NFL

Houston Texans vs. New England Patriots 28:15 - Nächste Pleite! Patriots erwachen zu spät in Houston

Von Marcus Blumberg

Die Houston Texans haben die New England Patriots im Sunday Night Game von Woche 13 28:22 geschlagen. Während Quarterback Deshaun Watson eine überragende Partie spielte, wurde sein Gegenüber, Tom Brady, von seinen Receivern weitestgehend im Stich gelassen.

Die Patriots begannen das Spiel vielversprechend. Defensiv erzwangen sie ein 3-and-out und offensiv marschierten sie ohne Mühe bis in die Red Zone, wo die Maschine jedoch ins Stocken geriet. Am Ende des ersten Drives stand somit nur ein Field Goal vom neuen Kicker Kai Forbath, der aus 23 Yards traf. Auffällig war dabei, wie häufig sie auf den Lauf setzten - 9 der 11 Spielzüge waren Läufe.

Während die Texans-Offense weiterhin stockte, bekam sie Hilfe der eigenen Defense: Cornerback Bradley Roby schnappte sich eine Interception von Tom Brady und leitete damit den ersten Touchdown des Spiels ein. Drei Spielzüge später fand Deshaun Watson Running Back Duke Johnson für einen 14-Yard-TD-Pass.

Während die Texans-Defense dann immer besser wurde und New England nicht mehr ins Spiel kommen ließ, legten die Hausherren im zweiten und dann dritten Viertel jeweils Touchdowns durch Darren Fells und letztlich einen Deep Ball auf Kenny Stills (35 Yards) oben drauf.

Die zu späte Antwort New Englands war dann ein 12-Yard-Touchdown-Pass von Brady auf James White, der anschließende Extra-Punkt ging nach einer Delay-of-Game-Strafe jedoch vorbei.

Den Deckel machten die Texans dann mit einem elaborierten College-Style-Trick-Spielzug drauf: Nach mehreren Hand-Offs lief Hopkins nach rechts raus und warf dann einen Flip-Pass zu Watson, der den Ball an der Seitenlinie fing und in die Endzone hechtete - offiziell ein 6-Yard-Touchdown-Catch für den QB. Die Patriots fanden anschließend noch zweimal die Endzone - Brady zu White und schließlich Edelman -, doch das war der Inbegriff von Garbage-Time-Produktion mit wenig Gegenwehr der Hausherren, zumal die Patriots mit 50 Sekunden vor Schluss beim Onside-Kick versagten - Brandon Bolden hatte den Ball über die Texans-Spieler drüber gestochert, doch dann war keiner da, um ihn zu sichern.

Die Texans halten mit diesem Erfolg die Tennessee Titans in der AFC South auf Distanz. Sie haben weiter ein Spiel Vorsprung an der Spitze der Divison. Die Patriots wiederum fallen auf Platz 2 der AFC zurück - sie sind gleichauf mit den Baltimore Ravens, haben jedoch den direkten Vergleich verloren.

Houston Texans (8-4) - New England Patriots (10-2)

Ergebnis: 28:22 (7:3, 7:0, 7:6, 7:13) BOXSCORE

Texans vs. Patriots - die wichtigsten Statistiken

  • Mit Bradys Interception in der ersten Hälfte kommt er nun auf 6 in dieser Saison, 5 davon auswärts. Zudem kassierten die Patriots erst ihren dritten Touchdown in einem ersten Viertel in dieser Saison. Aber: Brady warf erstmals seit Woche 5 in Washington wieder 3 Touchdown-Pässe in einem Spiel.
  • Die Patriots hatten vor dieser Partie vier Passing Touchdowns insgesamt zugelassen. In diesem Spiel waren es ebenso viele. Bemerkenswert: Deshaun Watson ist der erste QB in dieser Spielzeit, der 3 Touchdown-Pässe gegen New England geworfen hat.
  • Watson hat zum fünften Mal in dieser Saison 3 Touchdown-Pässe in einem Spiel geworfen. Das ist ein Franchise-Rekord für die Texans. Darüber hinaus ist er der erste Spieler seit Jim McMahon 1985, der in einem Spiel 3 Touchdown-Pässe und einen Touchdown-Catch erzielt hat. Insgesamt schafften dies neben Watson und McMahon nur zwei andere Spieler: Frank Ryan 1960 und Ray Buivid 1937.

