NFL: New England Patriots - Houston Texans 34:16

Pats wackeln kurz - Brady schwach

Von Adrian Franke

Sonntag, 15.01.2017 | 05:45 Uhr
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Die New England Patriots haben den Einzug ins AFC-Championship-Game geschafft - gegen zähe Houston Texans war es allerdings lange entschieden weniger deutlich, als im Vorfeld vermutet wurde. Mit 34:16 (14:3, 3:10, 7:0, 10:3) gewinnen die Pats letztlich, bis ins Schlussviertel taten sich die Hausherren jedoch sichtbar schwer.

Das lag einerseits an der starken Texans-Front, die sowohl im Passing Game, als auch im Run Game dominierte. New England kam auf lediglich 3,6 Yards pro Run. Andererseits aber hatte Tom Brady (18/38, 287, 2 TD, 2 INT) auch sein schwächstes Spiel seit einer ganzen Weile. Allerdings war Brock Osweiler (23/40, 198 YDS, TD, 3 INT) in keinster Weise dazu in der Lage, daraus Kapital zu schlagen.

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Dennoch blieb es durch die Probleme der Patriots-Offense länger als erwartet offen. Mit drei Touchdowns aber war Dion Lewis die Lebensversicherung der Hausherren, während kritische Turnover von Osweiler dann doch den Weg zu einer beruhigenden Führung im Schlussviertel ebneten.

Für die Pats ist es der sechste Einzug ins Conference-Championship-Game in Folge - ein neuer Rekord seit dem Merger 1970.

Die Stimmen:

Bill O'Brien (Head Coach Texans): "Unsere Defense hat heute ihr Bestes gegeben. Wir müssen offensiv besser spielen, das nehme ich auf meine Kappe. Jeder muss in den Spiegel schauen."
...über die Gerüchte, wonach er das Team verlassen wolle: "Ich komme nächste Saison zurück, ich werde der Coach der Texans sein. Ich habe keine Lust mehr, diese Fragen zu beantworten, das sehe ich nicht einmal mit Humor. Ich werde der Coach der Texans sein."

Tom Brady (Quarterback Patriots, über die Fehler in der Offense): "Ich glaube, es war eine Mischung aus dem was sie gemacht haben, und was wir gemacht haben. Das hat uns Probleme bereitet."

Vince Wilfork (Defensive Tackle Texans, über sein mögliches Karriereende): "Ich werde mir Zeit lassen, und in mich gehen. Aber ich denke, dass ich mein letztes NFL-Spiel absolviert habe."

Der Spielfilm:

Vor dem Kick-Off: Die Texans gehen bei den Buchmachern als fast historisch großer Underdog ins Rennen, Grund dafür ist vor allem die Offense. Während sich Houston defensiv dank einer guten Secondary sowie vor allem Jadeveon Clowney und Whitney Mercilus durchaus sehen lassen kann, sind Brock Osweiler und Co. noch immer eine große Limitierung für die Texans.

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New England hat einen einigermaßen namhaften Ausfall zu beklagen, Receiver Malcolm Mitchell kann nicht mitwirken. Auch Cornerback Cyrus Jones ist inactive, während Rob Gronkowski bekanntermaßen die kompletten Playoffs verpasst. Davon abgesehen aber gehen die Patriots als Nummer-1-Seed vergleichsweise ausgeruht in dieses Duell. Auch LeGarrette Blount, der krankheitsbedingt unter der Woche kaum trainiert hat, ist dabei.

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1. Viertel: Kein guter Start für die Texans: Ein kurzer Pass zu Hopkins, ein No-Gain-Run für Miller und ein Sack bei Third Down - 3&Out für die Gäste. Doch die Defense erzwingt auch direkt den Pats-Punt, New England kann ein Third-and-One nicht verwerten. Und so geht es weiter: Osweiler extrem ungenau, 3&Out Houston. Dann aber machen die Patriots ernst. Eine 30-Yard-Pass-Interference-Strafe gegen die Texans sorgt für das erste First Down des Spiels, Brady lässt einen langen Pass auf Hogan folgen. Prompt stehen die Hausherren in der Red Zone, wo Dion Lewis aus dem Backfield heraus den kurzen Pass problemlos in die Endzone trägt! Touchdown Pats! Jetzt allerdings liefert auch Houston eine gute Antwort: Zunächst hilft eine Patriots-Strafe, dann haben Osweiler und Miller einige gute Szenen. Das reicht zu einem Field Goal - ehe es bitter für die Gäste wird: Den folgenden Kick-Off nämlich trägt Lewis nahezu ungehindert 98 Yard zurück in die Endzone! Somit wächst der Druck auf Houston früh: 14:3 Patriots.

