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NBA - Mark Aguirre: Launische Diva und der erste echte Superstar der Dallas Mavericks

Von Robert Arndt

Die Dallas Mavericks steckten in den Achtzigern noch in ihren Kinderschuhen, erst mit der Ankunft von Mark Aguirre wurden sie ein relevantes NBA-Team. Der Forward war ein grandioser Scorer, aber auch eine launische Diva. Am Ende waren in Dallas alle froh, als er weg war.

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Vier Jerseys haben die Dallas Mavericks seit ihres Bestehens in der NBA unter die Hallendecke gezogen. Zuletzt wurde Dirk Nowitzki im Januar 2022 geehrt, zuvor wurden die Nummern von Brad Davis (#15), Rolando Blackman (#22) und Derek Harper (#12) nicht mehr vergeben. Gleiches gilt auch für die 24, die Dallas zu Ehren von Kobe Bryant zurückzog.

Dass diese Nummer überhaupt noch verfügbar war, ist etwas verwunderlich, schließlich trug sie der erste echte Star der Mavs in den Achtzigern. Die Rede ist von Mark Aguirre, der Dallas zwischen 1981 und 1989 stets beim Scoring anführte, dreimal All-Star wurde und im Schnitt 24,6 Punkte bei knapp 50 Prozent aus dem Feld auflegte.

"Er hat sich das absolut verdient", sagte Aguirres Freund Isiah Thomas vor einigen Jahren der New York Times und auch Aguirre selbst sieht das so. "Sie sollten es machen, aber ich habe damit meinen Frieden gefunden, weil ich immer so herzlich empfangen werde, wenn ich nach Dallas komme."

Das war nicht immer so. Über viele Jahre entwickelte sich eine Hassliebe zwischen dem bulligen Forward und der Franchise. Über acht Jahre war es eine Achterbahn der Gefühle, die im Februar 1989 ihr Ende fand, als Aguirre schließlich nach Detroit zu seinem Kumpel Thomas getradet wurde, mit dem er in der Folge zwei Meisterschaften mit den Pistons gewann.

Mark Aguirre: Ein unrühmlicher Abschied aus Dallas

In Dallas war man nicht traurig über den Abgang des All-Stars: "Wir sollten heute den ganzen Tag feiern, weil er weg ist", meinte Center Sam Perkins und auch Dallas' zweiter All-Star Blackman schlug in die gleiche Kerbe: "Mark konnte ein Spiel dominieren, aber nur wenn er im Kopf klar war. Man kann seine Mitspieler nicht einfach so hängen lassen und er hat uns oft hängen gelassen."

Das ist starker Tobak, doch der Frust war groß, schließlich waren die ambitionierten Mavs zum Zeitpunkt des Trades nur Siebter im Westen - zu wenig für ein Team, welches im Vorjahr die Showtime-Lakers in den Conference Finals in ein siebtes Spiel gezwungen hatte. Und auch dort hatte Aguirre eine fragwürdige Rolle gespielt, dazu aber später mehr.

Blackmans Vorwürfe kamen nicht aus dem Blauen, sie waren weise gewählt. Schon seit Wochen hatte Aguirre versucht, seinen Abgang aus Dallas zu forcieren. Mal verweigerte er eine Einwechslung im vierten Viertel, mal nahm er in einer Halbzeit nur einen Wurf. In einem anderen Spiel zeigte er Coach John MacLeod den Mittelfinger, nachdem dieser ihn auf die Bank gesetzt hatte. Bei einem Spiel in Utah spielte Aguirre vor der Partie Eins-gegen-Eins gegen Harper, um dann zu beschließen, dass beide Knöchel für einen Einsatz zu sehr schmerzen würden.

Plötzlich wurden all die Bedenken bestätigt, die durch die NBA kreisten, bevor Aguirre überhaupt eine Minute in der Association gespielt hatte. 1981 hatten die Mavericks den ersten Pick, nachdem Dallas wie erwartet als Expansion Team die mit Abstand schlechteste Bilanz der Liga (15 Siege) geliefert hatte. Die Truppe bestand aus No-Names, auch weil man sich mit Top-Pick Kiki Vandeweghe nicht auf einen Vertrag einigen konnte und diesen später nach Denver tradete.

Mark Aguirre: Seine Statistiken für die Dallas Mavericks

SaisonSpieleMINPTSFG%REBAST
81/825128,818,746,54,93,2
82/838134,424,448,36,34,1
83/847936,729,552,45,94,5
84/858033,725,750,66,03,1
85/867433,822,650,36,04,6
86/878033,325,749,55,33,2
87/887733,925,147,55,63,6
88/894434,821,745,05,34,3

Mark Aguirre: Charakter-Fragen und Streits mit Coach Motta

Nun standen die Mavs vor einer schweren Entscheidung: Mark Aguirre oder Isiah Thomas. Für Aguirre sprach sein Offensivspiel - die herausragenden Post-Moves gepaart mit einem guten Wurf, der sogar bis zur Dreierlinie reichte. Thomas wurde hingegen als bester (kleiner) Spielmacher seit Ewigkeiten angesehen, der in die NBA kommen würde. Das stellte sich als richtig heraus, gleichzeitig war Thomas nur 1,85 Meter groß, was damals durchaus ein Faktor war.

Aguirre hatte jedoch nicht den besten Ruf (Spitzname: Muffin Man), teils selbst verschuldet. Auf dem College gab er zu, dass er Schwierigkeiten hätte, sich gegen kleinere Teams zu motivieren und prompt schied das top-gesetzte DePaul in Runde eins bei March Madness aus. "Wir hatten schon ein wenig Angst, nachdem wir so viele Dinge über Aguirres Charakter hörten", gab Dallas' Pressesprecher Allen Stone zu. Und dennoch: Dallas machte Aguirre zum Top-Pick und sollte das zunächst einmal nicht bereuen.

Einige Verletzungen bremsten den Rookie zwar aus, aber spätestens in seiner dritten Saison war der Forward voll angekommen. Er wurde erstmals All-Star, legte fast 30 Punkte im Schnitt auf und führte die Mavs zusammen mit Shooting Guard Blackman (auch 1981 mit dem 9. Pick gezogen) erstmals in die Playoffs.

Völlig glatt lief es dennoch nicht. Vor allem mit Coach Dick Motta, einem Mann mit klaren Prinzipien, krachte es gelegentlich. "Für mich war klar, dass vor Saisonende einer von uns beiden sterben würde", sagte der Coach über sein Verhältnis mit Aguirre. "Ich fragte mich, ob er jemals erwachsen werden würde, aber nun weiß ich, dass er ein guter Junge ist. Ich war mir sicher, dass wir einen Loser geholt hätten. (...) Ich habe Dinge zu ihm gesagt, das würde ich nicht einmal meinem Hund antun."

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