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NBA

NBA Draft 2022, Beste Forwards: Warum Jabari Smith kein würdiger Top-Pick ist

Von Robert Arndt

JEREMY SOCHAN (BAYLOR)

Geburtstag: 20. Mai 2003 (19) / Größe: 2,06 Meter / Spannweite: 2,13 Meter / Gewicht: 104 Kilo

Jeremy Sochan: Seine Statistiken pro 40 Minuten

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14,710,12,82,047,429,6 (24/81)58,9

Stärken:

  • Und noch ein Forward, der vor allem in der Defense zu Hause ist. Wie Eason kam auch Sochan bei Baylor nur von der Bank, wie Eason ist auch der US-Pole, der 2020/21 auch ein Jahr in in der Akademie von ratiopharm Ulm spielt, ein defensiver Spielmacher. Sochan blühte im Switching-System der Bears auf und verteidigte von Eins bis Fünf alles, was ihm vor die Flinte kam. Es war beeindruckend, wie selten der Forward im Eins-gegen-Eins geschlagen wurde.
  • Aber Sochan kann nicht nur switchen, er ist variabel. Auch gegen das Pick'n'Roll zeigte der 19-Jährige sein exzellentes Spielverständnis und spielte die Winkel hervorragend. Er kommt gut um Blöcke herum und war auch eine Waffe, wenn Baylor den Ballhandler blitzte. Dazu antizipiert er das Spiel hervorragend und sammelte so zahlreiche Steals und Deflections, ohne zu oft die eigene Position aufzugeben.
  • Im Angriff hilft der Basketball-IQ ebenfalls. Man wird die Offense zwar nicht über ihn laufen lassen, aber Sochan versteht es, die Offense am Laufen zu halten. Dazu ist er ein guter Rebounder am offensiven Brett, läuft kluge Cuts und zeigte auch als Roll Man einige vielversprechende Ansätze.

Schwächen:

  • Ansonsten sieht es offensiv aber nicht sonderlich rosig aus, insbesondere der Wurf. 30 Prozent von der Dreierlinie, nur 33 Prozent aus dem Catch-and-Shoot - das ist dringend verbesserungswürdig. Zwar kann Sochan auch ohne Wurf offensiv helfen, aber auf Dauer kann der Fit schwierig werden. Bei Sochan wird zwar gerne der Draymond-Green-Vergleich gebracht, aber wenn wir ehrlich sind, gibt es keinen zweiten Draymond.
  • Mit 2,06 Meter ist er sogar etwas größer als Green, hat aber nicht die Athletik des Warriors-Stars in seinen besten Jahren. Sochan kann zwar auf dem Papier den Fünfer geben, ist aber trotz all seiner Vorzüge in Sachen Positionierung kein Ringbeschützer. Da der Wurf nicht da ist, braucht Sochan wohl noch einen werfenden Big an seiner Seite.
  • Wie bereits angesprochen ist Sochan kein Sprungwunder und auch nicht besonders explosiv. Seitwärts bewegt er sich gut, vertikal eher weniger. Auch der erste Schritt ist eher Durchschnitt, in Verbindung mit einem mittelmäßigen Handle schlägt er so seine Gegenspieler eher nicht. Als Driver stellt er keine Gefahr für den Korb dar.

Erinnert an: Bulliger Matisse Thybulle

SPOX-Prognose: Zwischen 11 und 17

Best Fit: Charlotte Hornets, Atlanta Hawks

KEEGAN MURRAY (IOWA)

Geburtstag: 19. August 2000 (21) / Größe: 2,03 Meter / Spannweite: 2,06 Meter / Gewicht: 102 Kilo

Keegan Murray: Seine Statistiken pro 40 Minuten

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29,510,91,92,455,439,8 (66/166)74,7

Stärken:

  • Ein großer Forward, der auch in Transition etwas mit dem Ball anfangen kann? Das ist Murray, der viele seiner Stats auf dem College auf diese Weise sammelte. Der Forward lief den Fastbreak sehr entschlossen und agierte dabei als Finisher, aber auch als Passgeber. Auffällig war zudem, wie hart Murray das offensive Brett attackierte und so zahlreiche "einfache" Punkte verbuchte.
  • Überhaupt war Murray in Korbnähe äußerst effizient. Neben den Second Chance Points trat Murray auch als guter Cutter mit hervorragendem Timing in Erscheinung. Aus dem Pick'n'Roll kann er sowohl als Roll Man als auch als absinkender Forward auftreten, der es dann von der Dreierlinie regnen lässt. Seinen Dreier verbesserte er in seinem zweiten College-Jahr um 10 Prozentpunkte bei gleich drei Versuchen mehr pro Spiel.
  • Dazu hat Murray auch in der Defense einige Tools im Werkzeugkasten, um ein defensiver Spielmacher zu sein. Seine Gegenspieler hat er meist im Griff, dazu machte er als Help Defender einen guten Eindruck mit seinem Timing. Kaum einer sammelte mehr Steals und Blocks als Murray. Auch das ist einer der Gründe, warum viele NBA-Scouts ihn als "sicheren Pick" ansehen.

