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NFL Draft 2022: Quarterback-Ranking und Analyse der Top-QB-Prospects

Von Adrian Franke

© getty

Mit der heißen Phase der Free Agency im Rückspiegel geht der Blick ganz auf den Draft - und auch in diesem Jahr werden Coaches und GMs ihr Schicksal an einen jungen Quarterback knüpfen. Doch ist das bei der diesjährigen Klasse ratsam? Und welche Quarterbacks empfehlen sich für dieses Vertrauen?

Um für die Analyse der Quarterbacks bestmögliche Transparenz zu gewährleisten, ist es wichtig, vorweg meinen Maßstab offen zu legen.

Das sind für mich die wichtigsten Eigenschaften eines Quarterbacks, in dieser Reihenfolge, wenngleich einige natürlich miteinander zusammenhängen:

  1. Pocket-Verhalten
  2. Accuracy und Antizipation
  3. Off-Script Plays: Armtalent, Improvisation, Off-Platform
  4. Processsing, Reads, Decision-Making
  5. Verhalten gegen Pressure
  6. Mechanics: Füße, Wurfbewegung, Release
  7. Athletik
  8. Deep Passing

Es ist die mit Abstand wichtigste Position auf dem Feld. Jedes Jahr hoffen mehrere Teams im Draft ihren Franchise-Quarterback für die nächsten 15 Jahre zu finden - und das gilt auch für dieses Jahr, auch wenn die diesjährige Klasse in der Pre-Draft-Analyse insbesondere in der Spitze signifikant schwächer daherkommt als die Klasse des Vorjahres.

Aber auch ohne klares Elite-Prospect an der Spitze sehe ich in dieser Klasse Potenzial.

Einerseits gibt es sehr unterschiedliche Spielertypen, also Prospects, welche die Quarterback-Position sehr unterschiedlich interpretieren und umsetzen, und es gibt auch in puncto Floor und Ceiling dramatische Unterschiede - was wiederum Teams die Option gibt, auf ein Talent mit hohem Floor zu setzen, wie Kenny Pickett, oder eben die Upside zu jagen, beispielsweise mit Malik Willis.

Das macht die 2022er Klasse zu einer extremen Version davon, dass jedes Team seinen eigenen Geschmack auf der Position hat - und diese Gruppe je nach Team dementsprechend deutlich unterschiedlich sortiert sein wird.

NFL Draft 2022 Ranking: Die Quarterback-Top-8

8. Skylar Thompson, Kansas State

Auf einen Blick: In einer Klasse mit wenigen spannenden Quarterback-Prospects für die mittleren und späteren Runden sticht Thompson noch am ehesten heraus. Ein mobiler Quarterback, der Plays kreieren kann.

Stärken:

  • Ein Quarterback, der kreieren kann. Thompson hat eine gewisse Upside als Playmaker, das Armtalent ist sichtbar und er kann sich mit seiner Mobilität aus schwierigen Situationen befreien.
  • In der Folge gefällt auch sein Umgang mit Druck. Thompson ist nicht direkt verloren, wenn die Situation zusammenbricht.
  • Ein Kandidat für eine RPO- und Option-Offense, in der seine Athletik auch zur Geltung kommt. Aber in der Prognose definitiv ein Backup.

Schwächen:

  • Thompson ist ein Redshirt-Senior, der seit 2016 (!) Teil des Teams ist. Kommt mit der Erfahrung von 40 College-Starts - aber wird im Juni auch schon 25 Jahre alt. Thompson ist exakt einen Tag älter als Sam Darnold.
  • Kein Quarterback, der diszipliniert durch seine Reads geht.
  • Accuracy ist inkonstant, Processing immer wieder mal zu langsam.
  • Wird schematisch ausgeprägte Hilfe brauchen, sollte er mal in der NFL das Feld sehen.

SPOX-Empfehlung: 5.-6. Runde.

7. Bailey Zappe, Western Kentucky

Auf einen Blick: Mit Zappe beginnt - und endet - das mittlere Level der diesjährigen Quarterback-Klasse. Ein akkurater Passer, der in der Air Raid Offense von Western Kentucky eine enorme Volume hatte, der aber trotzdem so gut wie nie gegen Pressure agieren musste. Überschaubare Tools, mehr ein High-End-Backup und spielerisch eine Light-Version von Gardner Minshew als der damals aus dem College kam.

Stärken:

  • Accuracy ist sein größter Trumpf. Hatte in der Air-Raid-Offense von Western Kentucky eine enorme Workload, mit 687 (!) Pässen in der vergangenen Saison, für fast 6.000 Yards, und das in 14 Spielen. Und um diese Art Offense umzusetzen, in welcher kurze Pässe häufig das Run Game ersetzen, braucht man einen Quarterback, der konstant sehr präzise ist. Hier punktet Zappe am meisten. PFF listet ihn auf Platz 11 von 106 FBS-Quarterbacks was akkurate Pässe über die Line of Scrimmage angeht.
  • Wenn Accuracy das erste Pro-Zappe-Argument ist, dann folgt Touch auf Platz 2. Zappe platziert den Ball regelmäßig exzellent zwischen Linebacker und Safeties und kann so auch ohne einen sonderlich guten Arm den tiefen Bereich des Feldes attackieren.
  • Antizipation ist kritisch für ihn, damit er "funktioniert", und die zeigt er ebenfalls. Der Ball ist häufig raus, bevor der Receiver frei ist, respektive seinen Cut gesetzt hat.
  • Geht konstant durch seine Underneath-Reads und verteilt den Ball da gut. Kreiert in der Pocket auch mal eine neue Plattform.
  • Zappe hat von 2017 bis 2020 beim FCS-Team Houston Baptist gespielt, wo er über 10.000 Passing-Yards aufgelegt hat. Dann kam der Transfer zu Western Kentucky, um sich auf einer größeren Bühne zu beweisen. Mit seinen 5.967 Passing-Yards und 62 Touchdown-Pässen hat er den Touchdown-Rekord von Joe Burrow und den Single-Season-Passing-Yards-Rekord von B.J. Symons aus dem Jahr 2003 gebrochen.

Schwächen:

  • Physisch ist er ohne Frage limitiert. Die Armstärke ist überschaubar, genau wie die Athletik. Er wird nicht viel außerhalb der Pocket kreieren, und er braucht letztlich eine gute Offensive Line für sein Spiel.
  • Die hatte er bei Western Kentucky, und das auf eindrucksvolle Art und Weise: Laut PFF stand er bei 12,5 Prozent seiner Dropbacks unter Druck, eine der niedrigsten Quoten landesweit. Mehr noch: 60 (!) seiner 62 Touchdown-Pässe kamen aus eine sauberen Pocket.
  • Wenn er mal unter Druck gerät, wenn er aus dem Rhythmus gebracht wird, dann gibt er der Offense vergleichsweise wenig. Und dieser Effekt wird sich in der NFL deutlich verstärken, verglichen mit Western Kentucky. Passfenster werden enger, Pockets werden kleiner, Playmaker-Qualitäten werden häufiger gefordert.
  • Ich musste bei Zappe an eine Light-Version von Gardner Minshew denken. Zappes Accuracy und die Konstanz gerade im Underneath Passing Game machen ihn potenziell zu einem High-End-Backup auf dem nächsten Level - aber eben auch nicht mehr als das, und mehr als einen Game Manager würde ich auch nicht erwarten.

SPOX-Empfehlung: 3.-4. Runde.

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