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NFL

Draft Tag 3 Recap: QB-Kuriositäten, St. Brown und die besten Picks an Tag 3

Von Adrian Franke

Tag 3 und damit der NFL Draft 2021 sind beendet! Amon-Ra St. Brown findet gleich zu Beginn des letzten Tages sein neues Zuhause, einige Teams überraschen mit Quarterback-Picks. Die Lions rüsten nach dem Draft auf und mehrere Teams konnten potenzielle Steals landen. Das Recap zu den Runden 4 bis 7.

Die merkwürdigen Quarterback-Picks gehen weiter

Schon Davis Mills (Houston) und Kellen Mond (Minnesota) waren eher merkwürdige Quarterback-Picks an Tag 2 - die beiden QB-Picks an Tag 3 waren nochmal eine Stufe interessanter.

Die Saints wählten in Runde 4 Ian Book von Notre Dame, der eine gewisse Mobilität mitbringt, von der Tendenz her aber klar Richtung Backup geht - maximal. Für mehr ist er vermutlich schlicht zu limitiert. Und gerade die Saints, die bereits mehrere Quarterbacks, aber gigantische Fragezeichen etwa auf Wide Receiver haben, hätten einen Viertrunden-Pick vermutlich besser investieren können.

Die Indianapolis Colts wählten Texas-Quarterback Sam Ehlinger zwar erst in der sechsten Runde, doch auch Indy geht mit größeren Fragezeichen - Wide Receiver, Tackle - aus dem Draft; und gerade bei den Receivern wäre selbst in der sechsten Runde noch etwas möglich gewesen. Ehlinger, der tendenziell noch limitierter ist als Book, war da ein kurioser Pick.

Amon-Ra St. Brown geht zu den Lions

Für den Deutsch-Amerikaner Amon-Ra St. Brown endete das Warten früh an Tag 3: Bereits mit dem siebten Pick in Runde 4 wählten ihn die Detroit Lions aus. St. Brown könnte in Detroit direkt die Big-Slot-Rolle übernehmen, und sollte einiges an Spielzeit bekommen.

Generell war es überraschend, dass die Lions trotz des offensichtlichen Needs nur einen einzigen Receiver auswählten - dafür aber ging es dann bei den UDFAs direkt rund: Jonathan Adams, für mich der beste Contested-Catch-Receiver der Klasse, sowie Sage Surratt unterschrieben beide direkt nach Runde 7 als Undrafted Free Agents in der Motor City. Beide dürften sich dort ebenfalls reelle Chancen auf einen Kaderplatz erhoffen, beide sind groß und dominant am Catch Point.

Die große Spannweite bei den Wide Receivern

Insgesamt war der Receiver-Run an Tag 3 zwar da, aber er kam mit einigen unerwarteten Namen. Spieler wie Racey McMath, Ben Skowronek oder Kawaan Baker wurden im Laufe des dritten Tages ausgewählt, während Kandidaten wie Cade Johnson - der schnell nach dem Draft in Seattle unterkam -, Tamorrion Terry (ebenfalls als UDFA nach Seattle), Josh Imatorbhebhe oder auch eben Jonathan Adams und Sage Surratt komplett rausfielen.

Bei den letzten drei Kandidaten wird wieder klar, wie wenig die Liga Contested-Catch-Spezialisten noch priorisiert. Dafür ging Slot-Speedster und Yards-after-Catch-Waffe Jaelon Darden zu den Bucs, wo er mindestens perspektivisch eine extrem spannende Waffe werden kann. Die Ravens schnappten sich Deep-Receiver Tylan Wallace, nachdem Baltimore in der ersten Runde bereits Rashod Bateman geholt und in der Free Agency Sammy Watkins verpflichtet hatte. Problem erkannt - Problem (vielleicht) gebannt.

Auch Minnesota holte sich eine spannende Nummer-3-Option in Ihmir Smith-Marsette, der mit toller Explosivität und einem hohen Grund-Speed vertikal gewinnen kann. Hinter Justin Jefferson und Adam Thielen könnte das eine sehr gefährliche Waffe werden. Height-Speed-Monster Simi Fehoko ist noch ein Projekt, jetzt darf er als Nummer 4 in Dallas herangeführt werden.

Das Washington Football Team hatte nach den ersten Receiver-Wellen gute Picks: Dyami Brown (Runde 3) und Dax Milne, der athletisch limitiert ist, aber mit Technik und Nuancen gewinnt, stellen gute Ergänzungen zu Terry McLaurin und Curtis Samuel dar.

Überraschende Running-Back-Picks an Tag 3

Kene Nwangwu war einer meiner Sleeper, den ich im Draft-Prozess als Nummer-10-Running-Back auf meinem Board hatte - dass er in Runde 4 geht, hätte ich dennoch nicht gedacht. Spannend, dass die Minnesota Vikings ihn so hoch sahen - und dass sie angesichts ihrer Baustellen generell einen so hohen Pick in einen zusätzlichen Running Back investierten. Nwangwu dürfte sofort als Returner einen Impact haben, und mit seinem Speed und seiner Athletik ist er eine Big-Play-Option hinter Dalvin Cook.

Generell aber waren merkwürdige Running-Back-Picks an Tag 3 dabei. Rhamondre Stevenson zu den Patriots etwa, das war mir nicht nur zu früh an Pick 120, in einem Backfield mit Damien Harris, Sony Michel und James White plus zweier Fullbacks, plus Receiving-Back J.J. Taylor, plus Brandon Bolden - da hätte es dieses Investment nicht gebraucht. Ähnlich sehe ich - unabhängig davon, dass ich nicht sonderlich hoch bei ihm war - Chuba Hubbard zu den Panthers: Ein Backup für McCaffrey in Runde 4.