Der Star des Spiels: Deshaun Watson (Texans)

Watson (18/25, 234 YDS, 3 TD / TD REC) machte den Unterschied gegen eine bis hierhin meist überwältigende Defense. Er las das Spiel sehr gut, fand die Mismatches - die Linebacker - und setzte die Running Backs und Tight Ends gekonnt ein. Zudem ließ er mit seinen Entscheidungen die größte Stärke New Englands - die Cornerbacks - kaum zur Geltung kommen und ging meist über den offenen Teil der Mitte des Felds. Außerdem ließ er sich vom Blitz nicht aus der Ruhe bringen. Die Krönung seiner Leistung war dann sein erster Touchdown-Catch in der NFL - mit seiner ersten Reception überhaupt.

Der Flop des Spiels: Die Receiver der Patriots

Tom Brady spielte einmal mehr richtig schwach, doch die Hauptursache dafür war wohl die Unfähigkeit seiner potenziellen Anspielstationen, irgendeine Separation zu erzeugen, obwohl Brady deutlich mehr Zeit zum Passen hatte als sonst - im schnitt hat er 2,69 Sekunden, in diesem Spiel waren es 3,25 Sekunden. Nahezu alle waren stets gedeckt und liefen teils einfach nicht die Routes, die Brady erwartet hätte, was er seine Kollegen lautstark und gestenreich wissen ließ. Auch wurden einige Pässe schlicht fallen gelassen. So wird es gegen jeden Gegner schwer.

Texans vs. Patriots - die Taktiktafel

  • Ein Ergebnis dieser mangelhaften Leistung der Receiver war die Interception von Roby gegen Brady im ersten Viertel. Die Patriots spielten eine Empty-Formation und N'Keal Harry sollte eine Slant-Route laufen, ließ sich aber abkochen, während Roby das Play auch perfekt las. Er lief die Route essenziell besser und energischer als der Receiver.
  • Schlüssel zum Spiel für die Texans war es, die Mismatches auszunutzen. Ein eklatantes war dabei Duke Johnson in Space gegen die eher langsameren Linebacker - Kyle Van Noy oder Dont'a Hightower -, was Watson immer wieder konsequent zu seinem Vorteil nutzte. Und ansonsten wurden die Tight Ends sehr gut in Szene gesetzt, wenn sie in Man-Coverage zu finden waren. DeAndre Hopkins wiederum wurde entweder von Stephon Gilmore allein oder mit Safety-Help markiert, jedoch nicht immer mit Erfolg.
  • Besagte Mismatches boten sich besonders gegen den Blitz an, wenn jene ohnehin nur von einem Verteidiger gecovert wurden. Watson erkannte diese Situationen sehr gut und fand dann meist den offenen Mann. Und wenn er Zone Coverage über die Mitte fand, machte er einen guten Job damit, seine Targets auf Crossing Routes über die Mitte zu finden.
  • Die Patriots ließen jegliche Kreativität in der Offense vermissen und spielten zumeist erzkonservativ: Sehr häufig setzten sie auf Läufe in Early Downs, was aus analytischer Sicht einfach kontraproduktiv ist. Und bis auf den ersten Drive des Spiels wurde diese Herangehensweise auch stets betraft. Dass am Ende doch noch respektable Zahlen herauskamen, lag einzig daran, dass die Texans-Defense am Ende sehr zurückhaltend agierte und teils nur noch Prevent spielte.

Datenschutz|Allgemeine Geschäftsbedingungen
Jobs|Impressum|powered by cmsWorks

Copyright ©2019 SPOX.com Alle Rechte vorbehalten. Die auf SPOX veröffentlichten Informationen dürfen ohne vorherige schriftliche Erlaubnis von SPOX nicht veröffentlicht, verbreitet, umgeschrieben oder umverteilt werden.

SPOX