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Hard Knocks mit den Los Angeles Chargers und Rams: Das werden die zehn größten Storylines 2020

Von Jan Dafeld

Erstmals wird die HBO-Serie "Hard Knocks" in diesem Jahr gleich zwei Teams gleichzeitig begleiten: Die Los Angeles Chargers und die Los Angeles Rams. Neben dem Umgang mit den Corona-Maßnahmen und den Protesten gegen Rassismus wird somit unter anderem auch das Quarterback-Duell bei den Chargers im Fokus stehen. Wir verraten euch die Top-Ten-Storylines.

"Hard Knocks": Die zehn größten Storylines 2020

Corona und Kontaktbeschränkungen

Die USA wurden härter von dem Coronavirus getroffen als Deutschland, während die Kontaktbeschränkungen hier bereits wieder zurückgefahren werden, wurden diese in einigen Bundesstaaten kürzlich noch verstärkt. Wie sich die Situation über die kommenden Monate entwickeln wird, ist aktuell nicht vorauszusagen. Dass die Training Camps der NFL-Teams im Sommer unter Beschränkungen stattfinden werden müssen, scheint allerdings unausweichlich.

Das wird auch für die Rams und Chargers gelten, Kalifornien zählte zuletzt zu den Staaten, die die meisten neuen Coronafälle vermelden mussten. Ob es kleine Trainingsgruppen, getrennte Kabinen oder das Isolieren einzelner Spieler sein wird, es wird spannend zu beobachten sein, wie die Teams mit der ungewohnten Situation umzugehen gedenken.

Das SoFi Stadium

Mit dem SoFi Stadium erhalten sowohl die Rams als auch die Chargers in er kommenden Saison eine neue Heimspielstätte. Besonders für die Chargers, die bislang im nur 27.000 Zuschauer fassenden Dignity Health Park spielen mussten, wird die neue Arena ein klares Upgrade darstellen. Inwieweit die ehemalige San-Diego-Franchise tatsächlich eigene Fans anlocken kann, wird allerdings abzuwarten bleiben.

Neben der Tatsache, dass die Rams und Chargers zum ersten Mal seit über 20 Jahren wieder Spitzensport nach Inglewood bringen werden, sorgt natürlich die gemeinsame Nutzung des Stadions für Spannung: Nach den Jets und Giants werden die beiden Los-Angeles-Teams die ersten beiden Franchises werden, die sich ihr NFL-Stadion teilen.

Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt

Ausgelöst durch den brutalen Tod von George Floyd erschütterten in den vergangenen Wochen Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt die USA. Diese sind auch in der NFL-Welt deutlich vernehmbar: Unter anderem erklärten sich zahlreiche NFL-Stars in einer Videobotschaft solidarisch mit den Protestierenden, die Liga kündigte Unterstützung in Form von Spenden an. Inwieweit Spieler während der NFL-Saison protestieren werden, ähnlich wie es einst Colin Kaepernick tat, wird in allen Teams derzeit diskutiert, zahlreiche Spieler kündigten bereits an, vor den Spielen knien zu wollen.

Chargers-Coach Anthony Lynn meldete sich besonders bemerkenswert zu Wort, er verfasste einen Gastartikel in der LA Times und erklärte, es reiche nicht, als Team oder als Coach einfach nur ein Statement zu veröffentlichen. Darüber hinaus sprach sich der 51-Jährige dafür aus, dass Kaepernick von einem Team unter Vertrag genommen und die Chance auf ein Comeback in der NFL erhalten solle. All diese Diskussionen werden ohne jede Frage auch während der Training Camps der Teams noch präsent sein. Bei den Chargers und Rams dürften Fans einen besonderen Einblick erhalten.

Justin Herbert vs. Tyrod Taylor

Nach 15 Jahren mit Philip Rivers als Quarterback bricht bei den Chargers ein neues Zeitalter an. Im Draft wählte L.A. an sechster Stelle Justin Herbert aus, ob der 22-Jährige in seiner Rookie-Saison gleich starten wird, bleibt allerdings noch abzuwarten. Auf dem College offenbarte Herbert noch einige klare Schwächen, besonders gegen stark besetzte Gegner tat sich der Oregon-Quarterback häufig noch schwer. Herberts Leistungen im Training Camp werden mitentscheidend dafür sein, wie früh er als Starter übernehmen darf.

Mit Tyrod Taylor steht derweil ein sehr solider Quarterback bereit, der als Bridge-Quarterback fungieren könnte bis Herbert von seinen Coaches als bereit genug angesehen wird. In seiner Zeit in Buffalo stellte Taylor bereits unter Beweis, dass er eine gute NFL-Offense aufs Feld führen kann, freiwillig wird der 30-Jährige also nicht ins zweite Glied rücken. Wie die beiden Quarterbacks mit dieser für sie beide neuen Situation umgehen werden, dürfte interessant zu verfolgen sein.

Jalen Ramseys neuer Vertrag

2020 geht Jalen Ramsey in das fünfte und letzte Jahr seines Rookie-Vertrags, anschließend wird der Star-Cornerback Free Agent. Dass Ramsey sich als den besten Spieler auf seiner Position sieht, ist kein Geheimnis - und dementsprechend wird er auch bezahlt werden wollen. Nachdem die Rams zwei Erstrundenpicks für ihn opferten, hält Ramsey in den Vertragsverhandlungen zudem alle Trümpfe in der Hand.

