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Sane zu Bayern, Figo zu Real, Kehl zum BVB: Die größten Transfer-Steals der Fußballgeschichte

Als "Judas" verschmäht, mit Schweineköpfen beworfen. So mancher Star hinterließ bei Vereinswechseln schon verbrannte Erde, weil der größte Rivale dazwischenfunkte. Ein Rückblick in die jüngere und ältere Vergangenheit von spektakulären "Transfer-Steals".
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LEROY SANE von Manchester City zum FC Bayern. Schon im Sommer 2019 wollten die Bayern um Sportdirektor Hasan Salihamidzic und den damaligen Trainer Niko Kovac den pfeilschnellen Außenstürmer an die Isar lotsen.
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Anfangs stellt sich City zwar quer, signalisiert später aber die Bereitschaft, den deutschen Nationalspieler zu einem angemessenen Preis abzugeben – von über 120 Millionen Euro ist die Rede.
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Am 4. August 2019 reißt sich Sane dann aber im Supercup-Finale gegen den FC Liverpool das Kreuzband und soll mindestens bis zum Jahresende ausfallen. Die Verhandlungen zwischen beiden Teams werden daraufhin abgebrochen.
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Erst nach dessen Rückkehr auf den Platz wird ein Wechsel wieder konkreter. Schließlich trifft die Corona-Pandemie die Fußball-Welt, viele Vereine müssen massive Einnahmeverluste hinnehmen. Auch der Transfermarkt bleibt von der Krise nicht verschont.
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Viele Ablösesummen fallen in den Keller, so auch der Marktwert von Sane. Schließlich einigen sich die Bayern und Manchester City auf einen Transfer des 24-Jährigen. Für nur rund 50 Millionen Euro wechselt Sane zum deutschen Rekordmeister.
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LUIS FIGO von Barcelona zu Real Madrid: Bei Real stehen im Juli 2000 die Präsidentschaftswahlen an. Weil Madrid zwei CL-Titel binnen drei Jahren geholt hat, gilt Amtsinhaber Lorenzo Sanz, der kürzlich am Coronaviurs verstarb, als klarer Favorit.
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Doch sein Konkurrent, der Bauunternehmer Florentino Perez, hat einen Plan: Er wirbt neben seiner Kritik an der Vereinsführung mit einer aggressiven Transferpolitik für sich. "Wenn ich Präsident werde, wird Figo Spieler von Real", verspricht er.
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Hinter verschlossenen Türen handelt Perez mit dem größten Star des Erzrivalen Barcelona einen Vorvertrag aus, der Figo dazu verpflichtet, zu Real zu wechseln, sollte Perez Präsident werden. Figo unterschrieb, …
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… weil ihm dafür umgerechnet zwei Millionen Euro unabhängig vom Wahl-Ausgang geboten wurden und Barca den Portugiesen verärgert hatte. Figo sollte sich mit den Verhandlungen über einen neuen Vertrag bis nach den Barca-Präsidentschaftswahlen gedulden.
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Zudem galt ein Wahlsieg von Perez in Madrid als derart unwahrscheinlich, dass Figos Berater Jose Veiga das Zwei-Millionen-Euro-Geschenk nur dankend annahm. Am 11. Juli 2000, fünf Tage vor der Wahl, machte Perez seinen Plan publik.
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Figo dementierte, verwies während der Europameisterschaft auf seinen gültigen Vertrag bei Barca und versprach, zu bleiben. Am 16. Juli wurde Perez zum Präsidenten gewählt. Figo erfüllte den Vorvertrag und wechselte für 60 Millionen zu Real.
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Hätte sich Figo geweigert, hätte er sich für 30 Millionen Euro aus dem Vorvertrag rauskaufen müssen. Ob er jemals ernsthafte Wechselabsichten gehabt hatte, ist noch heute unklar. Figo selbst verwies auf die bessere sportliche Perspektive in Madrid.
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Bei den Königlichen blieb Figo fünf Jahre lang, gewann dort den Ballon d’Or, die Champions League, mehrfach die Meisterschaft und wurde FIFA-Weltfußballer. Seinen Wechsel zum Erzfeind verziehen Figo die Barca-Fans nie.
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SOL CAMPBELL von Tottenham Hotspur zu FC Arsenal: 2001 wechselte das Eigengewächs der Spurs zum Stadt-Rivalen. Der Transfer wurde bis zuletzt anonym gehalten. Erst als er die Tür zum Pressekonferenz-Raum durchschritt, wurde der Wechsel bekannt.
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An dem Innenverteidiger sollen fast alle Spitzenklubs interessiert gewesen. Ein halbes Jahr vor seinem Wechsel blockte Campbell noch jegliches Interesse an einem Wechsel ab: "Ich gehe nirgendwohin. Ich bin hier und ich bleibe hier."