2. Viertel: Doch das zweite Viertel startet gut für die Texans: Ein ungenauer Pass von Brady auf Michael Floyd, der Ball prallt aus der Hand des Receivers ab und landet in den Armen von A.J. Bouye! Houston startet somit tief in New Englands Hälfte, steht sich aber mit Strafen erneut selbst im Weg und so reicht es nur zum Field Goal. Aber New England leistet sich den nächsten Fehler! Dieses Mal nämlich lässt sich Lewis den Kick-Off aus der Hand schlagen, Houston schnappt sich das Ei! Der Turnover kostet wieder Punkte: Guter Play-Action-Spielzug, Osweiler findet den komplett ungedeckten C.J. Fiedorowicz zum 10-Yard-Touchdown. Derweil suchen die Pats ihren Rhythmus: Brady scrambelt bei Third Down, statt des neuen First Downs gibt es einen harten Hit. Der nächste Drive sieht dank eines langen Passes auf Hogan gegen den Blitz zunächst vielversprechend aus, Mercilus beendet selbigen aber per Sack. Houston kann den Ball aktuell jedoch überhaupt nicht bewegen, und so sind die Patriots schnell zurück: Dieses Mal fängt Edelman den langen Pass, Hogan ist in der Red Zone offen. Aber an der Goal Line hält die Texans-Defense gleich mehrfach, New England erhöht nur per Field Goal. 17:13 Patriots zur Halbzeit.

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3. Viertel: Was ist heute nur mit Brady los? Großes INT-Glück zu Beginn der zweiten Hälfte, trotzdem gibt es das 3&Out. Houston holt im Gegenzug dank Miller ein First Down, muss dann aber ebenfalls punten - und dann zeigt Brady erstmals heute einen Rhythmus: Mehrere Pässe zu Edelman, plötzlich sind Präzision und Timing voll da. In der Red Zone findet er White via Wheel Route in der Endzone, Touchdown Patriots! Und wenig später riecht es schon nach Vorentscheidung: Bei Third Down wirft Osweiler klar in Coverage, Interception McCourty! Die Texans-Defense hält allerdings und Houston hat die Chance, wieder zu verkürzen. Doch Osweilers bester Wurf des Abends endet in einem Endzonen-Drop von Will Fuller. New England derweil muss vorerst ohne Hogan ran, der angeschlagen auf der Bank sitzt, und Brady unterläuft der nächste schwerwiegende Fehler! Beim Crosser zu Edelman übersieht Brady den Underneath-Linebacker, der fälscht den Ball ab - Interception Andre Hal! 24:13 Patriots.

4. Viertel: Houston eröffnet das Schlussviertel so in guter Field Position, kommt aber wieder nur mit einem Field Goal raus. Die Texans erhalten den Ball schnell zurück, weil Bradys Pass über die Mitte bei Third Down erneut ungenau kommt - aber Osweiler erwidert den Gefallen umgehend: Tief in der eigenen Hälfte wirft er viel zu hoch in die Mitte, Logan Ryan schnappt zu und aus einem Yard drückt Lewis den Ball über die Goal Line. Wenig später erhöht New England nochmals per Field Goal, während Osweiler - mit seinem nächsten absurd ungenauen Wurf - Interception Nummer drei wirft. Das war's, New England zieht nach einem zumindest ungefährdeten Schlussviertel ins Championship-Game ein! 34:16 Patriots.

