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NBA

NBA - Power Ranking der Eastern Conference in der Offseason: Wenn das Wörtchen wenn nicht wär' …

Von Philipp Jakob

Platz 5: BROOKLYN NETS

Neuzugänge

  • Trade: Royce O'Neale (Jazz)
  • Free Agency: T.J. Warren (Pacers), Edmond Sumner (Free Agent)

Abgänge

  • Free Agency: Bruce Brown Jr. (Nuggets), Andre Drummond, Goran Dragic (beide Bulls), LaMarcus Aldridge, Blake Griffin (beide Free Agents)

Apropos KD-Trade ... tja, was machen wir denn nun mit den Nets? Geht man von einem Team aus, in dem Durant und Kyrie Irving zusammenspielen, dann hat man ein Duo vor sich, das in drei Jahren bei einer Bilanz von 34-24 (58,6 Prozent Siegquote) in den gemeinsamen Partien steht. Zweifelsfrei eine gute Quote, aber halt auch echt wenig Spiele.

Addiert man zu dieser Gleichung das Playmaking und die Defense eines fitten Ben Simmons, zwei der nach Dreierquote besten Schützen der Liga (Joe Harris und Seth Curry) sowie solide Offseason-Verpflichtungen für den Flügel wie T.J. Warren und Royce O'Neale, dann steckt in den Nets ein Top-Team der NBA. Auch die Vertragsverlängerungen von Nic Claxton und Patty Mills waren gute Moves eines Win-Now-Teams. Der Kader wirkt besser als im Vorjahr.

Doch das Potenzial für Ärger hinter den Kulissen, sollten Durant und Irving tatsächlich zum Saisonstart im Nets-Trikot auflaufen, verbietet fast schon eine bessere Position im Ranking. Rein sportlich hat dieser Kader einiges zu bieten - wenn denn wirklich alles beim Status Quo bleibt. Wenn Durant nicht doch noch streikt. Und wenn das Star-Duo wirklich motiviert ist bei dem unwahrscheinlich fall eines Nets-Verbleibs. Das sind sehr viele Wenns, die dieses Ranking enorm durcheinanderwirbeln könnten.

© getty
Spielen Kevin Durant und Kyrie Irving doch nochmal gemeinsam in Brooklyn?

Platz 4: MIAMI HEAT

Neuzugänge

  • Draft: Nikola Jovic (#27)

Abgänge

  • Free Agency: P.J. Tucker (Sixers), Markieff Morris (Free Agent)

Das bringt uns direkt zum nächsten Spieler im KD-Poker. Durant oder auch Mitchell könnten für Miami vor dem Saisonstart noch eine Option zum Kaderupgrade sein, ansonsten hielt sich Heat-Boss Pat Riley in der Offseason zurück. Bei den Neuzugängen finden sich bislang nur Erstrundenpick Jovic und mehrere Spieler, die im Draft leer ausgingen und in Miami zu Diamanten geschliffen werden sollen.

Beim Thema Player Development ist kaum eine Franchise besser als die Heat, das haben unter anderem Max Strus oder Gabe Vincent vergangene Saison bewiesen. Das war auch deshalb nötig, da die Stars Jimmy Butler, Bam Adebayo und Kyle Lowry zusammengenommen 70 Spiele verpasst haben. Aber auch einen Lowry, dem 21/22 persönliche Probleme zu schaffen machten, sollte man noch nicht in den Karriereherbst abschreiben. Butler ist in Miami, wenn fit, sowieso über alle Zweifel erhaben, Adebayo bringt offensiv weiteres Entwicklungspotenzial mit.

Für Sixth Man of the Year Tyler Herro gilt das vor allem defensiv. Die Vertragsverlängerungen von Caleb Martin und Victor Oladipo, der nach langer Verletzungspause auch in der Regular Season wieder eine Rolle spielen wird, waren wichtig, dafür schmerzt der Abgang von Tucker. Miami hat einen defensiv wichtigen Starter verloren, ausgerechnet an den direkten Konkurrenten aus Philly. Aufgrund der verbesserten Konkurrenz wird Miami die Spitzenposition im Osten nicht verteidigen können, doch hinter der Top 3 scharren die Heat mit den Hufen.

Platz 3: PHILADELPHIA 76ERS

Neuzugänge

  • Trade: De'Anthony Melton (Grizzlies)
  • Free Agency: P.J. Tucker (Heat), Danuel House (Jazz), Trevelin Queen (Rockets)

Abgänge

  • Trade: Danny Green (Grizzlies)
  • Free Agency: DeAndre Jordan (Nuggets), Paul Millsap (Free Agent)

Die Sixers dürfen sich gut und gerne zu den Gewinnern der Offseason zählen. Das fing schon am Draft-Abend mit dem Trade für Melton an, ein guter Verteidiger und verlässlicher Schütze als Backup-Guard, ging mit den Signings von 3-and-D-Experte Tucker sowie House weiter und endete mit der Verlängerung von Harden inklusive Preisnachlass.

