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NFL Playoff Recap: San Francisco 49ers vs. Dallas Cowboys 19:12 - Niners nach Abwehrschlacht wieder im Championship Game

Von Marcus Blumberg

Die San Francisco 49ers haben sich in einer engen Abwehrschlacht 19:12 gegen die Dallas Cowboys durchgesetzt und stehen damit wie im Vorjahr im NFC Championship Game. Die Cowboys wiederum leisteten sich letztlich einfach zu viele Fehler auf allen Ebenen.

49ers vs. Cowboys: Auf einen Blick

  • Ein später Touchdown von Christian McCaffrey war am Ende der Unterschied in einem stets engen Spiel, das von den Abwehrreihen bestimmt wurde.

  • Dak Prescott erwischte keinen guten Tag, warf zwei Interceptions und konnte von Glück reden, dass es nicht noch mehr geworden sind. Seine Pässe waren zu häufig unpräzise und teilweise einfach wild.

  • Zu allem Überfluss muss sich Head Coach Mike McCarthy erneut Fragen zu seinem Decision-Making und Clock-Management gefallen lassen. Beides hatte großen Anteil am erneuten frühen Ausscheiden der Cowboys in diesem Jahr.

49ers vs. Cowboys: Die Analyse

Zwei der besten Defenses in dieser Saison trafen in der Bay Area aufeinander und dementsprechend begann die Partie auch nicht sonderlich explosiv. Drei der ersten vier Drives endeten mit Punts, wobei sich Niners-Rookie-QB Brock Purdy bei Wide Receiver Brandon Aiyuk gewissermaßen für einen Pass Breakup bedanken durfte - ansonsten wäre dessen erster Deep Shot beim Gegner gelandet.

Im Gegenzug warf Dak Prescott eine Interception zu Deommodore Lenoir nahe der Seitenlinie. Darauf folgte ein 26-Yard-Field-Goal von Robbie Gould.

Die Antwort der Cowboys jedoch war beeindruckend: Prescott legte einen 14-Play-Drive hin und fand schließlich Tight End Dalton Schultz für einen 4-Yard-Touchdown zur ersten Dallas-Führung. Anschließend allerdings wurde der Extrapunkt von Brett Maher geblockt - der Ball wäre aber ohnehin deutlich links vorbei gegangen.

Anschließend ging es weiter heiß her. Die Niners kamen durch ein 47-Yard-Field-Goal zum Ausgleich und nachdem Running Back Tony Pollard mit einer Knöchelverletzung raus musste und nicht zurückkam, warf Prescott noch einen Red-Zone-Pick - der Ball prallte von Jimmie Ward ab und landete bei Linebacker Fred Warner. In der Folge hatten die Niners bis zur Pause noch rund 50 Sekunden, verschwendeten diese aber aufgrund von merkwürdigem Clock-Management von 49ers-Coach Kyle Shanahan fast vollständig. Am Ende gelang Gould aber noch ein 50-Yard-Field-Goal mit auslaufender Uhr zur 9:6-Pausenführung.

49ers vs. Cowboys: Anpassung führt zur Wende für Niners

Die Niners stoppten die Cowboys zügig nach dem Break und zwangen sie zum Punt. Returner Ray-Ray McCloud leistete sich jedoch einen Muff und gab den Gästen den Ball in der Red Zone direkt zurück. Die Cowboys nutzten das Geschenk und Maher traf aus 25 Yards zum Field Goal. Ausgleich Mitte des dritten Viertels!

Nach einem weiteren Defensiv-Stopp der Cowboys marschierten diese erneut in die gegnerische Hälfte und wurden an der 40 bei 4th&5 gestoppt. Anstatt den Versuch auszuspielen, entschied Cowboys-Coach Mike McCarthy jedoch nach einer absichtlichen Delay-Strafe zu punten. Die Niners übernahmen an der 9 und nahmen anschließend eine wichtige Änderung vor.

Sie fingen nämlich endlich an, die Mitte des Feldes zu attackieren und hatten damit Erfolg. Ein Zirkus-Catch von George Kittle nach mehrfachem Nachfassen gab der Offense Schwung, Christian McCaffrey vollendete schließlich mit einem 2-Yard-Touchdown zur 16:9-Führung Anfang des vierten Viertels.

Ein 44-Yard-Kickoff-Return von KaVontae Turpin brachte die Cowboys jedoch direkt wieder in Position. Mehr als ein weiteres Field Goal sprang jedoch aus dem folgenden Drive nicht heraus.

Die Niners nahmen im Anschluss daran fast 8 Minuten von der Uhr, begnügten sich jedoch letztlich auch mit einem weiteren Gould-Field-Goal zum 19:12 mit etwas mehr als drei Minuten zu spielen.

Es folgte ein kurzer Auftritt der Cowboys-Offense mit ein paar wilden Würfen von Prescott, beinahe einer weiteren Interception und einem Sack. Anschließend verschwendeten die Cowboys noch wertvolle 30 Sekunden, ehe sie bei 4th&10 vor der Two-Minute Warning erneut punteten, was einmal mehr keine gute Entscheidung von McCarthy war.

