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MLB

Max Kepler im Interview: 400 Mio.? "Die Fußballer machen noch mehr!"

Von Marcus Blumberg

© getty

Kommen wir zum derzeit größten Thema in der MLB: Wie war Ihre Reaktion auf den Mega-Vertrag von Mike Trout?

Kepler: Ich freu mich für ihn. Es ist ein Superdeal!

Es war also nicht so, dass Sie etwa geschockt gewesen wären?

Kepler: Nein. Wir haben in den letzten zwei, drei Wochen im Clubhouse darüber gesprochen, was er jetzt bekommen wird - ob er 400 Millionen bekommt oder mehr. Und nun fragt man sich halt, was Mookie Betts kriegen wird, denn jeder will halt mehr als der andere. Aber es ist eben schon krass. Es ist ziemlich viel Kohle. Aber dann vergleicht man sich mit den Fußballspielern und denkt sich: "Die machen noch mehr." Aber es ist auf jeden Fall sehr viel. Ich freu mich für ihn.

Sie selbst haben vor ein paar Wochen einen neuen Fünfjahresvertrag unterschrieben - herzlichen Glückwunsch dazu erstmal!

Kepler: Danke!

Gibt Ihnen das jetzt mehr Ruhe, weil Sie wissen, dass Sie nun langfristig planen können? Oder schafft das auch etwas mehr Druck, weil Sie jetzt vielleicht beweisen müssen, das Geld wert zu sein?

Die größten Verträge in der Geschichte des US-Sports

Max Kepler: Neuer Vertrag - "freue mich für meine Familie"

Kepler: Es verleiht mir vor allem Sicherheit. Vielleicht auch ein bisschen Ruhe. Aber an meinem Spiel verändert sich nichts. Ich werde jeden Tag mit derselben Energie ins Spiel gehen wie bisher auch, wenn nicht sogar mehr arbeiten. Und ich freue mich für meine Familie, dass ich den Vertrag unterschreiben durfte, weil ich für sie jetzt ihr Leben einfacher machen will.

Nun sind Sie frühestens 2024 oder 2025 Free Agent (bei gezogener Option seitens der Twins, Anm. d. Red.). Hatten die aktuellen Schwierigkeiten auf dem Free-Agent-Markt Einfluss darauf, dass Sie jetzt schon unterschrieben haben, anstatt erst in ein, zwei Jahren? Denn momentan ist es ja so, dass viele Spieler eher Probleme haben, Verträge zu kriegen.

Kepler: Ja, es sind jetzt immer noch viele Free Agents auf dem Markt. Und das sind nicht nur Minor-League-Spieler, sondern erfahrene Big Leager, die schon viel Zeit in der Liga verbracht haben. Das hat schon eine Rolle gespielt, dass ich jetzt unterschrieben habe. Aber ich will eben solange ich kann Baseball spielen. Und mir ist die Kohle nicht so wichtig. Und wie ich schon auf der Pressekonferenz gesagt habe: 500.000 Dollar, das Minimum, das man hier in der Liga verdient, bedeutet bereits ein Superleben. Ich will nur viele Spiele gewinnen und mich weiter verbessern. Ich habe mit meinem Agenten gesprochen und er meinte auch, dass es ein guter Deal sei. Und er sagte: "Wenn du die nächsten fünf Jahre gut spielst, kannst du noch einen Vertrag unterschreiben, weil du noch jung bist."

Es gibt jetzt eine Partnerschaft zwischen der MLB und der unabhängigen Atlantic League. Dabei sollen Regelanpassungen getestet werden. Zum Beispiel soll ein "Robo Ump" getestet werden, also eine technische Hilfe für Umpire, um Balls und Strikes zu erkennen. Was halten Sie von dieser Idee?

Kepler: Davon habe ich noch nichts gehört. Aber ich finde, das wäre den Umpires gegenüber nicht fair. Ich finde das nicht gut. Jeder macht Fehler, auch wenn es die Umpires sind. Wenn in der Strikezone keine Fehler gemacht werden, dann ist das Spiel nicht mehr so interessant. Ich rege mich auch manchmal über die Umpires hinter der Platte auf, aber ich finde, einen "Roboter" ins Spiel zu bringen, wäre jetzt ein bisschen komisch.

Kepler: Defensive Shifts regen vor allem den Pitcher auf

Zudem wird ja schon länger über ein Verbot für Defensive Shifts diskutiert. Wie stehen Sie dazu?