San Francisco ließ es sich derweil nicht nehmen, nach dem Uptrade für Trey Sermon noch Elijah Mitchell nachzulegen. Später am Tag gab es dann Picks, die eher gefallen: Khalil Herbert in Runde 6 nach Chicago etwa, ein exzellenter Zone-Runner. Oder Kylin Hill in Runde 7 nach Green Bay; die Packers brauchen zwar keinen Back, aber Hill hat in meiner Analyse mehr Upside in seinem Spiel - als Runner und als Receiver - als Vorjahres-Zweitrunden-Pick A.J. Dillon. Auch Wildcard Chris Evans (Runde 6, Cincinnati) könnte sich als Treffer entpuppen und bringt zumindest Upside auch als Receiver mit.

Die vielleicht größte Überraschung war, wie tief Kenneth Gainwell fiel. Der beste Receiving-Back der Klasse war an Pick 150 noch immer da, als die Eagles schließlich zuschlugen. Nicht unbedingt der ideale Spot, mit Miles Sanders und Boston Scott bereits im Team, aber Gainwell sollte mit seinen Receiving-Fähigkeiten seinen Platz finden.

Weitere gute Picks an Tag 3:

  • DT Tommy Togiai nach Cleveland (Pick 132): Ein High-Motor-Spieler, der bei jedem Play auf 180 spielt. Kann Double-Teams attackieren und ist am besten Teil einer tieferen Rotation - genau das wird er in Cleveland haben.
  • TE Brevin Jordan nach Houston (Pick 147): Mein Nummer-3-Tight-End - sofern man einen spezifischen Receiving-TE haben will. Kein In-Line-Blocker auf dem nächsten Level und hat schlechter getestet als gedacht, deshalb war er hier noch zu haben. Aber eine gefährliche Anspielstation über die Mitte mit jeder Menge Dynamik auch nach dem Catch.
  • CB Shaun Wade nach Baltimore (Pick 160): Könnte für die Ravens als Rookie im Slot starten. Outside war er letztes Jahr bei Ohio State aufgeschmissen, und das dürfte ihn ein bis zwei Runden gekostet haben. Aber Ende Runde 4 dann exzellenter Value für die Ravens.
  • S Jamar Johnson nach Denver (Pick 164): Dass Johnson - ein reiner tiefer Safety (Split oder Single High), der wacklig im Tackling ist und nicht gut in der Box spielt - nicht für jede Defense geeignet ist, war klar. Dass er bis Pick 164 fallen würde, war dennoch extrem. Wenn Vic Fangio ihn weitestgehend im tiefen Raum spielen lassen kann, könnte das einer der Steals des Draft werden.
  • WR Cornell Powell nach Kansas City (Pick 181): Einer der größten Steals an Tag 3 für mich. Powell bringt eine enorme Physis mit, kann aber mit subtilen Routes Separation kreieren. Powell könnte das Element in der Chiefs-Offense sein, das dort gerade letztes Jahr spürbar gefehlt hat.
  • S Hamsah Nasirildeen zu den Jets (Pick 186): Enorme Physis, groß, schwer, ein harter Hitter und Downhill-Player. Nasirildeen ist ein Enforcer, hat Linebacker-Maße. Auch Special-Team-Value. Er ist noch inkonstant, Tackling ist ein wenig Hit-or-Miss. Aber als Box-Spieler war das an 186 definitiv Value für die Jets.
  • WR Shi Smith nach Carolina (Pick 204): Idealer Scheme-Fit für die Panthers. Ein tougher Underneath-Receiver, der aber auch nach dem Catch Schaden anrichten kann. Passt ideal in das, was die Panthers offensiv machen und war in jeder Hinsicht an 204 ein Value-Pick.
  • RB Demetric Felton nach Cleveland (Pick 211): Felton ist keine ganz leichte Projection Richtung NFL. Ein ehemaliger Slot-Receiver, der zum Running Back umgeschult wurde und als Runner noch extrem roh ist. Könnte eine gefährliche Matchup-Waffe werden, vielleicht aber auch nur eine Gadget-Waffe. Mit Pick 211 und zwei Top-Runnern bereits im Team kann Cleveland ihn vielleicht genau so einsetzen.
  • CB Tay Gowan nach Arizona (Pick 223): Bei Gowan scheiden sich ein wenig die Geister. Er ist sehr groß und hat immense Länge. Gute Agilität, gutes Timing, baut schnell Tempo auf. Hier ist echtes Potenzial für einen sehr guten Cornerback, aber er ist noch sehr inkonstant und die Sample Size ist sehr klein, nachdem er 2020 nicht gespielt hat. Doch Arizona hat hier vielleicht einen Starting-Cornerback sehr spät im Draft gefunden. Ich hatte ihn mit einer Viertrunden-Grade.
  • G Trey Smith nach Kansas City (Pick 226): Hat eine enorme Power, ein Mauler. Muss noch kontrollierter spielen und gerade in Pass-Protection besser werden. Smith war hier nur noch zu haben, weil er 2018 Blutgerinnsel in der Lunge hatte. Bleibt er gesund, ist das ein Steal, denn Smith hat rein sportlich definitiv Starter-Potenzial.

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