Die Niners allerdings stellten sich anschließlich nur bedingt schlauer an und nahmen immerhin weitere Zeit von der Uhr, ließen Dallas aber am Leben, weil Elijah Mitchell nach einem neuen 1st Down freiwillig ins Aus lief und damit die Uhr für die Gäste anhielt. In der Folge war dann Schultz mit zwei unglaublichen Fehlern im Fokus. Erst ging er nach einer Completion rückwärts ins Aus, wodurch die Uhr weiterlief, anschließend stieg er bei einem weiteren Catch zu schnell ins Aus, also ehe er den zweiten Fuß im Feld hatte - incomplete! Das finale Play war dann eine exotische Formation, die zu einer kurzen Completion und Tackle direkt im Anschluss führte. Das Spiel war dann vorbei.

Die Niners stehen damit wie schon im Vorjahr im NFC Championship Game.

NFL Divisional Playoffs: San Francisco 49ers (13-4) - Dallas Cowboys (12-5)

Ergebnis: 19:12 (3:0, 6:6, 0:3, 10:3) BOXSCORE

49ers vs. Cowboys - die wichtigsten Statistiken

  • Dalton Schultz' Touchdown war sein dritter TD-Catch in dieser Postseason. Damit zieht er mit vier früheren Cowboys (u.a. Michael Irvin 1995) für die meisten in einer Postseason gleich.

  • Maher hat nun in zwei Playoff-Spielen 5 Extrapunkte vergeben. Das sind die zweitmeisten insgesamt in der Geschichte der Playoffs. Nur Roy Gerela vergab mehr in 15 Spielen in den 70ern.

  • Lamb ist der erste Cowboys-Spieler mit mindestens 10 Receptions und mindestens 100 Receiving Yards in einem Playoffspiel seit Irvin 1994 - damals gelang dies dem Hall-of-Famer im NFC Championship Game gegen die 49ers.
  • Die Cowboys haben nun ihr sechstes Divisional-Round-Spiel in Serie seit 2000 verloren. Das ist die längste Pleitenserie in dieser Runde seit 1970. Die Cowboys standen zuletzt vor 27 Jahren in einem NFC Championship Game.

Der Star des Spiels: Fred Warner (Linebacker, 49ers)

Unterm Strich wurde dieses Spiel von den Defenses geprägt. Der auffälligste Verteidiger der Niners war Warner, der sein Team mit 9 Tackles, 2 Stuffs und einer Interception anführte. Zudem hatte er einen wichtigen Pass Breakup in Coverage gegen Lamb. Er ging voran in einer bärenstarken Defense.

Der Flop des Spiels: Dak Prescott (Quarterback, Cowboys)

Prescott hatte keinen allzu guten Tag. Nicht nur stand er häufig auch deshalb unter Druck, weil er den Ball zu lange hielt, er war auch generell nicht allzu präzise mit seinen Würfen. Er verfehlte unter anderem Michael Gallup mehrfach mit teils offenen Würfen. Und er hatte noch Glück, dass er nur zwei Interceptions warf - mit etwas Pech wären es womöglich sogar vier geworden. Diese Leistung war ein Rückschritt.

Analyse: 49ers vs, Cowboys - die Taktiktafel

  • Der Fokus der Cowboys-Defense lag darauf, McCaffrey zu stoppen. Dafür stellten sie häufig mehr als sieben Verteidiger in die Box und hatten damit durchaus Erfolg. Erst spät im Spiel gelang es ihnen, mit Motion und Shifts McCaffrey via Scheme in gute Positionen fürs Passspiel zu bekommen. Das Run Game wiederum lief dann häufiger über Mitchell, der klassisch durch die Mitte ging.

  • Die Niners kamen ihnen aber auch entgegen mit eher konservativen Play-Calls und mehr Run Game als zuletzt früh im Spiel. Dazu gehörte natürlich auch der gelegentliche Carry von Samuel.

  • Die 49ers attackierten durch die Luft meist outside, was selten zum Erfolg führte. Die Mitte des Feldes hingegen vernachlässigte man auffällig lange. Erst gegen Ende des dritten Viertels wurde dies besser.

  • Die Cowboys verzichteten größtenteils auf Blitzes und verließen sich auf ihre Front-4 im Pass Rush. So war eine enge Coverage stets gewährleistet. Zudem legte man wert darauf, Purdy lieber links als rechts aus der Pocket zu treiben, da er mit Rollouts nach links weniger präzise ist als auf der anderen Seite.

  • Bemerkenswert war, wie die 49ers-Defense teilweise auf CeeDee Lamb reagierte. Das Highlight war sicherlich der Pass Breakup tief über die Mitte von Linebacker Fred Warner im Slot im dritten Viertel in der Cover-2-Formation. Linebacker sollten eigentlich nicht in der Lage sein, mit Lamb mitzugehen.

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