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Campbell spielte nach der Aussage ein falsches Spiel. Von den Spurs forderte er angeblich ein Jahresgehalt von elf Millionen Euro - astronomisch für diese Zeit. Gleichzeitig verhandelte er bereits mit Arsenal.
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Beim ersten Spiel im Arsenal-Dress bei den Spurs wurde Campbell von den Anhänger übel beleidigt. Unter anderem wurden 4000 Luftballons mit der Aufschrift "Judas" in den Himmel gelassen.
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SEBASTIAN KEHL zum BVB statt zum FC Bayern: 2001 ist Jung-Nationalspieler Sebastian Kehl vom SC Freiburg neben Sebastian Deißler das größte Objekt der Begierde im deutschen Fußball. Deisler hat der FC Bayern schon 2002 verpflichtet, Kehl soll folgen.
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12. Dezember 2001: Bayern-Manager Uli Hoeneß bestätigt, dass Kehl spätestens ab Sommer 2003 mit Vertragsende in Freiburg für den FCB spielen wird. Kehl habe den Bayern schon im Sommer eine Zusage gegeben, erzählt Hoeneß.
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Kehl, dem auch von Lazio Rom, Hertha BSC und Borussia Dormtund Avancen gemacht wurden, habe die Freiheit zu entscheiden, wann der Wechsel vonstattengehen soll – im Sommer 2002 oder erst ein Jahr später. Doch es kommt alles ganz anders.
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21. Dezember 2001: Kehl verkündet in einer Pressemitteilung, dass er noch im Winter zum BVB wechselt und dort einen Vierjahresvertrag erhalte. Ein Aufschrei geht durch ganz Fußball-Deutschland und besonders durch Fußball-München.
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Die Folge: Zwischen Kehl, den Bayern und dem BVB entwickelt sich eine Schlammschlacht. Die Bayern werfen Kehl Wort- und Vertragsbruch vor, drohen mit Klage. BVB-Manager Michael Meier spricht bezüglich des Gebarens der Bayern von einem "Skandal".
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Hoeneß hatte eine Ablöse vom BVB für Kehl gefordert, die der FCB anschließend für die Afghanistan-Hilfe spenden wolle. "Eine ganz billige Nummer", kritisiert Meier und fragt: "Was bildet der Mann sich eigentlich ein?"
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Hauptargument der Bayern-Seite: Kehl habe im Sommer bereits eine Zahlung in Höhe von 1,5 Millionen Euro erhalten und per Handschlag einem Wechsel zugestimmt. Kehl überwies die Summe zuzüglich Zinsen jedoch wieder zurück.
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6. Januar 2002: Der BVB und der FC Bayern einigten sich in einem DFL-Schlichtungsgespräch. Bedingung: Kehl musste sich öffentlich beim FCB entschuldigen. Das tat er und die Eiszeit zwischen Dortmund und München endete vorerst.
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Kehl blieb bis zu seinem Karriereende beim BVB, wurde dort Kapitän und holte dreimal die Meisterschaft und zweimal den DFB-Pokal. Seit 2018 ist er bei den Dortmundern Leiter der Lizenzspielerabteilung.
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MARIO GÖTZE vom BVB zum FC Bayern: Elf Jahre nach dem Fall Kehl "revanchierte" sich der FC Bayern und kaufte dem BVB sein Jahrhunderttalent weg. Dabei arbeitete der Rekordmeister mit allen (erlaubten) Tricks.
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Der FCB machte sich die Ausstiegsklausel in Götzes Vertrag zunutze, informierten den BVB jedoch nicht darüber, "weil das auch der Wunsch von Marios Berater war", wie BVB-Boss Watzke Bayerns Vorstandsboss Rummenigge in seiner Biografie zitiert.
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"Alles sollte schön unter der Decke bleiben. Der ganze Transfer hätte bis zum Ende der Saison geheim bleiben sollen", sagte Rummenigge. Doch daraus wurde nichts. Kurz vor dem CL-Halbfinal-Hinspiel des BVB gegen Real Madrid platzte die Bombe.
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Die Bild berichtete exklusiv über den anstehenden Hammer. Fans und Verantwortliche des BVB waren schockiert. "Ich habe mich umgedreht, bin aus dem Büro gegangen, nach Hause gefahren und habe mich ins Bett gelegt“, sagte Jürgen Klopp später bei DAZN.
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37 Millionen Euro ließen sich die Münchner Götze kosten. Drei Jahre lieb er beim FC Bayern, ehe er zum BVB zurückkehrte. Erst im Laufe der Zeit normalisierte sich das Verhältnis zu den Fans, die Götze noch lange als "Judas" verunglimpften, wieder.
