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NFL

Big Board: Die besten Spieler im Draft 2022 - Part 2

Von Adrian Franke

Der Draft steht vor der Tür! SPOX bereitet euch vor auf die ersten beiden Draft-Tage - mit dem Top-80-Big-Board, aufgeteilt auf zwei Teile.
 

Disclaimer: Das ist Teil 2 des großen SPOX Draft Guides für den 2022er NFL Draft, der die Plätze 80 bis 61 abdeckt. Die anschließende Top 60 mit allen Profilen und Grades gibt es hier im Hauptteil!

NFL Draft Big Board: Die Plätze 80 bis 71

80. Luke Fortner, C, Kentucky (C #2)

Fortner hat 2019 und 2020 Left Guard und Right Guard für Kentucky gespielt, in der vergangenen Saison war er dann der klare Starting-Center bei den Wildcats. Könnte vermutlich auch alle Interior-Positionen in der NFL besetzen, Center sollte aber seine Paraderolle sein. Wurde ein wenig zu häufig durch Power geschlagen, aber er ist agil, er kann sich bewegen, er ist vor allem ein guter Zone-Blocker - Fortner arbeitet mühelos auf das zweite Defense-Level - und hat in Pass-Protection wenig zugelassen. Relativ schmal auf der Position, aber solange seine Leverage passt, ist das kein Problem für ihn, weil er sich immer wieder neu ausrichten kann. Die athletischen Tests in puncto Explosivität waren etwas enttäuschend.

Es gibt generell einige interessante Center-Prospects für etwa diesen Bereich des Drafts. Cam Jurgens von Nebraska spielt noch ziemlich wild, aber athletisch ist er ein Ausnahmetalent und muss sich in der Hinsicht nicht vor Tyler Linderbaum verstecken. Dohnovan West von Arizona State könnte ebenfalls in dieser Range gehen. Fortner ist der flexibelste Spielertyp aus der Gruppe, der in seiner Entwicklung zudem am weitesten ist - was aber angesichts seines Alters von fast 24 Jahren auch erwartbar ist.

Grade: 3.-4. Runde

79. Troy Andersen, LB, Montana State (LB #9)

Ein hochspannendes Projekt. Andersen hat in der High School zunächst Wide Receiver und Safety, dann Quarterback gespielt - und das auch zunächst bei Montana State, wo er noch 2019 als Running Back und Linebacker eingesetzt wurde. 2021 war seine erste volle Saison auf Linebacker, in welcher er prompt 147 Tackles (14 Tackles for Loss) und zwei Picks auf Linebacker sammelte, was ihm die Auszeichnung zum Big Sky Defensive Player of the Year einbrachte. Andersen verfügt über eine exzellente Größe, bewegt sich aber dafür sehr gut. Kein Linebacker hat bei der Combine besser getestet.

Stark in Coverage. Seine Reichweite auf dem Platz ist deutlich sichtbar, aber Andersen ist ein Spieler, mit dem man geduldig sein muss. Der Sprung von Montana State in die NFL wird enorm sein, gerade für einen Linebacker, der sehr viel sehr schnell lesen muss, und Andersen ist zusätzlich einfach noch nicht lange auf der Position. Das sieht man insbesondere dann, wenn er sich von Blockern lösen muss, und teilweise sogar auch in der Art und Weise, wie er selbst tackelt, sowie natürlich auch noch in der Konstanz seiner Reads. Die Top-Athletik ist unbestreitbar, genau wie die rasante Entwicklung, die Andersen schon jetzt hingelegt hat. Dennoch ist er ein athletisches Projekt.

Grade: 3.-4. Runde

78. Jamaree Salyer, OG, Georgia (OG #5)

Salyer hat in Georgias Line diverse Rollen ausgefüllt: Spielte primär Left Tackle, aber auch aushilfsweise Left Guard, Right Guard, Right Tackle, sowie 2019 sogar ein paar Snaps auf Center. Bringt eine tolle Power mit, die in der NFL aber ganz klar auf den engeren Raum der Interior Line fokussiert werden sollte. Salyer ist kein Spieler, der sich sonderlich gut bewegt, und das ist vielleicht noch etwas freundlich ausgedrückt. Innen könnte er auch als Run-Blocker noch besser funktionieren, als Pass-Blocker war er sehr verlässlich bei Georgia.

