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NFL

Die Patriots als Mega-Favorit

Von Adrian Franke

No. 1 New England Patriots (14-2) - No. 4 Houston Texans (9-7) (So., 2.15 Uhr live auf DAZN)

Der Weg in die Playoffs:

New England: Wesentlich einfacher als vor der Saison vermutet. Nachdem die Vier-Spiele-Sperre gegen Tom Brady perfekt war, gab es bereits zahlreiche Spekulationen darüber, dass womöglich tatsächlich ein anderes Team die AFC East gewinnen könnte. Stattdessen aber gewannen die Pats ihre ersten drei Spiele ohne Brady weitestgehend souverän, darunter das 27:0 gegen Houston, und standen zur Saisonmitte bei sieben Siegen und nur einer Pleite.

Es folgte die einzige weitere Niederlage, ein 24:31 gegen die Seahawks in Foxboro. Danach? Dominanz. Einstige Angstgegner wie Baltimore (30:23) und die Broncos in Denver (16:3) wurden beeindruckend dominant geschlagen, der Einbruch zum Ende - was New England in der Vorsaison den Top-Seed kostete - blieb ebenfalls aus. Und das mehr als nur eindeutig: 41:3 gegen die Jets und 35:14 gegen Miami.

Houston: Für die Texans war der Weg bis hierher mehr als steinig: Auf eine außergewöhnliche Free Agency, in der mit Brock Osweiler und Lamar Miller unter anderem der neue Starting-Quarterback und der Starting-Running-Back verpflichtet wurden, folgte schnelle Ernüchterung. Die Offense wurde den eigenen Ambitionen nicht einmal ansatzweise gerecht, Osweiler hatte große Probleme mit dem Scheme und fand keinen Rhythmus mit Star-Receiver DeAndre Hopkins - während die Saison für J.J. Watt frühzeitig beendet war.

Dennoch überzeugte die Defense dank neuer Säulen wie Jadeveon Clowney und Whitney Mercilus sowie aufsteigenden Talenten wie etwa Cornerback A.J. Bouye. Das reichte, um schwächere Gegner zu schlagen und vor allem die Division-Spiele (5-1 insgesamt) zu dominieren. Gegen stärkere Konkurrenz aber wurden Houston schnell die Grenzen aufgezeigt: Klare Pleiten wie gegen New England (0:27), Minnesota (13:31) oder Denver (9:27) standen hier zu Buche.

Da sich allerdings der Rest der AFC South ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckerte, reichten, trotz Osweilers schwachen Leistungen, die zwischenzeitlich gar zur Degradierung zum Backup führten, neun Siege für die Playoffs - und gegen die Raiders und deren dritten Quarterback Connor Cook gab es dort am vergangenen Wochenende einen ungefährdeten Auftaktsieg.

Die aktuelle Situation:

New England: Nur zwei Personal-Situationen trüben das Bild in New England: Einmal natürlich die Verletzung von Rob Gronkowski, der die gesamten Playoffs definitiv verpassen wird. Auf der anderen Seite aber auch die Probleme bei LeGarrette Blount. Der Running Back, der eine herausragende Regular Season gespielt hat, konnte unter der Woche krankheitsbedingt nahezu überhaupt nicht trainieren - hinter seinem Einsatz steht noch ein Fragezeichen.

Ansonsten aber spricht wenig gegen die Patriots: Die Defense hat sich über die zweite Saisonhälfte deutlich gesteigert, Martellus Bennett vertritt Gronk bislang gut und der jüngst verpflichtete Michael Floyd hinterließ zum Abschluss der Regular Season einen äußerst positiven Eindruck - und könnte vor allem in der Red Zone ein Problem für den Gegner werden. Nicht umsonst eröffnete New England die Woche bei den Buchmachern als einer der größten Playoff-Favoriten aller Zeiten (16 Punkte).

Die höchsten Playoff-Niederlagen aller Zeiten

Brady jedenfalls war unter der Woche bemüht, den Fokus trotz der klaren Favoriten-Rolle hoch zu halten: "Houstons Defense kann den Quarterback unter Druck setzen und den Run stoppen. Sie haben viele gute Scheme-Elemente, mit denen (Defensive Coordinator) Romeo Crennel dich herausfordert. Daran ist nichts leicht, da gibt es keine Auszeit. Sie fordern dich auf jede Art und Weise heraus, wir müssen mental voll da sein. Das ist eine der schwierigsten Defenses, mit der wir es in dieser Saison zu tun hatten."

