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NFL Playoff Recap: Buffalo Bills vs. Cincinnati Bengals 10:27 - AFC-Rematch perfekt - Burrow und Defense trotzen dem Schnee in Buffalo

Von Marcus Blumberg

Die Cincinnati Bengals stehen nach einem überzeugenden 27:10-Erfolg über die Buffalo Bills wie schon im Vorjahr im AFC Championship Game. Dabei hielt sie nicht mal das Schneegestöber in Orchard Park auf. Besonders die Defense der Gäste war dabei kaum zu überwinden.

Bills vs. Bengals: Auf einen Blick

  • Die Bengals kehren ins AFC Championship Game zurück, das wie im Vorjahr in Kansas City - und nicht auf neutralem Boden - ausgetragen wird.

  • Während Joe Burrow und Co. den Ball trotz Schneegestöber nach Belieben bewegten, hatten die Hausherren deutlich mehr Probleme und bissen sich vor allem an der starken Front der Bengals die Zähne aus.

  • Für einen besonderen Moment sorgte die Verkündung im Stadion, dass Damar Hamlin rund drei Wochen nach seinem Kollaps in Cincinnati wieder im Stadion war und von einem begeisterten Publikum willkommen geheißen wurde.

Bills vs. Bengals: Die Analyse

Ähnlich wie beim letzten Aufeinandertreffen beider Teams vor knapp drei Wochen, erwischten die Bengals einen hervorragenden Start. Schon mit dem ersten Drive gingen sie in Führung - Joe Burrow war 4/4 und fand Ja'Marr Chase für einen 28-Yard-Touchdown gegen den ersten Blitz der Bills im Spiel - Nickelback Taron Johnson war der Blitzer und Linebacker Tremaine Edmunds hatte naturgemäß keine Chance gegen den Star-Receiver.

Die Bengals erhöhten wenig später auf 14:0 durch einen 15-Yard-Touchdown-Pass auf Tight End Hayden Hurst, der aus dem Slot unbedrängt eine Corner-Route lief, nachdem Burrow einen Screen zu Chase auf derselben Seite glaubhaft angetäuscht hatte.

Und die Bills? Die hatten im ersten Viertel kein einziges 1st Down. Erst im zweiten Viertel wurden sie allmählich besser und Josh Allen brachte sie per QB-Sneak aufs Scoreboard. Bis zur Pause gelang den Bengals noch ein Field Goal, nachdem per Videobeweis ein vermutlich regulärer Touchdown von Chase aberkannt wurde, weil er womöglich "den Boden nicht überlebt" hatte. Es war eine strittige Entscheidung, die die Bills vor Schlimmerem bewahrte. Gleiches galt, als Burrow mit auslaufender Uhr einen Hail Mary verfehlte.

Nach dem Break verkündeten die Bills den Ausfall von Safety Dean Marlowe - der Ersatzmann von Damar Hamlin, der im Übrigen erstmals seit seinem Zusammenbruch vor drei Wochen wieder im Stadion war und unter tosendem Jubel begrüßt wurde. Für Marlowe übernahm Jaquan Johnson.

© getty
Joe Burrow führte die Bengals zum zweiten Mal nacheinander ins AFC Championship Game.

Bills vs. Bengals: Frühes Ende für Hoffnungen Buffalos

Auf dem Feld marschierten die Bills dank ein paar sehenswerter Rettungsaktionen von Allen in die Red Zone, wurden jedoch bei einem kurzen Field Goal von Tyler Bass gehalten.

Im Gegenzug marschierten die Bengals einmal mehr beeindruckend übers Feld, Burrow verwertete ein paar lange 3rd Downs und nach mehreren Penalties an der Goal Line gegen die Bills fand Joe Mixon - nach Review - den Weg in die Endzone zum Touchdown. 24:10 Bengals am Ende des dritten Viertels.

Die Gäste bekamen den Ball jedoch kurz darauf schon zurück, nachdem Gabe Davis einen sehenswerten Deep Shot von Allen fallen gelassen hatte und Head Coach Sean McDermott bei 4th and 2 auf Punt entschied, was auch nicht die analytisch betrachtet weiseste Entscheidung war.

Im Gegenzug ging es für Cincy auch durch eine Defensive Pass interference - die zweite für Tre'Davious White - erneut in die Red Zone. Bei besagtem Play prallten White und Safety Jordan Poyer mit den Helmen zusammen und beide mussten anschließend raus und auf Kopfverletzungen gecheckt werden. Mehr als ein Field Goal gelang den Bengals danach aber nicht. 27:10 mit etwas mehr als elf Minuten zu spielen.

