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NFL Recap: Chicago Bears vs. Minnesota Vikings 13:19 - Vikings gewinnen Defensivschlacht in Chicago

Von Marcus Blumberg

Die Minnesota Vikings haben das Monday Night Game in Woche 10 19:13 bei den Chicago Bears gewonnen. In einer zähen Defensivschlacht erzielte schließlich Adam Thielen zwei Touchdowns, während Bears-QB Nick Foles spät verletzt raus musste. (Die Highlights zum Spiel gibt es hier!)

Die Partie begann mit einem ansatzweise vorzeigbaren Drive der VIkings bis in die gegnerische Hälfte. Dann jedoch verlor Tight End Kyle Rudolph einen Fumble, was nicht weiter ins Gewicht fiel, weil Nick Foles direkt im nächsten Spielzug eine Interception warf.

Der Ball über die Mitte war zu hoch für Anthony Miller, der zwar noch dran kam, den Ball aber letztlich zu Safety Harrison Smith abfälschte. Wenig später fand Kirk Cousins dann Adam Thielen für einen 17-Yard-Touchdown-Pass zur frühen Gästeführung. Thielen lief dabei aus dem Slot eine Go-Route nach kurzem Cut zu Beginn der Route, während der X-Receiver in der Szene eine In-Route lief und damit half, die Defense zu verwirren.

Die Bears verkürzten in der Folge auf 3:7 durch ein 23-Yard-Field-Goal von Cairo Santos und verhinderten weitere Punkte der Gäste vor der Pause durch eine Interception von Khalil Mack, der Blitz antäuschte und sich dann in Coverage fallen ließ. Ausschlag für den Pick gab jedoch Thielen, der den Ball nicht unter Kontrolle brachte und damit Mack die Chance zur Balleroberung gab.

49 Sekunden vor der Pause traf Santos erneut, dieses Mal aus 42 Yards. Die zweite Hälfte eröffnete dann Cordarrelle Patterson mit einem 104-Yard-Kick-Off-Return-Touchdown, der das Spiel drehte. Bis zum Ende des Viertels glichen die Vikings jedoch dank zweier Field Goals von Dan Bailey zum 13:13 aus - vor dem ersten Field Goal verlor indes Dwayne Harris nahe der eigenen Red Zone einen Punt und gab Minnesota damit den Ball in günstiger Position.

Bears: Nick Foles muss spät verletzt raus

Wenig später legten die Vikings dann einen weiteren guten Drive hin, an dessen Ende ein 6-Yard-Touchdown-Pass von Cousins auf Thielen stand, der auf einer Out-Route war. Justin Jefferson im Slot auf derselben Seite lief eine Corner-Route und fungierte hier gewissermaßen als Decoy.

Im Gegenzug gelangten die Bears nochmal in die gegnerische Hälfte. Beim vierten Versuch in Field-Goal-Reichweite vor der Two-Minute-Warning wurden sie jedoch gestoppt, weil Foles seinen offenen Receiver überwarf. Die VIkings spielten danach die Uhr runter, nahmen den Bears ihre Timeouts und punteten den Ball schließlich zu den Bears zurück, die dann noch 44 Sekunden auf der Uhr hatten.

Das reichte nicht mehr. Zu allem Überfluss verletzte sich zu Beginn des Drives auch noch Foles, der hart bei einem Hit hart auf den Boden aufschlug und abtransportiert wurde. Für ihn übernahm Tyler Bray, der nicht mehr viel bewirkte.

Chicago Bears (5-5) - Minnesota Vikings (4-5)

Ergebnis: 13:19 (3:7, 3:0, 7:6, 0:6) BOXSCORE

Bears vs. Vikings - die wichtigsten Statistiken

  • Premiere bei Monday Night Football! Nach neun Pleiten in seinen ersten neun Anläufen gelang Kirk Cousins endlich der erste Sieg im Montagsspiel der NFL.
  • Es war der 8. Kick-Off-Return-Touchdown für Cordarelle Patterson. Damit stellte er den All-Time-Rekord von Leon Washington und Josh Cribbs ein.
  • Thielen hat nun 8 Receptions in der Endzone in dieser Saison. Damit überholte er Tyler Lockett für die meisten in der NFL in dieser Saison.