Kepler: Also für mich spielen die meisten Mannschaften immer einen Pull-Shift, also drei Spielen auf der rechten Seite und der Third Baseman spielt gewissermaßen Shortstop. Aber das können sie ruhig machen, dann lege ich eben einen Bunt hin. Das kommt natürlich auf das jeweilige Team und dessen Tendenzen an. Aber ich finde, dass die meisten Extreme-Shifts vor allem den Pitcher aufregen. Wenn dann ein fehlgeschlagener Ball genau da hin rollt, wo normalerweise einer gestanden hätte, ist das ein Basehit. Dann tut die Abwehr eben dem Pitcher ein bisschen weh.

Schauen wir mal auf die Twins. 2017 waren Sie in den Playoffs, letzte Saison lief es dann nicht ganz so gut. Woran lag es Ihrer Meinung nach?

Kepler: Im Juni hatten wir glaube ich ein bisschen Stress. Wir haben ein paar Spieler verloren, die getradet wurden. Dadurch ist die Mannschaft eine Zeitlang etwas auseinandergefallen. Aber im Vergleich zu 2016 etwa war es keine so schlechte Saison. Zum Schluss haben wir uns wieder verbessert, hatten eine recht junge Mannschaft, haben ziemlich gut gespielt und gut mitgehalten. Auf der zweiten Saisonhälfte können wir aufbauen. Gerade die zweite Hälfte war sehr gut und wenn wir das jetzt zusammenbringen, könnte diese Saison richtig gut werden.

Wie bewerten Sie Ihre persönliche Leistung im letzten Jahr?

Kepler: Ich habe jetzt an meinem Schwung ein bisschen was verändert. Ich habe viele Flyballs geschlagen und habe von einem Reporter erfahren, dass ich den niedrigsten Schlagdurchschnitt bei "Balls in Play" hatte, was heißt, dass ich sehr viel Kontakt hergestellt habe, aber nicht viel auf Base gekommen bin. In den Jahren davor wiederum hatte ich sehr viele Groundouts. Und jetzt muss ich eben die Balance finden, um mehr Line Drives zu schlagen, also Bälle quasi auf einer Regenbogenlinie schlagen. Aber generell will ich so viel Kontakt herstellen wie ich kann. Insgesamt war es für mich ein Schritt vorwärts, aber die Resultate waren nicht ganz so gut. Es ist eben Baseball und Baseball ist schwierig. Aber mit dem richtigen Plan, mental stark zu bleiben, werde ich mich weiter verbessern in diesem Jahr.

Wer ist denn Ihr Favorit in dieser Saison in der American League Central und generell der AL?

© getty
Max Kepler hat vor der Saison 2019 einen Fünfjahresvertrag bei den Minnesota Twins unterschrieben.

Favorit für Max Kepler? "Die Twins!"

Kepler: Die Twins! (lacht)

Logisch. Wer auch sonst?

Kepler: Wenn jeder gesund bleibt, eine positive Einstellung an den Tag legt und die Mannschaft zusammenhält, haben wir eine richtig gute Chance.

Was machen Sie eigentlich in Ihrer Freizeit?

Kepler: In der Offseason reise ich gerne, verbringe viel Zeit mit meiner Familie und war auch jetzt eineinhalb Monate in Deutschland, in Berlin. Aber während der Saison ruhe ich mich aus und mache nicht so viel in der Freizeit.

Verfolgen Sie denn auch andere Sportarten?

Kepler: Fußball!

Und Ihr Lieblingsklub ist der BVB - hatte ich gelesen ...

Kepler: Nein, das ist die Lieblingsmannschaft von meinem Vater. Ich bin Hertha-Fan.

Verfolgen Sie auch die Teams in Minnesota?

Kepler: Ja auch. Zu einem Vikings-Spiel bin ich schon mal eingeladen worden. Das Stadion ist richtig cool. Zum Hockey-Spiel war ich noch nicht dabei, Basketball schaue ich auch sehr gerne. Zudem gibt es hier eine neue Fußballmannschaft, Minnesota FC, bei denen würde ich gern mal zuschauen in der Zukunft.

Werden Sie eigentlich auf der Straße erkannt in Minnesota?

Kepler: Hier und da. Es ist jetzt nicht so extrem, aber ab und zu schon.

Wenn Sie nicht Baseballspieler geworden wären, was wären Sie dann geworden?

Kepler: Fußballer.

Vielen Dank fürs Gespräch.

Dieser Artikel wurde ohne vorherige Ansicht durch die Major League Baseball veröffentlicht.

Seite 1: Max Kepler über seine neue Rolle, Teamkollegen und das Spring Training

Seite 2: Max Kepler über Mega-Verträge, Regeländerungen und die Ziele 2019

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