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NFL Recap: Philadelphia Eagles vs. New York Giants 22:21 - Wahnsinniger Jones-Run! Eagles gewinnen Krimi gegen die Giants

Von Jan Dafeld

Die Philadelphia Eagles haben das NFC-East-Duell gegen die New York Giants knapp mit 22:21 für sich entschieden (hier seht Ihr die Highlights des Spiel). Ein Pass von Carson Wentz auf Boston Scott sorgte in letzter Minute für die Führung der Gastgeber, die sich damit an die Spitze der Division setzen. Für das verrückteste Play des Spiels sorgte allerdings Giants-Quarterback Daniel Jones kurz nach der Pause.

Rund sechs Minuten waren im dritten Viertel gespielt als Jones (20/30, 187 YDS, 2 TD, INT, 4 ATT, 92 YDS, FUM) bei einem Zone Read den Ball behielt und durch ein weit offenes Loch in der Eagles-Defense hindurch laufen konnte. Jones war auf dem Weg in die Endzone, kein Gegenspieler weit und breit, der Touchdown schien sicher - bis der Quarterback der Giants plötzlich ins Stolpern geriet und nach einem 80-Yard-Run acht Yards vor der Endzone zu Boden ging.

Es war ein Play, das zu diesem Zeitpunkt kaum sinnbildlicher für das Spiel hätte stehen können: Sechs der sieben Drives nach der Halbzeit endeten in Three-and-Outs, Jones' langer Run war die einzige Ausnahme. Beide Teams leisteten sich offensiv zahlreiche Fehler - Drops, schlechte Reads sowie Missverständnisse im Blocking.

Dabei waren die Eagles eigentlich hervorragend ins Spiel gestartet: Beim ersten Drive marschierte Philadelphia dank einer schnellen No-Huddle-Offense und mehreren Scrambles von Carson Wentz (25/43, 359 YDS, 2 TD, INT, 7 ATT, 14 YDS, TD) das Feld herunter. In der Red Zone holte ein laufender Wentz bei einem Fourth-and-One ein neues First Down und sorgte im Anschluss auch für den Touchdown zur 7:0-Führung.

Die Giants erzielten bei ihrem zweiten Drive den Ausgleich: Golden Tate (REC, 39 YDS, TD) schlug seinen Gegenspieler Cre'Von LeBlanc bei einer Fade-Route, Jones warf einen perfekten Pass auf seinen Slot-Receiver. Der 35-Yard-Touchdown-Catch markierte die ersten Punkte der Gäste im Spiel.

Im Anschluss zeigten beiden Offenses mehr und mehr Sand im Getriebe. Die Eagles punteten fünfmal, die Giants sechsmal. Wentz warf eine schreckliche Interception in Triple-Coverage, Evan Engram (6 REC, 46 YDS) leistete sich einen Drop, der in den Händen von Jalen Mills landete. Dion Lewis (3 ATT, 23 YDS, FUM) fumbelte zudem kurz vor der Pause den Ball, Jake Elliott (1/2 FG, 1/1 XP) verschoss im Anschluss jedoch ein 29-Yard-Field-Goal.

NFL: Wentz-Pass auf Scott bringt Eagles in letzter Minute in Führung

Erst Jones' langer Run, nach dem die Giants durch eine Strafe gegen Nickell Robey-Coleman trotz dem Stolperer mit 14:7 in Führung gingen, sorgte wieder für Punkte, ehe das Spiel zu einem echten Krimi wurde. Beim Stand von 10:14 spielte die Eagles ein Fourth-and-Goal von der Drei-Yard-Linie aus, der Pass auf Hakeem Butler war jedoch nicht erfolgreich.

Die Giants legten im Gegenzug ihren besten Drive des Spiels hin: Dank einer langen Strafe gegen LeBlanc marschierte New York über 97 Yards das Feld hinunter, Sterling Shepard (6 REC, 59 YDS, TD) fing schließlich einen kurzen Pass von Jones in der Endzone. Erst mit dem Mut der Verzweiflung beim Stand von 10:21 sechs Minuten vor dem Ende wachte die Eagles-Offense auf.

Wentz fand John Hightower (REC, 59 YDS) mit einem 59-Yard-Pass durch die Luft und brachte die Eagles wenig später mit einem kurzen Pass auf Greg Ward (5 REC, 42 YDS, TD) auf einen Score heran. Nach einem Punt der Giants, bei denen sich Engram einen weiteren bösen Drop leistete, führte Wentz sein Team erneut in die gegnerische Red Zone. Nach einer Strafe gegen Jason Kelce platzierte er einen perfekten Pass auf eine Wheel-Route von Boston Scott (12 ATT, 46 YDS, 3 REC, 46 YDS, TD), der Touchdown brachte Philly nach einer verpassten Two-Point-Conversion mit 22:21 in Führung.

Die Giants konnten im Gegenzug nicht mehr antworten. Mit nur 30 verbleibenden Sekunden wurde Jones in der Pocket von Brandon Graham zu Fall gebracht und verlor dabei den Ball. Vinny Curry sicherte der Heimmannschaft den Fumble und den Eagles somit den Sieg.