Der Star des Spiels: Dion Lewis. Ja, der Kick-Off-Fumble früh im Spiel hätte mit Blick auf das gesamte Spiel noch schwerer wiegen können. Davon abgesehen war es aber eine tolle Leistung: Der Kick-Off-Return-Touchdown, ein Rushing-Touchdown (13 ATT, 41 YDS) und ein Receiving-Touchdown (2 REC, 23 YDS)! Dabei war Lewis auch der Leading-Rusher der Hausherren. Ebenfalls stark: Pats-Receiver Chris Hogan, sowie aufseiten der Gäste einmal mehr Mercilus und Clowney.

Der Flop des Spiels: Brock Osweiler. Osweiler hatte erneut schon früh verpasste Chancen: Vor dem Sack beim ersten Drive übersah er einen freien Receiver, beim zweiten Drive brachte er den Ball nicht zum komplett freien Will Fuller - es gab mehrere dieser offenen Underneath-Pässe, bei denen Osweiler den Ball nicht mal ansatzweise zu seinem Receiver brachte. Dazu einmal mehr zu kurze Pässe bei Third Down und Würfe in Coverage, wenn er die Defense offenbar falsch las, sowie haarsträubende Interceptions. In diesem Spiel war etwas drin für Houston. Allerdings nicht mit diesem Quarterback. Ebenfalls schwach: New Englands Interior Offensive Line sowie immer wieder auch Brady.

Das fiel auf:

  • Neben Osweilers offensichtlichen Problemen, unter Druck hatte er so viele Sacks und Interceptions (zusammen gerechnet vier) wie Completions, hatte Houston auch früh Strafen in schlechten Momenten sowie eine schlechte Run-/Pass-Balance (23 Runs, 40 Pässe). Die Offense hatte zu keinem Zeitpunkt einen Rhythmus, Fuller muss den potentiellen TD-Pass spät im dritten Viertel einfach fangen. Folgerichtig gab es aus zwei Picks in der gegnerischen Hälfte nur jeweils Field Goals.
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  • Das allerdings kam alles in allem nicht überraschend - umso überraschender war der Auftritt von Brady: Ungenaue Würfe, mehrfach ging er nicht durch seine Reads, und hätte noch weitere Interceptions haben können. Houstons Front schaffte es, Brady aus dem Rhythmus zu bringen, und der hatte insgesamt ein bemerkenswert schwaches Spiel. Nach zwei Picks in der kompletten Regular Season unterliefen ihm zwei INTs gegen Houston alleine. Als die Texans im zweiten Viertel auf 13:14 verkürzten, hatten die Pats offensiv ganze sechs Plays auf dem Konto - die Texans derer 29!
  • Ein Hauptgrund dafür waren Jadeveon Clowney und Whitney Mercilus. Die beiden Pass-Rusher wurden stark an der Line of Scrimmage herum bewegt, vor allem mit Inside-Rushes gegen die Guards und den Center bereiteten sie der Pats-O-Line und Brady große Probleme. New Englands Quarterback ging dabei mehrfach zu Boden und steckte einige harte Hits ein. Darüber hinaus gelang es den Texans dank ihrer starken Run-Defense, die Hausherren offensiv eindimensional zu machen.
  • Und die Pats? New England hatte sich defensiv klar vorgenommen, Osweiler mit breit besetzter Secondary zu verwirren. Nicht selten betrieben die Patriots ihren Pass-Rush nur mit drei Spielern, gelegentlich mit einem zusätzlichen vierten DB-Rusher oder verspätetem Rusher. Davor aber postierten sie viele Leute an der Line of Scrimmage, so dass die O-Line und Osweiler nicht wussten, wer rusht und wer sich in Coverage fallen lässt.
  • Dion Lewis war gegen die Texans-Linebacker ein klares Mismatch. New England hatte dabei auch gute Play-Designs, etwa mit blockendem Fullback, der sich vor dem Snap in Bewegung setzte, beim Screen.
  • Lewis ist der erste Spieler, dem in einem Playoff-Spiel ein Receiving-Touchdown, ein Rushing-Touchdown und ein Kick-Off-Return-Touchdown gelungen ist. Darüber hinaus war es für die Patriots der erste Kick-Off-Return-TD in den Playoffs überhaupt.
  • Ein Beispiel für die Unterschiede in der Effizienz: Die Texans produzierten aus drei Red-Zone-Trips einen Touchdown, die Patriots aus vier drei TDs.

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