Tennis

tennisnet-Spieler des Jahres - Kandidat vier: Novak Djokovic

Von Florian Goosmann

© getty

Die tennisnet-Redaktion macht sich auch über die Spieler des Jahres auf der ATP-Tour Gedanken. Natürlich im Rennen: Novak Djokovic!

Das Jahr des Novak Djokovic, man muss es definitiv aufteilen. Bis in den April hinein lag die Bilanz des Djokers bei sechs Siegen und fünf Niederlagen; unter letzteren befanden sich die katastrophalen Auftritte in Indian Wells (Niederlage gegen Qualifikant Taro Daniel) und Miami (Niederlagen gegen Benoit Paire). Ob Djokovic jemals würde den Schalter umlegen können... es gab einige Szenebeobachter, die arg daran zweifelten.

Dabei hatte der Comeback-Versuch eigentlich gut begonnen: drei souveräne Siege in Melbourne, dann das Aus gegen Hyeon Chung. Im Anschluss ließ sich der Serbe am Arm operieren, nachdem er 2017 vergeblich versucht hatte, mit konservativer Behandlung und einer veränderten Aufschlagbewegung die Schmerzen in den Griff zu bekommen.

Djokovics Problem im Anschluss: Er war nicht fit, ging die langen Rallyes nicht mit und zu schnell auf den Punkt. Alles änderte sich mit einer Entscheidung: Er feuerte sein "neues" Team um Radek Stepanek und Andre Agassi und holte das alte Erfolgsgespann um Coach Marian Vajda und Fitnesstrainer Gebhard Gritsch zurück. Auch "Liebe und Frieden"-Guru Pepe Imaz musste - angeblich auf Wunsch von Vajda - gehen.

Was spricht für Novak Djokovic?

Djokovic zeigte bereits auf Sand erste Comeback-Glanzlichter: Im Viertelfinale von Rom lieferte er Rafael Nadal in Durchgang eins große Gegenwehr, in Paris verlor er zwar überraschend sein Viertelfinale gegen Marco Cecchinato, tat das aber im besten Tiebreak des Jahres in Durchgang vier. Was gewesen wäre, wenn... man kann nur spekulieren.

Djokovic saß dennoch frustriert in der Pressekonferenz. "Ich kann euch keine Antworten liefern. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin sprachlos", sagte er. "Diese Niederlage ist besonders bitter, weil ich mich monatelang vorbereitet habe." Ob er ein Vorbereitungsturnier auf Rasen spiele? "Ich weiß nicht, ob ich überhaupt auf Rasen spiele."

Aber er besann sich. Zwei, drei Tage nach Paris sei der Anruf gekommen, verriet Vajda in eiem Gespräch am Rande des ATP Finals in London. "Marian, ich habe mich entschieden zu spielen. Lass es uns versuchen."

Das Schwierigste, so Vajda, sei für Djokovic der Vergleich mit dem Spieler gewesen, der er mal war. "Ich musste diese Gedanken stoppen. Das war meine größte Challenge. Schon am ersten Tag fragte er mich: ‚Marian, wie lange brauche ich, um wieder dorthin zu kommen?' Ich sagte: ‚Was erwartest du für eine Antwort? Ich bin gerade erst wieder gekommen. Ich bin doch kein Zauberer. Es ist ein Prozess.' Dass es dann so schnell gehen würde, hätte ich nie gedacht."

Djokovic zeigte sich bereits in Queen's stark, verlor trotz Chancen zum Sieg das Finale gegen Marin Cilic. In Wimbledon folgte das legendäre Halbfinale gegen Rafael Nadal, das er mit 10:8 in Satz fünf für sich entschied. "Dieser Sieg gab Novak sehr viel Glauben. Da verlor er seine Angst vor dem Verlieren wieder", so Vajda.

Die Bilanz seit Wimbledon: 35 Siege - nur 3 Niederlagen. In der Weltrangliste gelang ihm der Sprung von Platz 22 (im Juni) auf die 1 (im Oktober).

Was spricht gegen Novak Djokovic?

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