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Tennis

Roger Federer, Karriereende beim Laver Cup: Alle Informationen

Von SPOX

Die Karriere von Tennislegende Roger Federer wird am Wochenende beim Laver Cup zu Ende gehen. Wie kam es zu der Entscheidung, wie geht es für den Schweizer weiter und wann wird er spielen? Hier gibt es alle Informationen.

Roger Federer: Warum beendet er seine Karriere?

"Zum Schluss, an das Tennisspiel: Ich liebe Dich und werde Dich nie verlassen." Mit diesen Worten verkündete der Schweizer in der vergangenen Woche, dass der Laver Cup in London sein letzter Einsatz auf der ATP-Tour sein werde. "Ich muss erkennen, wenn es Zeit ist, meine Profi-Laufbahn zu beenden. Das ist eine bittersüße Entscheidung, weil ich alles vermissen werde, was die Tour mir gegeben hat."

Nach 103 Titeln auf der Tour, 20 Grand Slams, über 1.500 Matches und mehr als 130 Millionen Dollar an Preisgeldern kommt dieser Schritt allerdings nicht überraschend, wenn man sich die Entwicklungen der vergangenen Jahre anschaut. "Ich kenne die Möglichkeiten und Grenzen meines Körpers, und seine jüngste Botschaft an mich war klar", sagte Federer dazu.

Sein letztes Spiel liegt bereits über ein Jahr zurück, in Wimbledon hatte er im Juli 2021 auf den womöglich finalen Coup gehofft, im Viertelfinale war er bei der glatten Niederlage gegen den Polen Hubert Hurkacz allerdings chancenlos. "Der letzte Satz, als ich merkte, es geht nicht mehr, aus, fertig, waren vielleicht die schlimmsten Stunden meiner Karriere."

Einen Monat später folgte die dritte Operation am rechten Knie, die jedoch nicht dauerhaft die erhoffte Besserung brachte. Auch jetzt könne er nicht konkret sagen, wo die Probleme liegen. "Ich finde, es ist Privatsache. Und ganz ehrlich - ich weiß es auch nicht genau und will es manchmal nicht genau wissen." Denn: "Mir ist ein besonderes Talent zum Tennisspielen gegeben worden. Und ich habe es auf ein Level geschafft, das ich mir nie vorgestellt habe, für viel länger, als ich es jemals für möglich hielt."

Vor dem Wimbledon-Turnier 2022 habe er noch Hoffnungen auf ein Comeback gehabt, er sei bereit gewesen, "athletische Sachen zu machen. Irgendwann wurde es zu viel für das Knie. Ich merkte, uiuiui, es geht zu lang, jetzt wird's schwierig." Und so war die Entscheidung letztlich auch nicht mehr schwer, auch wenn er vor der Verkündung lange "einen Knoten im Magen" hatte und zwei Wochen am vierseitigen Abschiedsbrief arbeitete: "Ich wollte sicher sein, dass ich mich sicher fühle, dass es das richtige ist, wenn ich zurücktrete Und das ist der Fall. Ich bin happy."

Federer: Wie blickt er auf seine Karriere zurück? Wie geht es weiter?

"Ich bin sehr glücklich, dass ich die Karriere absolvieren konnte, die ich hatte", sagte Federer am Rande des Laver Cups und blickt unter anderem auf 310 Wochen an der Spitze der Weltrangliste zurück. Zwar habe er auch die "ein oder zwei Träne" verdrücken müssen, in erster Linie sei er aber "erleichtert", dass die Entscheidung nun feststehe und kommuniziert wurde.

Auch der Begriff Stolz fällt häufig, wenn der 41-Jährige auf seine Laufbahn und die vielen Rekorde zurückblickt: "Als ich den 15. Grand-Slam-Titel vor den Augen von Pete Sampras gewann und seinen Rekord brach, das war das Größte überhaupt. Dass ich danach nochmals fünf gewinnen konnte, war ein Bonus. Einen Lieblingsmoment auszuwählen falle ihm schwer: "Vielleicht mein erster Wimbledon-Sieg. Aber ich hatte das Glück, viele schöne Momente erlebt zu haben." Auf dem grünen Rasen von London triumphierte er gleich achtmal.

Doch wie geht es jetzt weiter? Dies stehe zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so ganz fest: "Ich weiß nicht genau, wie meine Zukunft aussehen wird, aber ich möchte mich nicht vollständig von dem Sport distanzieren, der mir alles gegeben hat", sagte Federer dem Schweizer Sender RTS. Aus sportlicher Sicht sei es "natürlich das Ziel, dass ich wieder Skifahren und Fußball spielen kann. Das ist ja nicht wie Velo fahren oder schwimmen. Wir werden sehen."

Die Kinder seien zwar auch traurig, dass nun Schluss sei, "aber sie haben immer den Wunsch geäußert: 'Hör mal auf mit Tennis, wir wollen Ski fahren.' Ich habe es allen vier gleichzeitig gesagt und drei von vier haben geweint."

Federers Karriereende: Reaktionen

Nicht nur in der eigenen Familie fielen die Reaktionen auf den Rücktritt emotional aus, sondern auch in der Tennis- und Sportwelt sowie weit darüber hinaus. "Es war ein Privileg, deine Reise zu verfolgen und dich zum Champion in jeder Hinsicht reifen zu sehen. Wir werden den Anblick so sehr vermissen, wenn du unsere Plätze beehrst. Alles was wir jetzt sagen können ist Danke, für die Erinnerungen und die Freude, die du so vielen gegeben hast", schrieben die Veranstalter des Wimbledon-Turniers, das dem Schweizer so viel bedeutet und wo er 2003 mit dem ersten Titel seinen endgültigen Durchbruch feierte.