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Houston: Gerüchte über eine (einvernehmliche) Trennung von Bill O'Brien, die Quarterback-Debatte - in Houston hatte man in den vergangenen Wochen auffällig häufig nicht das Gefühl, es mit einem Division-Champion zu tun zu haben. Allerdings haben die Texans, wenn auch gegen ein dezimiertes und scheinbar auch demoralisiertes Raiders-Team, vielleicht pünktlich zu den Playoffs ihre Top-Form für diese Saison gefunden.

Houston vor dem Divisional-Spiel: Playoffs - Who cares?!

Zumindest Osweiler gelang sein wohl bestes Spiel, dabei profitierte er vom wieder verbesserten Run Game und den damit kombinierten Play-Action-Spielzügen, sowie dem No-Huddle-Ansatz. Außerdem lieferte Clowney auf der Playoff-Bühne eine weitere starke Partie ab, gemeinsam mit Mercilus bildet der einstige Nummer-1-Pick ein brandgefährliches Edge-Duo an der Line of Scrimmage.

Osweiler weiß dabei, was am Samstagabend wichtig wird: "Egal ob sie den ersten oder auch die ersten beiden Touchdowns erzielen - eine Sache die ich gelernt habe, als ich Peyton gegen Tom zugeschaut habe: Man muss geduldig bleiben und dem Game Plan vertrauen. Man darf nicht, wenn man mit zehn oder 14 Punkten zurück liegt, in Panik verfallen. Man muss das 60-Minuten-Spiel spielen."

Players to Watch:

New England: Marcus Cannon. Wenn Houston in diesem Spiel irgendeine Chance haben will, müssen Mercilus und Clowney erneut dominieren. Dass muss aufgrund der schnellen Wurf-Frequenz von Brady noch eindrucksvoller gelingen, als gegen Oakland - und Cannon kann hierbei seine überraschend starke Saison bestätigen: Der Right Tackle, vor nicht allzu langer Zeit noch gerne Zielscheibe für Kritiker, hat in dieser Saison lediglich einen Sack zugelassen. Halten Cannon und Left Tackle Nate Solder gegen Houstons gefährlichste Spieler, sollten die Texans keine Chance haben.

Houston: Brock Osweiler. Osweiler und die Texans-Offense brachten im Duell dieser beider Teams zu Beginn der Regular Season nicht einen einzigen Punkt auf die Anzeigetafel - und New Englands starke Run-Defense kann ohne Frage dafür sorgen, dass das Spiel in Osweilers Händen liegt. Wenn man eine Schwäche in einem gut ausbalancierten Patriots-Team nennen will, dann wäre das der Pass-Rush. Doch kann der nach wie vor umstrittene Quarterback daraus Kapital schlagen?

Darauf kommt es an: Was haben sich die Texans für New Englands Offense einfallen lassen? In der Run-Defense könnte Houston mithalten, und so die Pats zumindest eindimensional machen. Doch nutzt das den Gästen tatsächlich etwas? Vor allem auf die Underneath-Coverage der Texans wartet mit Edelman, Lewis, Bennett und Co. eine schwere Probe.

Auf der anderen Seite des Balls ist die große Frage: Kann Osweiler irgendeine Art von konstantem Passing Game ins Rollen bringen? Essenziell dafür: Die Pässe zu Tight Ends über die Mitte, die gegen Oakland gut funktionierten. Allerdings wird Houston dieses Mal auch mehrere Big Plays brauchen. Osweiler muss DeAndre Hopkins in 50/50-Situationen Chancen geben, Plays zu machen.

Prognose: Eine Offense mit Brock Osweiler gegen Bill Belichicks Defense mit zwei Wochen Vorbereitungszeit? Keine allzu vielversprechende Ausgangslage für Houston. Die Defense der Texans verhindert den totalen Blowout, über den Sieger gibt es dennoch keinen Zweifel. Tipp: 27:10 Patriots.

Die Divisional-Runde im Überblick

Das SPOX-NFL-Tippspiel, Divisional-Runde:

Florian RegelmannStefan PetriAdrian FrankeMarcus Blumberg

Seahawks @Falcons

30:2424:2120:2731:38

Texans @Patriots

7:3510:3410:277:45

Steelers @Chiefs

24:2027:2020:2326:20

Packers @Cowboys

27:3130:2731:2820:27
Wildcard4-04-03-14-0
Insgesamt
163-97160-100

167-93

160-100

Seite 1: Falcons vs. Seahawks - Offense-Spektakel gegen die angeschlagene Legion of Boom

Seite 2: Patriots vs. Texans - Houston als historischer Underdog in New England

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