Der Star des Spiels: Harrison Smith (Vikings)

Den Unterschied in dieser Partie machte die Defense. Und die der Vikings war einfach besser. Bester Mann dieser Unit war Smith, der unterm Strich auf eine Interception, zwei Pass Breakups und einen QB-Hit kam. Mit etwas mehr Glück hätten es aber auch zwei, vielleicht drei Interceptions werden können. Er war im Center Field zur Stelle und nahm den Bears ein wichtiges Element ihrer Offense - die Deep Balls.

Offensiv bemerkenswert war indes Rookie-Wide-Receiver Justin Jefferson, der in kritischen Situation eine sichere Bank für Cousins war. Er kam letztlich auf 8 Receptions für 135 Yards. Folgerichtig führte er sein Team auch mit 0,90 EPA/Play klar an.

Der Flop des Spiels: Nick Foles (Bears)

Foles steht hier stellvertretend für die Offense und das Play-Calling von Offensive Coordinator Bill Lazor. Foles ließ jegliche Präzision vermissen, las die Coverage gern mal falsch, übersah mehrfach eindeutige Blitz-Situationen, etwa bei einer 4-Verticals-Situation, in der er zwingend hätte auf ein Slant-Konzept oder einen Stream hätte switchen müssen. Und abgesehen davon überwarf er ein paar offene Receiver, wie etwa bei seiner Interception, als der Ball für Miller zu hoch war, oder spät im Spiel bei 4th Down.

Analyse: Bears vs. Vikings - die Taktiktafel

  • Die Vikings setzten defensiv meist auf Cover-2 und schränkten damit die Chancen der Bears ein, über Deep Balls erfolgreich zu sein. Vereinzelt setzten sie gegen Allen Robinson - vor allem bei 3rd Down - auch auf Double Coverage, wobei in den Situationen eher unkonventionell auch mal ein Linebacker überraschend in erster Instanz aushalf, sodass der jeweilige Cornerback gewissermaßen Zone Coverage vortäuschen konnte.
  • Bemerkenswert war, dass die Bears darauf keine direkte Antwort fanden. Sie spielten ihren Stiefel runter, versuchten es mit kurzen Pässen, Screens oder eben doch erzwungenen Deep Balls. Intermediate-Pässe hingegen fanden kaum statt. Der Platz, der sich durch die zwei Deep Safetys ergab, wurde von Foles einfach nicht ausgenutzt.
  • Die Bears wiederum spielten zumeist Man-Coverage, streuten aber auch Cover-2 ein. Ihre beste Waffe war indes Linebacker Roquan Smith, der sich hauptsächlich um Cook kümmerte, sowohl mit Run-Blitzes durch die A- oder B-Gap, normalen Down-Hill-Tackles als auch in Coverage mit großer Übersicht und Geduld bei Screens. Darüber hinaus gelang ihm bei einem Blitz auch ein Sack von Cousins.
  • Die beste Offensiv-Waffe der Bears war zweifelsohne Patterson, der auch mal im Backfield aufgestellt wurde, um auf simpelste Weise - per Hand-Off oder Pitch - den Ball zu bekommen, um Plays zu kreieren. Als Receiver jedoch wurde er kaum gesucht, und wenn, dann mit eher simplen Routes wie Comebacks oder direkt Screens. Nach seinem Kick-Off-Return-TD sahen die Vikings indes davon ab, den Ball bis zur Endzone zu kicken und setzten eher auf Squib-Kicks.
  • Frustrierend war über weite Teile das Play-Calling der Vikings, die stur an Runs mit Cook in early Downs festhielten, obwohl dies schlicht überhaupt nicht funktionierte. Die Bears-Front dominierte zumeist an der Line und ließ Cook kaum Raum zum Laufen. Wenn er doch mal größeren Raumgewinn erlief, war dies indes meist das Resulat von Holding-Strafen. Play-Action-Pässe hingegen funktionierten in aller Regel.

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