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NFL

Big Board: Das sind die 80 besten Spieler im Draft 2022

Von Adrian Franke

NFL Draft Big Board: Die Top 10

10. Jameson Williams, WR, Alabama (WR #3)

Der gefährlichste Big-Play-Receiver in dieser Klasse. Williams ist ein Speed-Monster, und er spielt hervorragend damit: Kann langsam Tempo hochschalten, dann wieder Speed rausnehmen - und plötzlich beschleunigt er blitzartig und ist weg. Hatte 12 Deep Catches (20+ Yards Downfield), 631 Yards und 8 Touchdowns im vertikalen Passspiel 2021. Gute Hände auch bei Contested Catches, bei denen ihm seine für einen Speedster ungewöhnliche Größe hilft. Variiert seinen Release bereits, kann auch Special Teams spielen.

Negativ stehen zwei Punkte ganz oben: Williams ist sehr leicht, und während man das nicht unbedingt am Catch Point merkt, so fällt es in der Route doch ab und zu auf. Passend dazu Punkt 2: Williams ist groß und läuft relativ aufrecht, was ihn noch anfälliger für Kontakt in der Route macht. Auch ist er dadurch nicht ganz so kompakt und hat nicht ganz so viel Spannung in seiner Route, was hier und da zu weniger Short Area Quickness und Schärfe in der Route und den Cuts führt. Williams ist etwas eindimensional in seinen Routes, von der Rolle her eher Will Fuller als Tyreek Hill.

Ansonsten hatte er einige Drops, 2021 war, nachdem er sich bei Ohio State nicht durchsetzen konnte, seine einzige Elite-Saison. Hat sich im Januar im National Championship Game das Kreuzband gerissen.

Grade: Top 20

9. Chris Olave, WR, Ohio State (WR #2)

Die außergewöhnlichen Fähigkeiten als Route-Runner, wo er sich Cornerbacks regelmäßig "zurechtlegt" und sehr viele Nuancen schon in seinem Spiel hat, der Speed, um Defenses vertikal zu bedrohen, die Körperkontrolle an der Seitenlinie, das Ball-Tracking auch aus schwierigem Winkel - Olave gewinnt mit einem sehr ästhetischen Stil. All das macht ihn zu einem unheimlich smoothen Receiver.

Olave ist unheimlich weit in seiner Entwicklung, technisch vermutlich der beste Receiver dieser Klasse, sehr subtil, sehr effizient in seinen Bewegungen. Kreiert Separation und hat ein sehr gutes Gespür für Gegenspieler und den Raum.

Ich hätte mir mehr Production nach dem Catch gewünscht, das ist ein negativer Aspekt in seinem Spiel, und teilweise hatte ich Probleme damit, das "Besondere" zu identifizieren, seine dominante Trumpfkarte. Aber mit Olave bekommt man einen Receiver, dessen Floor ich in der Prognose Richtung NFL als High-End-Nummer-2 sehe.

Grade: Top 20

8. Drake London, WR, USC (WR #1)

London bringt einen enormen Frame und Catch-Radius mit. Überraschend sind seine Agilität und Beweglichkeit, welche er trotz seiner Größe zeigt. London wurde immer wieder auch bei Screens oder Jet Sweeps eingesetzt, PFF listet ihn mit herausragenden 22 Forced Missed Tackles in der vergangenen Saison. Zum "Elite-Status" fehlt ihm in erster Linie der Speed, das fällt auch auf: London hat keinen Long-Speed, er ist mehr ein flexibler X-Receiver, der mit seiner Agilität auch als Big Slot fungieren könnte.

London wird einen Quarterback brauchen, der ihm Downfield den Ball auch in enge Fenster serviert, weil er spezifisch hier vermutlich selten Separation kreieren wird. Grundsätzlich aber ist er kein Receiver, der überhaupt keine Separation kreiert. Mit der Größe, dem Catch-Radius, der Agilität und der Art, wie er zum Ball zurück arbeitet, wie er bei Comeback-Routes und Contested Catches gewinnt, wie er in der Red Zone dominieren kann, sollte er schnell eine Rolle finden.

Grade: Top 15

7. Kyle Hamilton, S, Notre Dame (S #1)

Es wäre nicht überraschend, wenn die Mischung aus Positional Value und etwas durchwachsenen athletischen Tests Hamilton am Ende aus der Top 10 im Draft befördern würde. Und es gäbe auch ein tatsächlich sportliches Argument, um zu Kritik anzusetzen: Hamilton hat mehr Reichweite, als die Tests nahelegen - aber als Deep Safety sehe ich ihn nicht auf dem Elite-Level, das man vielleicht erwarten würde, wenn ein Safety so hoch gepickt wird. Mir hat Hamilton näher an der Box besser gefallen.