Das sind allesamt gute und sinnvolle Kaderverstärkungen (auch wenn Tuckers Vertrag zu üppig ist), aber letztlich steht und fällt der Erfolg mit Harden. Philly braucht keine MVP-Saison des bald 33-Jährigen, aber doch eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr. Weniger Partys, mehr Workouts lautet die Devise für den Sommer, um kommende Saison die NBA mit einem tödlichen Harden/Embiid-Pick'n'Roll zu quälen.

Jener Embiid ist bei den Sixers für die MVP-Leistungen zuständig, vielleicht klappt es ja im dritten Anlauf mit dem Award. Von Tyrese Maxey darf man einen weiteren Schritt erwarten, zudem ist nun mehr Tiefe und mehr Shooting vorhanden. Im Idealfall könnte Philly ein Monster in der Regular Season werden, doch liefern Harden und Co. auch in den Playoffs ab? Das muss sich erst noch zeigen.

Kadercheck Sixers: Der MVP-Kandidat und das größte Fragezeichen der Liga

Platz 2: MILWAUKEE BUCKS

Neuzugänge

  • Draft: MarJon Beauchamp (#24), Hugo Besson (#58)
  • Free Agency: Joe Ingles (Blazers)

Abgänge

  • Free Agency: Jordan Nwora (Free Agent)

In dieser Hinsicht haben die Bucks den Sixers einiges voraus. Nach dem Titel 2021 war vergangene Saison in der zweiten Playoff-Runde nach sieben Spielen gegen Boston Schluss - mit einem fitten Khris Middleton wäre womöglich mehr drin gewesen. Der Co-Star wird zum Saisonstart wieder zur Verfügung stehen, dann startet der nächste Bucks-Angriff mit dem gewohnten Kern.

Denn große Veränderungen gab es in der Bierstadt keine. An der Seite von Giannis Antetokounmpo und Middleton rundet Jrue Holiday wie gewohnt die Big Three ab, im Sommer wurde unter anderem mit Bobby Portis, Pat Connaughton oder Wesley Matthews verlängert. Bedeutende Abgänge gab es nicht zu verzeichnen, dafür soll Ingles das Team verstärken. Auf ihn müssen sich die Bucks nach dessen Kreuzbandriss im Februar aber wohl noch eine Weile gedulden.

Das macht nichts, denn in der regulären Saison sind die Bucks auch so gut genug. Absolviert der immerhin schon 34 Jahre alte Brook Lopez mehr als 13 Partien, dann sollte die Defense auch wieder besser als Mittelmaß sein. Und solange der Greek Freak, der vielleicht beste Spieler der NBA, in Wisconsin seine Sneaker schnürt, werden die Bucks ohnehin ein lautes Wörtchen um die Championship mitreden.

Platz 1: BOSTON CELTICS

Neuzugänge

  • Draft: J.D. Davison (#53)
  • Trade: Malcolm Brogdon (Pacers)
  • Free Agency: Danilo Gallinari (Hawks), Noah Vonleh (Shanghai Sharks)

Abgänge

  • Trade: Daniel Theis, Aaron Nesmith, Nik Stauskas, Malik Fitts, Juwan Morgan (alle Pacers)
  • Free Agency: Brodric Thomas (Free Agent)

Vereinzelte NBA-Verschwörungsideologen haben schon spekuliert, dass die Trade-Gerüchte um Jaylen Brown für KD von der Konkurrenz absichtlich gestreut wurden, um die Celtics durch interne Querelen zu zerstören. Mission fehlgeschlagen, davon lassen sich Brown - der seinerseits den Medien steckte, er "liebe" es in Boston - und die Celtics offenbar nicht aus dem Tritt bringen.

Es gibt gute Gründe, warum der amtierende Ost-Champion ohnehin an Brown anstelle von Durant festhalten sollte. Das Titelfenster ist auch so offen, vielleicht mit dem jungen Kern um Brown (25), Jayson Tatum (24), Marcus Smart (28) und Robert Williams (24) sogar etwas länger als es mit KD der Fall wäre. Immerhin hat Boston in der Offseason kein wichtiges Puzzlestück aus der Finals-Rotation verloren, dafür aber zwei wichtige Rollenspieler gewonnen.

Der Trade für Brogdon bringt mehr Playmaking, die Verpflichtung von Gallinari mehr Scoring auf dem Flügel und damit beide im Idealfall zusätzliche und dringend benötigte Entlastung für Tatum und Brown. Bleiben alle fit - gerade bei Brogdon ist das ein gewisses Risiko - hat Boston die Playoff-Rotation nochmal verstärkt, wobei Gallinari aufgrund seiner defensiven Limitationen in der Postseason womöglich sporadischer eingesetzt werden wird. Letztlich ist das aber Meckern auf hohem Niveau, die Kelten gehen auch 2022/23 auf Titeljagd.

Boston Celtics: Der Kader für 2022/23

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Marcus SmartJaylen BrownJayson TatumAl HorfordRobert Williams III
Malcolm BrogdonDerrick WhiteSam HauserDanilo GallinariGrant Williams
Payton PritchardJ.D. Davison-Noah VonlehLuke Kornet

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Seite 3: Platz 5 bis 1 - Gegen dieses Team hilft keine Verschwörung

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