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NBA - Saisonvorschau: Boston Celtics, Chicago Bulls, Indiana Pacers: Wie viele Tiefschläge verkraftet ein Contender?

Von Philipp Jakob

Der amtierende Ost-Champion ging mit einer Menge Euphorie aus dem Sommer, doch dann folgte ein Rückschlag nach dem anderen. Gehören die Boston Celtics trotzdem noch zu den Topfavoriten? Und finden die Bulls zurück zu ihrer starken ersten Saisonhälfte des Vorjahres? SPOX macht den Check.

Alle 30 Teams bekommen in den Wochen vor dem Saisonstart in der Nacht vom 18. auf den 19. Oktober bei SPOX eine eigene Saisonvorschau spendiert. Hier gibt es eine Übersicht mit allen bisher erschienen Previews.

NBA-Saisonvorschau: BOSTON CELTICS

Boston Celtics: Die Transaktionen

Neuzugänge

  • Draft: J.D. Davison (#53)
  • Trade: Malcolm Brogdon (Pacers)
  • Free Agency: Danilo Gallinari (Hawks), Noah Vonleh (Shanghai Sharks)

Abgänge

  • Trade: Daniel Theis, Aaron Nesmith, Nik Stauskas, Malik Fitts, Juwan Morgan (alle Pacers)
  • Free Agency: Brodric Thomas (Free Agent)

Boston Celtics: Die wichtigsten Statistiken 2022/23

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
51-31 (Platz 2 im Osten)113,6 (9.)106,2 (1.)7,4 (2.)

Boston Celtics: Die Strategie in der Offseason

Der größte Gewinner des Sommers? Die Boston Celtics, da waren sich die Coaches, Scouts und Executives sicher, als ESPN diese Frage im alljährlichen Offseason-Survey in den Raum warf. Mit großem Abstand heimste Boston in dieser Umfrage die meisten Stimmen ein und das auch zu Recht. Ende August war das, seither hat eine ganze Serie von Tiefschlägen aber einiges in Titeltown durcheinandergewirbelt.

Doch von vorne: Mit einer spektakulären zweiten Saisonhälfte (33-10 in den letzten 43 Regular-Season-Spielen) und dem anschließenden Finals-Trip (2-4 vs. Warriors) schien Boston ohnehin schon gut gerüstet, auch in der kommenden Saison anzugreifen. Das reichte Teampräsident Brad Stevens aber offensichtlich nicht. Stattdessen verstärkte er das Team mit dem Trade für Brogdon.

Die Kelten mussten für den 29-Jährigen keinen bedeutenden Playoff-Rotationsspieler nach Indiana abtreten, dennoch haben sie eine klare Schwachstelle adressiert. Brodgdon bringt mehr Playmaking und Shooting im Backcourt, was vor allem in der Postseason teils vermisst wurde. Zusätzlich kam in der Free Agency in Person von Gallinari ein scorender Flügelspieler, der in der regulären Saison für Entlastung hätte sorgen können.

Dann aber folgte Tiefschlag Nummer eins: Der Italiener wird aufgrund eines Kreuzbandrisses im linken Knie wahrscheinlich die komplette Saison ausfallen. Tiefschlag Nummer zwei: Center Robert Williams III musste erneut unters Messer und wird nach einer Knie-OP etwa zwei bis drei Monate fehlen. Tiefschlag Nummer drei: Die Franchise hat Head Coach Ime Udoka suspendiert aufgrund einer "unangemessenen" Beziehung zu einer Team-Mitarbeiterin. Nun wird der relativ unerfahrene Joe Mazzulla (34, bisher drei Jahre als Assistant Coach in der NBA) die Mannschaft anführen.

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Boston Celtics: Die Schwachstellen

Die Celtics sind auf den großen Positionen ziemlich dünn besetzt. Der Ausfall von Williams III wird gerade defensiv schmerzen, dafür muss Al Horford noch mehr Last schultern - der ist aber bereits 36 Jahre alt. Grant Williams wird wohl vorerst in die Starting Five rücken, nach der Gallinari-Verletzung kommen dahinter eigentlich nur noch Luke Kornet, Noah Vonleh und seit neuestem Blake Griffin.

Boston musste im Frontcourt nochmal aktiv werden und sicherte sich vergangene Woche die Dienste des 33-Jährigen. Griffin hat zwar die besten Jahre hinter sich, die Celtics schätzen laut The Athletic aber seine Vielseitigkeit. Er kann die Vier und die Fünf spielen, bringt offensiv mehr Qualität als die restlichen Frontcourt-Optionen, ist aber defensiv angreifbar. Vorerst wird Boston vermutlich mehr Small-Ball spielen, doch die Hoffnungen der besten Defense des Vorjahres hängen an der Gesundheit von Horford und Williams III.

NBA-Preview: Der Kader der Boston Celtics

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Marcus SmartJaylen BrownJayson TatumGrant WilliamsAl Horford
Malcolm BrogdonDerrick WhiteSam HauserBlake GriffinLuke Kornet
Payton PritchardJ.D. Davison-Noah VonlehRobert Williams III**
---Danilo Gallinari*-

* wird voraussichtlich die komplette Saison verpassen
**wird nach einer Knie-OP zwei bis drei Monate ausfallen

Boston Celtics: Der Hoffnungsträger

Die Titelhoffnungen im Allgemeinen hängen derweil natürlich vor allem an Jayson Tatum und Jaylen Brown. Das Duo hat in der Vorsaison bereits eine tolle Entwicklung hingelegt, doch in den Finals ging aufgrund der zuvor abgespulten Minuten etwas die Luft auf. Gallinari hätte in der regulären Saison Minuten vom Konto des Star-Duos nehmen sollen. Das klappt zwar nicht, dank Brogdon wird zumindest die Playmaking-Last geringer.

In dieser Hinsicht und als Passer hat sich Tatum zwar schon stark verbessert, doch man darf von ihm noch weitere Fortschritte erwarten, ebenso beim Finishing am Ring. Das ist aber Kritik auf hohem Niveau. Schon jetzt ist der 24-Jährige ein Top-10-Spieler der Liga, in einem Best-Case-Szenario spielt er kommende Saison eine bedeutende Rolle im MVP-Rennen. Bei Brown (25 Jahre) wird interessant sein, wie er die Trade-Gerüchte um seine Person im Sommer wegsteckt. Im Idealfall hat Boston hier eines der besten Duos der Liga in seinen Reihen.

Boston Celtics: Fazit

In den vergangenen Wochen hat auf einmal Unruhe die anfängliche Euphorie in Boston verdrängt. Die Udoka-Suspendierung hat den Aussagen am Media Day nach zu urteilen auch die Spieler überrumpelt. Jetzt ist der Erfolgscoach der Vorsaison erstmal weg, wie gehen das Team und Interimscoach Mazzulla mit dieser Situation um?

Zu den Fragezeichen hinter der Celtics-Saison gesellen sich auch der Ausfall von Timelord Williams III und ob der restliche Kader (Brogdon!) wirklich die komplette Saison fit bleiben kann. Auf dem Papier ist der Finalist der Vorsaison nochmal besser geworden, die Defense wird vorerst ohne Williams III aber nicht das gleiche elitäre Niveau erreichen können. Jetzt gilt es, das Drama abseits des Courts auszublenden. Dann gehören die Celtics auch 2022/23 in den Kreis der Topfavoriten.

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