Da kam seine enorme Spielintelligenz - und das ist vielleicht seine beste Qualität - regelmäßig durch, Hamilton ist herausragend darin, aus etwa zehn, zwölf Yards Tiefe Runs und Screens zu identifizieren und entsprechende Gaps dann zu stopfen, genau wie auch aus diesem Bereich sich nach hinten in Coverage fallen zu lassen und Tight Ends zu übernehmen. Hamilton hat einen gigantischen Frame, einen schnellen Trigger, und hat letztes Jahr spektakuläre Ball-Skills gezeigt. Ich denke, dass er sehr gut in das Anforderungsprofil eines modernen Safeties in der heutigen NFL passt, und dass er sofort einen Impact haben wird, weil seine Elite-Antizipation ihm dabei helfen wird, schnell auch in der NFL Fuß zu fassen.

Grade: Top 15

6. Ahmad "Sauce" Gardner, CB, Cincinnati (CB #2)

Tolle Größe mit einer spektakulären Wingspan. Das ist auch in erster Linie sein Spiel: Das Kontrollieren gegnerischer Routes, weil es so schwer ist, an Gardner mit seiner Länge und seiner Athletik vorbei zu kommen. Ein idealer Bump-and-Run-Corner, der bei Go-Routes kaum einmal geschlagen werden sollte. Gardner bewegt sich trotz seiner Größe keineswegs hölzern, im Gegenteil, er dreht seine Hüften sehr schnell und ist auch in seinem Backpadel sehr fließend.

Gelegentlich ist er nicht kompakt in seinen Bewegungen ist, dann verliert er kritische Sekundenbruchteile. Gardner dürfte am besten in einer Defense aufgehoben sein, die es ihm erlaubt, viel zu pressen und die Hände an den Gegner zu bekommen, um dann außen Routes und Receiver zu dominieren. Das heißt nicht, dass er ausschließlich auf diese Rolle limitiert ist, aber Gardner hat im Raum einige Defizite.

Grade: Top 15

5. Evan Neal, OT, Alabama (OT #2)

Der vielseitigste Spieler unter den Top-Lineman dieser Klasse: Neal hat 2019 auf Left Guard gestartet, 2020 auf Right Tackle und in der vergangenen Saison dann auf Left Tackle. Bringt Gardemaß in puncto Größe und Gewicht mit, und das sieht man auf dem Platz. Neal kann eine enorme Power aufbauen, und Pass-Rusher am Kontakt auseinandernehmen. Hat gegen Georgia selbst gegen Jordan Davis mehrfach einen starken Anker gesetzt.

Bewegt sich exzellent trotz seines Gewichts, Neal bringt eine beachtliche Explosivität mit. Wo sich Neal definitiv noch steigern muss, ist seine Balance: Hat die Tendenz, unkontrolliert zu werden und sich aus der Balance zu bringen, und seine Größe macht es ihm dann häufig unmöglich, nochmal zu recovern. Das ist ihm auch im Run Game einige Male passiert. Wenn Neal noch sicherer in seiner Balance wird, hat er die Power und die Physis, um ein in allen Facetten dominanter Tackle zu werden.
Grade: Top 10

4. Charles Cross, OT, Mississippi State (OT #1)

Cross bewegt sich wahnsinnig gut im Raum. Leichtfüßig, kann Pass-Rusher leicht spiegeln und kommt in Pass-Protection kaum einmal aus der Balance. Extrem smooth in seinem Drop. PFF listet ihn mit 16 (!) zugelassenen Pressures in der vergangenen Saison, bei 719 Pass-Blocking-Snaps in Mike Leachs traditioneller Air Raid Offense. Extrem präzise in allem, was er in Protection macht, von seiner Positionierung bis hin zu den Händen. Richtet sich permanent neu aus, hält Blocks so auch lange.

Cross hat in puncto Run-Blocking eine gute Figur in der Air Raid gemacht, die sehr simpel in ihren Run-Designs ist. Für eine vielseitigere NFL-Rushing-Offense wird er mehr Power brauchen - womöglich auch um manchen Bull-Rusher zu neutralisieren. Hat manchmal noch inkonstante Beinarbeit, sodass er ausladende Schritte macht und teilweise auch zu grabby wird; sieben Holding-Strafen hat er letztes Jahr kassiert. Wird aber mit seiner Explosivität und der Agilität selbst auf dem zweiten Level direkt als Zone-Blocker und bei Screens im Raum funktionieren.