Die Bills zeigten noch ein letztes Aufbäumen, wurden jedoch letztlich bei einem vierten Versuch in der Red Zone gestoppt, was ihre Hoffnungen auf ein Comeback im Grunde beendete. Der Schlusspunkt war dann eine Interception von Rookie Cam Taylor-Britt gegen Allen.

Die Bengals stehen damit wie schon im Vorjahr im AFC Championship Game, das am kommenden Sonntag erneut in Kansas City stattfinden wird.

NFL Divisional Playoffs: Buffalo Bills (13-3) - Cincinnati Bengals (12-4)

Ergebnis: 10:27 (0:14, 7:3, 3:7, 0:3) BOXSCORE

Bills vs. Bengals - die wichtigsten Statistiken

  • Im ersten Drive des Spiels überholte Chase Randy Moss (463) für die zweitmeisten Receiving Yards in den Playoffs in den ersten zwei Saisons eines Spielers (513). Nur Charlie Brown (Washington) hatte 1982 und 1983 mehr (643).

  • Burrow wiederum übertraf die 1500-Passing-Yard-Marke in der ersten Hälfte und ist damit der vierte Spieler überhaupt mit mindestens so vielen Passing Yards in seinen ersten drei Saisons in den Playoffs. Seine Vorgänger waren Andrew Luck, Russell Wilson und Dan Marino.

  • Darüber hinaus ist Chase nun neben Moss der einzige Spieler mit mindestens 3000 Receiving Yards und mindestens 25 Touchdown-Receptions in seinen ersten zwei Saisons in der NFL.
  • Burrow gesellte sich zu Russell Wilson (6) und Ben Roethlisberger (5) als einzige Quarterbacks mit 5 Playoff-Siegen in ihren ersten drei Spielzeiten in der NFL.

Der Star des Spiels: Defensive Front (Bengals)

Joe Burrow und seine Offense spielten ein richtig gutes Spiel, doch das durfte man erwarten. Was die Defensive Front der Bengals ablieferte, war jedoch umso beeindruckender. Sie setzte Josh Allen permanent unter Druck (40 Prozent Pressure Rate) und störte seinen Rhythmus. Zudem stoppte sie den Run der Hausherren, was das Team eindimensional machte. Football wird meistens an der Line entschieden und so war es auch dieses Mal.

Der Flop des Spiels: Defensive Front (Bills)

Die Secondary machte auch keinen guten Job, doch insgesamt muss man die Defensive Line und die Linebacker mehr kritisieren, denn sie waren einigermaßen fit und vollständig vorhanden und haben es gegen die verletzungsbedingt arg gebeutelte Offensive Line der Bengals kaum geschafft, zu Burrow durchzudringen. Zudem hatten sie große Probleme damit, das Run Game zu stoppen. Mixon allein hatte diverse Chunk Plays und auch Samaje Perine wurde bei seinen wenigen Touches selten gut getackelt.

Analyse: Bills vs, Bengals - die Taktiktafel

  • Die Bengals variierten ihre Formationen und Personnel-Pakete sehr gut von Beginn an. Sie setzten viel auf Pre-Snap-Motion, Shifts und mischten Runs und Passes bis zur Unberechenbarkeit.

  • Ihre beste Schachfigur war schon früh wenig überraschend Chase, der neben seiner Standard-Rolle als X auch im Slot und selbst im Backfield zu finden war. Vor seinem Touchdown ging er per Motion aus dem Backfield in den Slot, vor Hursts Touchdown war er der Decoy outside, als Burrow erst einen Screen andeutete und dann zu Hurst warf.

  • Die Bills kamen nur schwer in Tritt. Sie behinderten sich in den ersten zwei erfolglosen Drives durch Runs bei early Down auch selbst. Erst im zweiten Viertel ging es für sie wirklich vorwärts. Sie erhöhten das Tempo, stellten überwiegend auf Spread-Formationen und einige Empty-Sets um, um den Pass Rush der Bengals zu behindern - bis dahin blitzten sie sehr häufig, gegen dann vier bis fünf Receiver wurden sie zurückhaltender.

  • Insgesamt begannen beide Teams defensiv mit 2-High-Konzepten und Zone. Sie stellten aber wohl ziemlich schnell fest, dass Zone aufgrund der Witterung und des dadurch rutschigen Bodens schwieriger zu spielen war als sonst, sodass mehr auf Man umgestellt wurde, um seltener ruckartig auf Richtungswechsel reagieren zu müssen.

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