Grade: 3.-4. Runde

77. Dylan Parham, OG/C, Memphis (OG #4)

Parham hat für Memphis 2019 auf Left Guard, 2020 auf Right Tackle und in der vergangenen Saison auf Right Guard gestartet, mit je über 840 Snaps - und nicht wenige Experten sehen seine beste Rolle in der NFL auch aufgrund der eher geringen Größe auf Center. Das unterstreicht seine Flexibilität in der Hinsicht, und die kommt nicht zuletzt von seiner Athletik. Parham bringt eine ungewöhnliche Explosivität mit, er ist agil, er kann sich ohne Frage im Raum bewegen und ist sehr agil für einen Interior Lineman, selbst nachdem er für die Combine einiges an Masse draufgepackt hatte.

Dennoch kommt diese Agilität auf Kosten der Power, und das wird Parham nicht für jedes Scheme in diesem Bereich des Drafts interessant machen; insbesondere Power-Blocking-lastige-Offenses dürften eher auf einen Spieler wie Jamaree Salyer oder Darian Kinnard gegen Ende des zweiten Tages schauen. Parham wird manchmal physisch klar geschlagen und einen konstanten Anker sollte man nicht unbedingt erwarten. Als Center in einer Zone-Blocking-Offense, die ihren Center auch mal bei Screens kreativ im Raum einsetzt, da sehe ich Parham in der NFL am ehesten.

Grade: 3.-4. Runde

76. Tariq Woolen, CB, UTSA (CB #9)

Der Freak-Athlet dieser Cornerback-Klasse. Bei einer Größe von 6'4" und entsprechender Wingspan, die einen auf Tape direkt anspringt, lief Woolen die 40 Yards in absurden 4,26 Sekunden, mit herausragenden Splits und ähnlich spektakulären Zahlen im Hoch- und Weitsprung. Auch seine gemessene Geschwindigkeit beim Senior Bowl war ein Rekord. Woolen bewegt sich für eine Art und Weise, wie sich ein Spieler seiner Größe nicht bewegen sollte, und das in einer extremen Ausprägung, dass er alleine damit einen Platz am zweiten Draft-Tag vermutlich sicher hat - allein für das, was er mal werden könnte.

Aber das ist eben auch ein entscheidender Teil seines Profils: Er ist eine athletische Projection. Woolen hat ursprünglich Wide Receiver gespielt, wurde dann auf Cornerback umgeschult und ist noch roh. Reagiert in erster Linie noch, eher als dass er antizipieren würde. Tackling ist inkonstant, liest häufig noch alles zu langsam, und dann hat er - naturgemäß, angesichts der Größe - nicht die Top-Agilität, um schnell in ein Play zurück zu arbeiten. Woolen hat enorme Upside mit seiner Athletik und auch echte Reichweite am Catch Point, sowie einige explosive Snaps als Edge-Blitzer und die Fähigkeit, bei vertikalen Routes immer zurück ins Play zu kommen. Aber er ist kein Day-1-Starter in der NFL.

Grade: 3.-4. Runde

75. Kerby Joseph, S, Illinois (S #7)

Ein Deep Single High Safety, der auch in erster Linie spielen wird in der NFL. Ideal für eine Defense, die noch viel Cover 1/Cover 3 spielt, aber er kann auch in/aus Split-Safety-Coverage rotieren mit seiner Agilität; hatte fünf (!) Interceptions letztes Jahr, sehr lang was die Wingspan angeht, gute Agilität, super Reichweite dadurch, weil er sich einfach wahnsinnig gut bewegt. Joseph ist kein Safety, der regelmäßig in Box-Nähe agieren sollte, aber er könnte einer der besseren Single-High-Safeties dieser Klasse werden.

Grade: 3.-4. Runde

74. Leo Chenal, LB, Wisconsin (LB #8)

Wer eine neue Version von Dont'a Hightower sucht, der wird bei Chenal fündig. Ein absolutes Monster als Blitzer, wenn er mit Tempo Richtung Line of Scrimmage arbeitet, und seine Physis überträgt sich auch auf seine Run-Defense. In der Hinsicht ist er ein Oldschool-Linebacker, ein klassischer Thumper im Zentrum. Aber die Bezeichnung "Oldschool Linebacker" trifft auch im negativen Sinne zu: Er ist, gerade im Gegensatz zu Linebackern in dieser Klasse wie Dean, wie Lloyd, wie Asamoah, kein Space-Spieler.

Keiner, der in Coverage eine größere Rolle übernehmen wird - oder zumindest: sollte -, und generell keiner, der viel im Raum arbeitet. Auch wenn er athletisch hier teilweise überraschend getestet hat, auf Tape habe ich das schlicht nicht gesehen. Chenal ist limitiert in seiner Rolle, aber in dieser Rolle, als physischer Blitzer und Run-Defender, und im entsprechend richtigen Defense-Fit wird er einen - im wahrsten Sinne des Wortes - spürbaren Impact haben.

