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NBA Playoffs: Rockets brechen völlig ein! Curry und Durant führen Warriors in die Finals

Von Robert Arndt

© getty

Die Golden State Warriors stehen zum vierten Mal in Serie in den NBA Finals. In Spiel 7 bei den Houston Rockets begannen die Dubs fahrlässig und gerieten schnell in Rückstand, doch sie konnten sich auf ihr starkes drittes Viertel und ihr Star-Trio aus Stephen Curry, Kevin Durant und Klay Thompson verlassen. Die Warriors siegten mit 101:92.

Kein Andre Iguodala für die Warriors und vor allem kein Chris Paul für die Rockets in diesem Spiel, doch die Gastgeber gingen dieses Spiel 7 unglaublich aggressiv an. Die Dubs hatten nach 72 Sekunden schon vier Fouls gesammelt, darunter zwei für Klay Thompson, der aber im Spiel bleiben wollte. Es war dennoch ein unglaublich nervöser Beginn, wobei beide Teams nach gut 3 Minuten schon 7 Ballverluste begangen hatten.

Wenig später netzte James Harden seinen Stepback-Dreier und hängte Thompson ein weiteres Foul an. Die Halle war jetzt natürlich da und die Rockets nutzten dies zu acht Zählern am Stück. Houston verpasste es aber, sich weiter abzusetzen, weil sie einige offene Dreier nicht verwerten konnten. So war Harden mit seinen Drives Houstons beste Option und der hatte schnell 14 Punkte. Die Warriors waren dagegen nach einem Viertel noch nicht wirklich angekommen und lagen mit 19:24 zurück.

Steve Kerr war stinksauer, aber es besserte sich wenig. Nun war es Eric Gordon, der die Lücken in der Gäste-Defense offenbarte und die Rockets bauten die Führung mit Harden auf der Bank sogar aus. Golden State konnte mit der Intensität nicht mithalten, während Harden nun fleißig Lobs für Clint Capela schmiss. Mitte des Viertels war der Vorsprung auf 14 Zähler angewachsen (44:30). Vor allem am Brett wüteten P.J. Tucker und Capela wie die Wahnsinnigen und zeigten unfassbaren Willen, der den Dubs in dieser Phase abging. Aber: So schwach die Warriors auch waren, betrug der Rückstand nur 11 Punkte (43:54), weil Thompson und später auch Curry einige Plays machten.

Curry dreht auf - Houstons Dreier fällt nicht mehr

Für Houston galt nun, den zu erwartenden Ansturm der Warriors im dritten Abschnitt zu überstehen. Es half jedoch nicht, dass die Gastgeber die letzten 18 Dreier vergeben hatten, wodurch Golden State nach Triples von Curry und Durant die Partie wieder ausglich und wenig später sogar die Führung übernahm. Houston verlor ein wenig den Fokus und beschwerte sich vor allem bei den Refs, die in dieser Phase jede Menge durchgehen ließen.

Die Rockets hatten aber ganz andere Probleme. Einerseits fielen auch die besten Würfe nicht mehr und dann war Curry nicht mehr zu stoppen. Die Heatcheck-Dreier fielen und so machte der Chefkoch 11 Zähler in Folge und Houston sah wie schon in Spiel 6 die Felle davon schwimmen. Die Warriors führten vor dem Schlussabschnitt mit 76:69.

Harden versuchte nun zu übernehmen, doch der Bärtige hatte durch die kalten Schützen zu wenig Unterstützung, wodurch Golden State die Zone verstopfte. Die Warriors hatten endgültig ihren Rhythmus gefunden, Curry und Durant versenkten einen schweren Dreier nach dem anderen, sodass die Fans in Texas nach wenigen Minuten im Viertel scheinbar die Hoffnung verloren.

Das Team hatte sich aber noch nicht aufgegeben und attackierte wieder energischer den Korb. Gordon hatte den Löwenanteil eines 7:0-Runs, doch Golden State hatte mit einem Thompson-Dreier wieder die richtige Antwort und ließ den Vorsprung nur auf maximal 7 Punkte schrumpfen.

Bei Golden State überragten wie schon so oft in dieser Serie die Big Three um Curry (27 Punkte, 9 Rebounds, 10 Assists), Thompson (19, 8/13 FG) und Durant (34). Für die Rockets erzielte der Backcourt um Harden (32, 12/29 FG) und Gordon (23, 9/22 FG) die meisten Zähler. Unterstützung bekamen die beiden von Capela (20, 9 Rebounds) und Tucker (14, 12 Rebounds), während die Bank der Rockets gerade einmal 3 Zähler lieferte (Warriors: 7).