Grade: Top 10

3. Derek Stingley, CB, LSU (CB #1)

Einer der besten Man-Cover-Corner der letzten Jahre. Bewegt sich unfassbar gut, schnelle Füße, blitzartige Richtungswechsel, und nimmt dann sofort wieder Tempo auf. Spektakulärer Closing-Speed. Stingley klebt meist an seinem Gegenspieler und hat so immer eine Chance, einen Impact zu haben - mal, indem er die Arme noch reinbringt, mal, indem er ein absolut absurdes Play zur Interception macht. Das 2019er SEC Championship Game gegen Georgia hatte mehrere solcher Szenen.

Seine True-Freshman-Saison 2019 war auch seine mit Abstand dominanteste Saison; danach prägten Verletzungen - Stingley verpasste unter anderem die letzten neun Spiele der vergangenen Saison nach einer Fuß-OP -, inkonstante Umstände und dann auch schwächere Spiele von ihm selbst das Bild. Stingley ist nicht der physischste Spieler, das fällt manchmal auf, gegen den Run zeigt er auch nicht immer die letzte Bereitschaft. Gelegentlich kam er bei scharfen Cuts aus der Balance. Wurde so auch einige Male bei Comebacks und schnellen In-Breakern geschlagen; insbesondere DeVonta Smith hat ihm 2019 große Probleme bereitet.

Grade: Top 10

2. Aidan Hutchinson, Edge, Michigan (Edge #2)

Hutchinson ist nicht der Freak, der Myles Garrett war, und er ist nicht der ultra-dominante Edge-Bender wie ein Von Miller beispielsweise. Er ist nicht der prototypische Top-Pick-Edge-Rusher; aber was er mitbringt, ist ein extrem hoher Floor. Hutchinson hat einen tollen Get-Off und er ist wahnsinnig quick. Er spielt mit Übersicht, er bewegt sich gut in Raum, und so kann er auch spät im Play noch zum Ball kommen. Motor in der Hinsicht war auch sehr gut.

Kann Tackles mit seiner Quickness extrem schnell nach innen schlagen, und er kann auch aus dem schnellen Get-Off eine beachtliche Power aufbauen, die den Tackle schon mal auf den Hosenboden setzt. Teilweise wirkte er noch etwas roh als Pass-Rusher, und weil er nicht die Top-Länge hat, bleibt er dann schon mal an einem Tackle hängen. Was die Bender-Qualitäten angeht hat er besser getestet als gedacht, gewonnen hat er damit aber selten im College. Das wird in der NFL besser werden müssen, ansonsten läuft er Gefahr, dass er zu eindimensional wird. Wird sich vermutlich generell noch mehr in die Richtung "Elite-Techniker" entwickeln müssen.

Grade: Top 10

1. Kayvon Thibodeaux, Edge, Oregon (Edge #1)

Hutchinson ist an diesem Punkt sicher der komplettere Edge-Verteidiger, aber Thibodeaux ist nah genug dran, dass ich seine ganz klar höhere Upside im Endeffekt über Hutchinson einstufe. Denn wenn man die besten Momente aller Edge-Rusher in diesem Draft nebeneinander legt, würde es mir schwerfallen, Thibodeaux nicht klar an die 1 zu setzen.

Der Get-Off ist fantastisch, die Explosivität, und die Power, die er daraus ausbauen kann, ebenfalls. Und im Gegensatz zu Hutchinson hat Thibodeaux echte Bender-Qualitäten. Er kommt auch außen eng um den Tackle, kann Tackles aus der Balance bringen und dann zur Power übergehen. Thibodeaux bewegt sich insgesamt gut, auch im Raum, kann die Richtung gut ändern und lässt sich auch sehr mühelos in Coverage fallen. Da wirkt er ebenfalls agiler und explosiver als Hutchinson.

Für Thibodeaux wird es in erster Linie darum gehen, seinem Spiel mehr Konstanz zu verleihen, und das in mehrfacher Hinsicht. Er braucht teilweise einen besseren Pass-Rush-Plan, manchmal wirkt sein Spiel etwas planlos und überhastet. Play-Recognition muss noch besser werden, gerade gegen den Run nimmt er sich noch zu häufig selbst aus dem Spiel. In diesen Bereichen ist wiederum Hutchinson klar weiter.

Grade: Top 10

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Seite 2: Die Plätze 49 bis 40

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Seite 4: Die Plätze 29 bis 20

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Seite 6: Die Top 10

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