Grade: 3.-4. Runde

73. Perrion Winfrey, DT, Oklahoma (DT #6)

Winfrey muss in eine Defense, in der er als One-Gapper Jagd auf den Quarterback machen darf. Was die Run-Defense angeht ist er ein absolutes Projekt, da gibt es wenig zu beschönigen. Hier muss er noch lernen, einen stabileren Anker zu setzen, und vermutlich auch mit mehr Übersicht agieren. Nimmt zu häufig den Kopf runter, statt mit den Händen zu arbeiten. Wird da regelmäßig auch einfach von Guards dominiert oder navigiert sich selbst aus dem Play.

Wenn er gegen den Run ein Play macht, dann, indem er direkt ins Backfield schießt und das Run Play "zufällig" in seine Richtung kommt, oder weil er mit seiner Agilität reagieren kann. Baut in der "zweiten Phase" eines Plays häufig keine Power mehr auf, ist da abhängig von der Explosivität. Generell: Er muss mit dem ersten Impact gewinnen.

Aber der Get-Off ist eindrucksvoll, die Explosivität ist teilweise nicht zu blocken. Die athletischen Tools sollten ihm einen Platz an Tag 2 des Drafts bescheren - auch wenn er zunächst vermutlich eher Pass-Rush-Spezialist als sonst irgendetwas ist. Wer Devonte Wyatt gerne hätte, und in Runde 1 nicht an den Georgia-Star ran kommt, könnte in Winfrey Ende der dritten Runde zumindest was die Interior-Pass-Rush-Qualitäten angeht eine Budget-Variante finden.

Grade: 3.-4. Runde

72. Darian Kinnard, OG, Kentucky (OG #3)

Kentuckys Starting-Right-Tackle über die letzten drei Jahre hat seine College-Karriere mit All-American- und All-SEC-Ehren abgeschlossen. Und das liegt insbesondere an seiner puren physischen Dominanz als Run-Blocker: Einer der eindrucksvollsten Run-Blocker im College-Football über die letzten Jahre, wenige Spieler haben in den Blocking-Grades von PFF besser abgeschnitten. Es ist eindrucksvoll, Kinnard dabei zuzuschauen, wie er Defensive Linemen auf den Hosenboden setzen kann.

Kann aus dem Stance raus explodieren und direkt Linebacker mehrere Yards nach hinten schieben, wenn er die Hände an Edge-Rusher bekommt, ist das Play für denjenigen meist schnell vorbei. Pass-Rusher, die versuchen, außen eng um ihn herum zu kommen, landen oft auf dem Boden. Womöglich sieht ein Team ihn auch als Tackle, mir verliert er da zu häufig die Übersicht - und letztlich den Zugriff - in Pass-Protection. Seine Power, seine Physis, das sehe ich deutlich eher innen in der Line. Ich kann mir Kinnard sehr gut als Guard in einer Offense wie der der Ravens vorstellen, regelmäßig im weiter gefassten Raum wird er nicht funktionieren. Dafür ist er viel zu steif in seinen Bewegungen.

Grade: 3. Runde

71. Channing Tindall, LB, Georgia (LB #7)

Hatte einen sehr guten Senior Bowl, was Tindall auf Draft Boards helfen wird, nachdem er letztes Jahr erstmals über 100 Snaps in einer College-Saison gespielt hat (474, inklusive Playoffs). Das für sich betrachtet ist ein Kritikpunkt, Tindall konnte sich nie als Starter durchsetzen, erst als Senior dann erhielt er eine größere Rolle. Aber ihn auf dem Feld zu sehen ist so etwas wie das Paradebeispiel dafür, wo sich die Linebacker-Position hin entwickelt: Zu mehr Speed, mehr Explosivität, mehr Fokus darauf, hinter kontrollierenden Defensive Lines Plays zu machen.

Tindall hat absurden Speed und Explosivität auf der Position, das ist auf Tape deutlich und das haben seine Tests auch unterstrichen. Er wird physisch nicht in jedes Team-Profil passen, Tindall ist leicht und hat überschaubare Power, er ist ein Linebacker, der im Raum agieren sollte. Aber er zeigt die Spielintelligenz und die Instinkte, um seine enorme Reichweite - gegen den Run, aber auch in Coverage - auch effizient aufs Feld zu übertragen und damit Plays zu machen.

Grade: 3. Runde

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