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Die wichtigsten Statistiken

Houston Rockets vs. Golden State Warriors 92:101, Serie 3:4 (BOXSCORE)

  • Die Rockets spielten in der ersten Halbzeit, als ob es um ihr Leben ginge. Alleine im ersten Viertel hatten sie den Dubs nach 3 Minuten schon 5 Fouls angehangen und Thompson in Foulprobleme gebracht. Allerdings verpassten sie es in der Folge, weiter den Ring zu attackieren. Stattdessen feuerten sie einen Dreier nach dem anderen auf den Korb. Schon zur Pause standen 23 auf dem Konto - allerdings mit mäßigem Erfolg und nur 6 Treffern.
  • Dadurch gab es aber jede Menge lange Rebounds und dort waren die Rockets mit Capela und Tucker immer wieder zur Stelle. 11 Offensiv-Rebounds hatten die Gastgeber schon zum Wechsel gesammelt und somit 38 Prozent aller eigenen Abpraller geschnappt. Gerade Tucker düpierte Durant immer wieder, was Draymond Green auf die Palme brachte und KD einen gewaltigen Einlauf in einer Auszeit einbrachte.
  • Doch auch Green erwischte nicht den besten Abend. Die Rockets setzten den Warriors-Forward massiv unter Druck, sodass dieser in der ersten Halbzeit 4 der 10 Dubs-Turnover (10 Rockets-Steals!) zu verantworten hatte. Durch die Spacing-Probleme von Golden State kamen immer wieder Traps, die zu zahlreichen Deflections führten. Ebenfalls bemerkenswert: Durant und Thompson, die in den Playoffs über 90 Prozent von der Linie trafen, ließen gleich fünf Freebies liegen.
  • Und dann kam eben wieder das dritte Viertel. In der Serie waren die Dubs +50 in diesen zwölf Minuten und bauten diese Statistik weiter aus. Mit 33:15 ging der Abschnitt an den Champion, der einerseits Glück hatte, dass Houston aus der Distanz alle 14 Würfe vergab, auf der anderen Seite aber Curry immer wieder geschickt einsetzte, sodass dieser alleine 14 Punkte verbuchte.
  • So stellten die Rockets einen traurigen Playoff-Rekord auf. Sie verfehlten 27 (!) Dreier in Folge, erst Tucker erlöste die Gastgeber knapp sieben Minuten vor dem Ende, da war es beinahe schon zu spät.
  • Ganz anders natürlich Golden State. Sie haben nur wenige gute Schützen, aber die, die sie haben, gehören eben zur Creme de la Creme. Das Trio Curry, Thompson und Durant war für 15 verwandelte Triples bei gerade einmal 33 Versuchen verantwortlich. Treffen sie so, sind die Warriors kaum zu schlagen, vor allem dann nicht, wenn sie dazu 23 Punkte in Transition (Houston: 6) erzielen.

Houston Rockets vs. Golden State Warriors: Die Stimmen zum Spiel

Mike D'Antoni (Head Coach Rockets): "Wir waren dieses Jahr nah dran und wir werden es im nächsten Jahr wieder versuchen. Wir werden weiter an die Tür klopfen bis sie sich öffnet."

Steve Kerr (Head Coach Warriors): "Steph gibt uns die Energie, während Kevin uns sein beständiges Scoring bringt. Aber wenn dann Steph und Klay von draußen heiß laufen, dann sind wir nicht zu stoppen."

Der Star des Spiels: Stephen Curry

Manchmal ist es einfach nur unfair gegen Curry zu spielen. Golden State ließ im dritten Viertel seinen Star vermehr in die Ecke laufen und von dort ist er eben tödlich wie kein anderer Spieler. Wenn dann auch noch die Heat Checks sitzen, wird es für jeden Gegner bitter. In Halbzeit eins zeigte Curry dagegen eher seine Fähigkeiten als Playmaker und war ein wichtiger Faktor, dass der Rückstand in den ersten 24 Minuten nicht zu groß wurde.

Der Flop des Spiels: Trevor Ariza

Der Wurf wollte einfach nicht fallen. 0/12 aus dem Feld (0/9 Dreier) war einer der Killer für die Rockets in diesem Spiel. Dabei war der Großteil seiner Würfe sehr frei, doch es war einfach nicht sein Abend. So fiel seine teils überragende Defense gegen Green und Durant fast komplett unter den Tisch. Ebenfalls schwach: Harden, der im vierten Viertel zwischenzeitlich völlig abtauchte.

Coaching Move des Spiels

Es war sehr mutig, was Rockets-Coach Mike D'Antoni bereits im ersten Viertel versuchte. Ryan Anderson und wenig später auch Joe Johnson sahen Minuten im ersten Viertel, wodurch Houston zusammen mit Gerald Green auf dem Feld defensiv unglaublich verwundbar war. Es funktionierte dennoch anständig, weil Golden State ohne Thompson viel zu wenig Shooting hatte und die Rockets immer wieder Hilfe schicken konnte. Ein weiterer Nebeneffekt: Die Starter bekamen durch die etwas größere Rotation mehr Pausen. Aber: Nach der Pause hatten die Dubs verstanden, wie sie Anderson attackieren müssen und Curry bestrafte dies im Eins-gegen-Eins konsequent. Danach war die Lawine für die Rockets nicht mehr zu stoppen.

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