"War eigentlich zu vermuten": Ehrenpräsident Uli Hoeneß vom FC Bayern München stichelt erneut gegen Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic

Von Tim Ursinus
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Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat die Arbeit der ehemaligen Verantwortlichen Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic erneut kritisiert. Wenn auch nur durch die Blume.

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Im Interview mit BR24Sport sprach Hoeneß über den Umbruch, der derzeit beim FC Bayern vonstatten geht. "Es ist natürlich auch ein Generationen-Problem. Der Wechsel von Karl-Heinz Rummenigge und mir zu der nächsten Generation an Führungskräften - das der holprig wird, das war eigentlich zu vermuten", sagte der Klubpatron und ergänzte vielsagend: "Es ist aber auch so gekommen."

Nachdem sich Hoeneß und Rummenigge aus der vordersten Reihe zurückgezogen hatten, übernahmen Kahn als Vorstandschef und Salihamidzic als Sportvorstand die Geschicke im Verein. Beim Saisonfinale im vergangenen Sommer trennte sich der FCB aufgrund verschiedener Faktoren von seinen beiden ehemaligen Spielern.

"Jetzt sind wir eigentlich dabei, dass wir auf einem guten Weg sind, diese Lücke wieder zu schließen. Das wird vielleicht zwei, drei Jahren dauern, bis man dann wieder die alte Blüte hat", führte Hoeneß aus. Kahns Posten übernahm Jan-Christian Dreesen, Christoph Freund macht den Sportdirektor und kürzlich stieß Max Eberl als Sportvorstand hinzu.

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Uli Hoeneß stellt jüngere Generation infrage

Hoeneß betonte dahingehend, dass man nicht unbedingt die Champions League oder Weltmeisterschaft gewonnen haben muss, um die Voraussetzungen für einen Job beim FC Bayern zu erfüllen.

"Wenn man wie der Max Eberl in der Bundesliga gespielt hat und von der Pike auf in einem Fußballklub groß geworden ist oder wenn man wie Christoph Freund bei RB Salzburg die Geschicke des Transfergeschäfts und der ganzen Mannschaftsführung über fast zehn Jahre geleitet hat. Dann ist das schon genug, um beim FC Bayern erfolgreich zu sein", sagte der 72-Jährige.

Zudem stellte Hoeneß infrage, ob eine Installation der neuen Generation überhaupt noch möglich wäre. "Die Frage ist, ob man die Spieler, die ganz viel gewonnen haben und auf Top-Niveau gespielt haben, nach ihrer Karriere dazu bringt, sechs Tage die Woche zwölf Stunden zu arbeiten." Das sei bei "deren finanziellem Background, den sie - zu ihrem Glück - haben, sehr unwahrscheinlich."

FC Bayern München, Bayer Leverkusen
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Uli Hoeneß: Krise und Chaos bei Bayern? "Das finde ich nicht"

Die damaligen Größen des Fußballs wie Franz Beckenbauer und er hätten damals zwar "ordentlich verdient - aus heutiger Sicht bescheiden verdient -, aber es war uns immer klar, dass wir, wenn wir uns finanziell absichern wollen, dass wir nochmal richtig arbeiten müssen. Das Zurückgelegte vom Fußball hat hinten und vorne nicht gereicht, eine sichere Zukunft zu haben." Das habe sich nun gewaltig geändert.

Am kommenden Samstag trifft der FC Bayern in der Liga auf Rivale Borussia Dortmund. Größter Konkurrent um die Meisterschaft ist allerdings Bayer Leverkusen, welcher acht Spieltage vor Schluss bereits zehn Punkte Vorsprung hat.

"Die Leute sagen immer: 'Es ist ja gut, wenn mal jemand anderes Meister wird'. Aber wenn es dann passiert heißt es Krise und Chaos. Das finde ich alles nicht. Das Leben besteht nicht nur aus Zuckerschlecken. Und das erlebt gerade der FC Bayern", sagte Hoeneß, der derweil nicht von einer Verpflichtung B04-Coach Xabi Alonsos ausgeht.

FC Bayern München: Die nächsten Spiele des FCB

DatumWettbewerbGegner
30. März, 18.30 UhrBundesligaBorussia Dortmund (H)
6. April, 15.30 UhrBundesliga1. FC Heidenheim (A)
9. April, 21 UhrChampions LeagueFC Arsenal (A)
13. April, 15.30 UhrBundesliga1. FC Köln (H)