage und den Social-Media-Auftritt zu kümmern. So hat alles angefangen. Mit der Zeit wurden der Arbeitsaufwand und meine Identifikation mit dem Klub immer größer. So bin ich mehr und mehr mit Türkgücü zusammengewachsen.

Wo sehen Sie sich in zehn Jahren?

Kothny: Mein Ziel ist es, aus Türkgücü München einen großen und etablieren Verein zu machen. Natürliche träume ich davon, Geschäftsführer bei einem Club in einer der höchsten Ligen zu sein und eines Tages auch die Champions-League-Hymne zu hören. Bis dahin ist aber noch Zeit.

Seite 1: Kothny über seine Karriere und ein Bewerbungsgespräch bei McDonalds

Seite 2: Kothny über die Ambitionen von Türkgücü München

Seite 3: Kothny über Rassismus, Erdogan und die Türkgücü-Ultras

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