Der neue Weltranglisten-Erste Carlos Alcaraz twitterte lediglich "Roger..." und ein gebrochenes Herz, Tennis-Legende Billie Jean King sprach vom "Champion der Champions. Er hat das kompletteste Spiel seiner Generation und eroberte die Herzen der Sportfans auf der ganzen Welt." Juan Martin del Potro schrieb: "Ich liebe Dich, Roger. Danke für alles, was du für das Tennis und mich getan hast. Die Tenniswelt wird ohne dich nie wieder dieselbe sein."

Auch seine großen Rivalen meldeten sich zu Wort: Novak Djokovic erklärte, es sei "eine Ehre" gewesen, "Dich auf und neben dem Platz zu kennen, und es wird so für viele weitere Jahre sein. Ich weiß, dass dieses neue Kapitel erstaunliche Dinge für Dich, Mirka, die Kinder, alle Deine Lieben und die Roger-Fans bereithalten wird, auf die sich alle freuen können." Beide verbinden "unglaubliche Momente und Schlachten", 27 der 50 Duelle gingen an den Serben. Ähnliche Worte fand Rafael Nadal, der es als "Vergnügen und Privileg" bezeichnete, "all diese Jahre mit Dir zu teilen und so viele erstaunliche Momente auf und neben dem Platz zu erleben".

Laver Cup: Entstehung, Modus, Tickets

Ein letztes Highlight hat die Karriere von Federer noch parat. Im Laver Cup in London (23. bis 25. September), in dem sich Team Europa mit Team Welt duelliert, wird Federer zwar kein Einzel, allerdings am Freitagabend ein Doppel bestreiten. Die genauen Paarungen stehen noch nicht fest, ein Doppel an der Seite von Nadal hätte laut Federer allerdings einen großen Charme. "Natürlich würde ich gerne mit Rafa spielen. Das wäre ein spezieller Moment." Er habe "sehr lange nicht mehr gespielt. Ich werde versuchen, wettbewerbsfähig zu sein." Immerhin könne er noch "auf einem Niveau spielen, das ich völlig akzeptabel finde".

Beim Laver Cup treffen zwei Teams mit je sechs Spielern aufeinander, hinzu kommt ein Kapitän. So sehen die Teams dieses Mal aus:

  • Team Europa (bisher noch ungeschlagen): Rafael Nadal, Stefanos Tsitsipas, Novak Djokovic, Casper Ruud, Andy Murray, Roger Federer, Björn Borg (Kapitän)
  • Team Welt: Félix Auger-Aliassime, Taylor Fritz, Diego Schwartzman, Frances Tiafoe, Alex de Minaur, Jack Sock, John McEnroe (Kapitän)

Da es sich immerhin um ein offizielles Turnier handelt, an dessen Entstehung 2017 und Organisation sogar Federers Managementfirma beteiligt war und ist, fragte Federer extra bei den Kapitänen McEnroe und Borg nach, ob es ein Problem für diese sei, dass er nur im Doppel auflaufen könne. Dieser verneinte natürlich. "Ich hatte die Bedenken am Anfang auch. Es ist ein ATP-Turnier, das ich respektieren möchte." Für Borg sei es jedoch "bereits ein Traum, mich noch einmal auf dem Tennisplatz zu sehen".

Zum Modus: Über drei Tage werden jeweils drei Einzel und ein Doppel absolviert. Die Wertigkeit der Matches steigt von Tag zu Tag an, an Tag 1 gibt es je Einzel- und Doppelsieg einen, am dritten Tag drei Punkte. Die Matches werden im Best-of-Three-Modus gespielt, beim Stand von 1:1 in den Sätzen wird ein Match-Tiebreak gespielt. Jeder Spieler bestreitet eine oder zwei Einzelpartien, mindestens vier Spieler pro Mannschaft spielen ein Doppel. Für Federer wird diese Regel aufgeweicht. Sollte es nach allen Matches 12:12 stehen, fällt die Entscheidung in einem Doppel im Match-Tiebreak. Wichtig: Paarungen dürfen sich im Laufe des Turniers nicht doppeln.

Das Karriereende von Federer hat wie erwartet zu einem massiven Ansturm auf die Tickets und einem Anstieg der Preise geführt. Im offiziellen Ticketshop sind für die zweite Session am Freitag in der Londoner O2-Arena, in der der Schweizer zum Einsatz kommen soll, bereits keine Tickets mehr erhältlich, die billigsten für die frühere Session am Freitag sind ab 265 Pfund erhältlich. Auf der Ticketplattform Viagogo müssen Stand Mittwochnachmittag mindestens 2.000 Euro gezahlt werden, um Federer nochmal live zu sehen.

Laver Cup 2022: Spielplan

SpieltagDatumMatchPunkte pro MatchsiegUhrzeit (MEZ)
Tag 1Fr., 23. Sept.Einzel114 Uhr
Tag 1Fr., 23. Sept.Einzel1im Anschluss an Match 1
Tag 1Fr., 23. Sept.Einzel120 Uhr
Tag 1Fr., 23. Sept.Doppel1im Anschluss an Match 3
Tag 2Sa., 24. Sept.Einzel214 Uhr
Tag 2Sa., 24. Sept.Einzel2im Anschluss an Match 1
Tag 2Sa., 24. Sept.Einzel220 Uhr
Tag 2Sa., 24. Sept.Doppel2im Anschluss an Match 3
Tag 3So., 25. Sept.Doppel313 Uhr
Tag 3So., 25. Sept.Einzel3im Anschluss an Match 1
Tag 3So., 25. Sept.Einzel3im Anschluss an Match 2
Tag 3So., 25. Sept.Einzel3im Anschluss an Match 3

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