Philadelphia bangt nach dem Spiel erneut um zwei wichtige Leistungsträger. Lane Johnson musste aufgrund seiner Knöchelverletzung einmal mehr das Spielfeld verlassen, zudem wurde DeSean Jackson nach einem Punt hart getroffen und kehrte nicht mehr ins Spiel zurück. Die Eagles treffen in der kommenden Woche zuhause auf die Dallas Cowboys, die Giants empfangen die Tampa Bay Buccaneers.

Philadelphia Eagles (2-4-1) - New York Giants (1-6)

Ergebnis: 22:21 (7:7, 3:0, 0:7, 12:7) BOXSCORE

Eagles vs. Giants - die wichtigsten Statistiken

  • Jones' Interception in der ersten Halbzeit markierte sein achtes Spiel in Folge mit mindestens einem Turnover, die längste Serie in der NFL. Die zweitlängste Serie? Wentz, der zum siebten Mal in Folge in einem Spiel den Ball verlor.
  • Wentz' Touchdown-Run beim ersten Drive des Spiels war bereits sein fünfter in der laufenden Saison. Nach nur sieben Saisonspielen hat Wentz damit mehr Rushing-Touchdowns als irgendein Eagles-Quarterback in den vergangenen zehn Jahren. Michael Vick verbuchte 2010 neun Rush-Touchdowns.
  • Die Eagles fuhren ihren ersten Sieg, bei dem sie im letzten Viertel zurückgelegen hatten, seit 2012 ein. Damals gewann Philadelphia gegen die Buccaneers, anschließend hatten die Eagles 36 solcher Spiele in Serie verloren.
  • Jones' verrückter Zone-Read-Run im dritten Viertel sorgte für ein echtes Novum. Der Lauf über 80 Yards war der längste Run eines Quarterbacks, bei dem kein Touchdown erzielt wurde, seit mindestens 40 Jahren.

Der Star des Spiels: Carson Wentz, Quarterback, Eagles

Wentz spielte ein alles andere als perfektes Spiel. Der 27-Jährige zeigte sich zwar deutlich genauer als noch zu Beginn der Saison, hielt den Ball jedoch zu oft zu lange und traf bei seinen Pässen so manche schlechte Entscheidung, insbesondere natürlich bei seiner Interception in die Arme von James Bradberry. In den entscheidenden Momenten war Wentz dann allerdings doch zur Stelle und wurde so zum Matchwinner: Den ersten Touchdown-Drive hielt er durch seine Scrambles am Leben, spät im Spiel warf er perfekte Pässe zu Hightower und Scott. Eine Clutch-Performance des Eagles-Quarterbacks!

Der Flop des Spiels: Andrew Thomas, Left Tackle, Giants

Aus disziplinarischen Gründen war Thomas in der Vorwoche durch Matt Peart als Left Tackle ersetzt worden, womöglich wäre dies auch im Spiel gegen die Eagles die bessere Wahl gewesen. Der vierte Pick des Drafts war im Pass-Blocking einmal mehr heilos überfordert. Thomas ließ zwei der drei Giants-Sacks zu: Erst wurde er von einem Spin-Move von Derek Barnett auf dem völlig falschen Fuß erwischt, später erkannte er einen Blitz von Nathan Gerry zu spät. Darüber hinaus war Thomas für einige weitere Pressures verantwortlich. Ebenfalls sehr schwach: Evan Engram und seine spielentscheidenden Drops.

Analyse: Eagles vs. Giants - die Taktiktafel

  • Die Eagles hatten sich ganz offensichtlich vorgenommen, DeSean Jackson (3 REC, 34 YDS, ATT, 12 YDS) bei dessen Comeback früh ins Spiel einzubinden. Die ersten zwei Plays des Spiels waren ein Endaround-Run sowie ein Pass auf eine Comeback-Route des Speedsters. Im weiteren Spielverlauf wurde Jackson allerdings deutlich seltener gesucht.
  • Die Giants wiederum versuchten den Ball früh in die Hände von Evan Engram zu bekommen. Der Tight End erhielt beim ersten offensiven Play seines Teams ebenfalls einen Run und war wenig später der Empfänger bei einem Screen-Pass. Auch nach seinem kostspieligen Drop, der zur Interception führte (ebenfalls bei einem für ihn designten Play), blieb Engram der Fokus von New Yorks Offense, spielte aber nicht gut. Zwei Minuten vor dem Ende leistete er sich den nächsten extrem kostspieligen Drop.
  • Philadelphia hatte Darius Slayton (2 REC, 23 YDS) als den gefährlichsten Receiver der Giants ausgemacht. Darius Slay war Slayton meist als direkter Gegenspieler zugeteilt, oft erhielt er obendrein Safety-Hilfe. Nach einer Fünf-Yard-Strafe zu Beginn des Spiels schaltete Slay seinen Gegenspieler nahezu gänzlich aus.
  • Bei einem Fourth-and-Goal zu Beginn des vierten Viertels warfen die Eagles einen Pass auf eine Fade-Route von Hakeem Butler, der auf der rechten Seite der Formation gegen Logan Ryan isoliert war. Es war Butlers erster Snap in der NFL überhaupt! Auch wenn die Giants etwas Glück hatten, dass Ryan bei der Incompletion keine Strafe der Referees kassierte, war es doch ein äußerst fragwürdiger Playcall der Gastgeber - sinnbildlich für die überhaupt nicht effektiven Play-Designs der Eagles in der Red Zone.

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