Der 25-Jährige hat bereits erklärt, nicht streiken oder das Training Camp aussetzen zu wollen, doch es gibt genug andere Wege, um Druck auf die Franchise auszuüben, Ramsey hat in Jacksonville bereits unter Beweis gestellt, dass er sich dieser Möglichkeiten sehr bewusst ist. Die Cap-Situation der Rams ist allerdings schon jetzt äußerst angespannt, es sollte niemanden verwundern, wenn dieses Thema auch in "Hard Knocks" angesprochen werden wird.

Todd Gurleys Nachfolger

In der Outside-Zone-Offense von Sean McVay legte Todd Gurley in den Saisons 2017 und 2018 Zahlen auf, wie nur sehr wenige Running Backs vor ihm. Aufgrund schwerer Knieprobleme sahen sich die Rams im Frühjahr allerdings dazu gezwungen, sich von ihrem einstigen Superstar zu trennen - und gleichzeitig ordentlich Dead Cap zu schlucken.

In der kommenden Saison wird nun spannend zu sehen sein, wer zukünftig in die potenziell sehr Running-Back-freundliche Rolle als Lead Back bei den Rams schlüpfen kann. Zweitrundenpick Cam Akers dürfte wohl die besten Karten haben, doch auch Darrell Henderson, Malcolm Brown und und John Kelly werden Möglichkeiten bekommen, um sich zu beweisen. Die Leistungen im Training Camp dürften hier mitentscheidend werden.

Die auslaufenden Verträge der Chargers

Joey Bosa. Keenan Allen. Melvin Ingram. Hunter Henry. Gleich mehrere der absoluten Leistungsträger bei den Chargers gehen 2020 in ihr letztes Vertragsjahr. Sie alle zu halten, dürfte für die Franchise ein Ding der Unmöglichkeit werden. Die ungewisse Zukunft sowie der mögliche Free-Agent-Status im kommenden Jahr dürften bei "Hard Knocks" sicher ein Thema werden.

Besonders Bosa wird dabei besonders im Fokus stehen. Der 24-Jährige zählt zu den besten Defendern der Liga und ist spätestens nach dem Abang von Philip Rivers eines DER Aushängeschilder des Teams. Es ist alles andere als ausgeschlossen, dass Bosas neuer Vertrag ihn zum bestbezahlten Verteidiger aller Zeiten machen könnte.

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Sean McVays Gedächtnis

Sean McVay zählt zu den Lieblingen der US-amerikanischen NFL-Medien. Er ist jung, wortgewandt und verfügt gleichermaßen über Witz und Charme. Dementsprechend sicher kann man sein, dass die Kameras McVay in diesem Sommer ausgiebig verfolgen werden - man erinnere sich nur an "Hard Knocks" mit Jon Gruden oder auch Rex Ryan.

Eines der Themen dabei definitiv: McVays Gedächtnis. Der 34-Jährige verfügt nahezu fotografisches Gedächtnis, in der Vergangenheit gab er teilweise fünf Jahre zurückliegende Plays spontan detailgetreu wieder. Man darf sich sicher sein: In ständiger Begleitung der Kameras dürfte es zu so einigen anderen Momenten dieser Art kommen.

Der neue Coaching Staff der Rams

Als Sean McVay die Rams 2017 als Rookie-Head-Coach übernahm, war der Hype um ihn und sein Coaching-Team von Beginn an groß. McVay galt es junges Offensiv-Genie, gleichzeitig brachte er jedoch auch noch Coaching-Legende Wade Phillips mit, der in der Vergangenheit unter anderem die No Fly Zone in Denver gecoacht hatte. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten.

Nach dem Verpassen der Playoffs in der Vorsaison, dem ersten Rückschritt seit McVays Amtsübernahme, wurde das Trainerteam der Rams allerdings durcheinander gewürfelt: Philipps' auslaufender Vertrag wurde nicht verlängert, Brandon Staley, zuletzt Linebacker-Coach in Denver, übernimmt den Posten. Mit Kevin O'Connor in der Offense sowie John Bonamego für die Special Teams wurden auch die anderen beiden Coordinator-Posten neu besetzt. "Hard Knocks" könnte einen guten Einblick geben, welche Philosophien die Neulinge in Los Angeles verfolgen werden.

Die Chargers-Defense

Joey Bosa. Melvin Ingram. Casey Hayward. Derwin James. Desmond King. Der Chargers-Defense mangelte es bereits 2019 nicht an spektakulären Spielern, mit Chris Harris Jr. (Free Agency), Linval Joseph (Free Agency) und Kenneth Murray (Draft) wurde die defensive Unit in der Offseason allerdings nochmal verstärkt, so mancher träumt bereits von einer dominanten Defense, der vielleicht besten der NFL.

Angesichts der äußerst klangvollen Namen kann man davon ausgehen, dass diese Vorstellung im Sommer nochmal zum Thema wird. Besonders Murray dürfte dabei besonders im Mittelpunkt stehen: Der 21-Jährige gilt als ultraathletischer und -explosiver Spieler, dem es hier und da allerdings noch an Spielintelligenz mangelt. Das Training Camp dürfte erste Einsichten bringen, inwieweit Murray der Aufgabe in der Mitte der Chargers-Defense gewachsen sein wird.

Hard Knocks: Die Ausgaben im Überblick

JahrTeam
2001Baltimore Ravens
2002Dallas Cowboys
2007Kansas City Chiefs
2008Dallas Cowboys
2009Cincinnati Bengals
2010New York Jets
2011A Decade of NFL Training Camps
2012Miami Dolphins
2013Cincinnati Bengals
2014Atlanta Falcons
2015Houston Texans
2016Los Angeles Rams
2017Tampa Bay Buccaneers
2018Cleveland Browns
2019Oakland Raiders
2020Los Angeles Rams und Los Angeles Chargers

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