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ANDREAS MÖLLER vom BVB zu Schalke 04: Das Sakrileg! Möller hatte sich beim BVB nach seiner Rückkehr aus Italien 1994 von einer Mischung aus Weltstar und Persona non grata erneut zu einem Schlüsselspieler unter Hitzfeld hochgearbeitet.
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Als verehrter Leistungsträger gewann er zwei Meistertitel und die CL. 2000 ernannte ihn das Vereinsmagazin zum "Borussen der Saison" und schrieb: "Die Spielkultur bei Borussia Dortmund trägt seinen Namen."
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Doch Möllers Vertrag lief aus, der BVB zögerte mit einer Verlängerung wegen seines Alters (32) und der hohen Kosten. Es kam zu einem der spektakulärsten Bundesligatransfers: Möller wechselte völlig überraschend zu Schalke.
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"Ich dachte: Verdammte Hacke, Möller! Vertrag läuft aus, ablösefrei, wupp. Das ging ratzfatz", sagte die mittlerweile verstorbene Schalker Manager-Legende Rudi Assauer über einen seiner größten Transfercoups.
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ALFREDO DI STEFANO zu Real Madrid statt zu Barcelona: "Die Rivalität ist vielschichtig, aber sie wurde vom Fall Di Stefano genährt und mit Hass angereichert“, sagte Buchautor Xavier Garcia Luque einmal im Gespräch mit SPOX und Goal.
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Er nannte den Wechsel der 2014 verstorbenen Real-Legende nach Madrid anno 1953 einen "Hauptpfeiler der Rivalität zwischen Real Madrid und Barcelona". Was war passiert?
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Di Stefano hatte in Diensten von River Plate in Argentinien und CD Los Millonarios aus Kolumbien als "blonder Pfeil" für Aufsehen gesorgt. Barca und Real wollten den Ausnahmekönner verpflichten. Insbesondere Real hatte Di Stefano beeindruckt.
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Barca überwies ca. 220.000 Euro an River Plate. Di Stefano hatte den Verein 1949 zwar Richtung Millonarios verlassen, der Klub aus Bogota hatte jedoch keine Ablöse gezahlt, weil die kolumbianische Liga damals von der FIFA nicht anerkannt wurde.
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Die FIFA bestimmte daher, dass die Transferrechte nach Auslaufen des Vertrags von Di Stefano in Kolumbien zum Jahresbeginn 1955 bei River lagen. Di Stefano reiste zu Barca und absolvierte sogar schon Freundschaftsspiele für die Katalanen.
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Real-Präsident Santiago Bernabeu wollte Di Stefano jedoch nicht kampflos aufgeben und zahlte sowohl den Millonarios, die noch bis zum 31. Dezember 1954 die Transferrechte besaßen, als auch River eine Ablöse.
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Der spanische Verband entschied, dass Di Stefano je zwei Saisons im Wechsel für Real und für Barca spielen sollte. Damit war Barca nicht einverstanden, rückte von einem Transfer ab und erhielt von Real Madrid eine finanzielle Entschädigung.
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Später behaupteten die Katalanen, dass sie sich nur auf Druck der Franco-Regierung zurückgezogen hätten. Für Real wurde die Verpflichtung von Di Stefano zum absoluten Glücksfall. Er prägte die erfolgreichste Ära der Klubgeschichte.
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VALENTINO MAZZOLA zum FC Torino statt zu Juventus: Torino reiste am 31. Mai 1942 als Meisterschaftsanwärter nach Venedig. Doch der Titelaspirant wurde von einem Duo aus Venedig hergespielt, dem hinterher telepathische Kräfte nachgesagt wurden.
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Bei dem Duo handelte es sich um Ezio Loik und Valentino Mazzola. Torinos Erzrivale Juventus wollte beide Spieler verpflichten, ließ sich jedoch in dem Glauben, die einzig interessierte Partei zu sein, Zeit. Die nutzte Torino-Präsident Novo.
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Er handelte mit dem unter Druck geratenen Venedig-Präsidenten Aldo Bennato einen Fabeldeal über 1,2 Millionen Lira plus zwei Torino-Spieler im Tausch aus. Mit Loik und Mazzola wurde Torino 1943 zum ersten Mal nach 15 Jahren wieder italienischer Meister.
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Besonders der Name Mazzola steht für die erfolgreichste Ära von Torino in den 1940er Jahren, als die Mannschaft mit ihm als Kopf nur "Il Grande Torino" genannt wurde und den italienischen Fußball nach dem Weltkrieg dominierte.
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Mazzola starb wie der Großteil von Il Grande Torino, der damals auch der Kern der italienischen Nationalmannschaft war, am 4. Mai 1949 beim Flugzeugunglück von Superga.
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