Schwächen:

  • Gleichzeitig punktete Murray auf dem College viel im Post, das sollte auf NBA-Niveau kein großer Faktor mehr sein. Ansonsten tat sich der 21-Jährige schwer, für sich selbst zu kreieren. Das Handling ist nicht gut genug, die Explosivität ist auch nicht da. Es muss aber erwähnt werden, dass Murray hier und da auch einige gute Crossover auspackte und auch auf den Stepback-Dreier zurückgriff.
  • Das dürfte ein wichtiges Element werden, da Murray trotz guter Quoten am Ring mehrfach Probleme bekam, wenn er gegen Länge abschließen musste. Es fehlt ein wenig die Power, dazu brachte sich Murray in schwierige Situationen, weil er seine Mitspieler in den entscheidenden Momenten nicht fand. Immerhin: Er produzierte nur wenig Turnover (1,1 pro Spiel).
  • In der Defense bleiben Fragezeichen, wie er sich gegen kleine, schnelle Guards anstellen wird. Hier offenbarte Murray die meisten Schwierigkeiten, eben weil er nicht der Schnellste ist und sich auch nicht so flüssig wie gewünscht bewegen kann. Das ist ein kleines, aber wichtiges Element einer modernen Defense, grundsätzlich ist Murray als Verteidiger aber mehr als solide.

Erinnert an: Tobias Harris (mit Defense)

SPOX-Prognose: Zwischen 5 und 9

Best Fit: Indiana Pacers, Portland Trail Blazers

A.J. GRIFFIN (DUKE)

Geburtstag: 25. August 2003 (18) / Größe: 1,98 Meter / Spannweite: 2,13 Meter / Gewicht: 100 Kilo

A.J. Griffin: Seine Statistiken pro 40 Minuten

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17,36,51,60,949,344,7 (71/159)79,2

Stärken:

  • In dieser Forward-Klasse ist Griffin der vermutlich beste Schütze. Es ist eine Augenweide, wie traumwandlerisch sicher er von draußen ist und wie flüssig die Bewegung aussieht, obwohl die Fußstellung so in keinem Lehrbuch steht. Eine Quote von fast 45 Prozent von Downtown spricht aber für sich.
  • Was Griffin zu einem möglichen All-Star macht, ist seine Fähigkeit, auch für sich selbst zu kreieren. Bei Duke sah man dies nicht so oft, auch weil Griffin zuvor ein Jahr verletzt pausierte, aber er hat genügend Moves und ein ansprechendes Handle, um sich Platz zu verschaffen. Vor allem den Stepback-Dreier zur linken Seite nimmt Griffin bevorzugt, es könnte sein Go-to-Move sein.
  • Potenzial ist auch in der Defense vorhanden. Griffin hat eine enorme Wingspan und verfügt über eine gute Körperstabilität, um auch gegen größere Spieler gegenhalten zu können. Bisher zeigte er es zu selten, aber die Tools sind da, dass Griffin auch in der Defensive den Unterschied ausmachen könnte.

Schwächen:

  • So weit sind wir aber noch lange nicht. Sein Einsatz in der Defense schwankt Spiel für Spiel, dazu sind seine Fundamentals teils haarsträubend. Zu oft wurde er dabei erwischt, wie er nur den Ball beobachtete und sein Gegenspieler durch Cuts scorte. Dazu hatte Griffin am Perimeter Probleme, seine Gegenspieler im Eins-gegen-Eins vor sich zu halten, da es an lateralem Speed mangelt.
  • Das könnte aber auch eine Folge seine Verletzungshistorie sein. Je eine schwere Knie- als auch Knöchelverletzung kosteten Griffin bereits zwei Jahre. Die Frage ist nun, was die Krankenakten sagen und inwieweit weitere Verletzungen wahrscheinlich sind. Fakt ist auch, dass Griffin in seinen High-School-Tagen deutlich explosiver war als er es bei Duke zeigen konnte.
  • Einen Makel haben wir am Wurf noch, der Release ist nicht besonders schnell. So ist es auch zu erklären, dass Griffin nur 4,1 Dreier pro Partie abfeuerte. Zudem ist sein Handle nicht das Beste und als Spielmacher ist er auch noch nicht großartig in Erscheinung getreten. Mit mehr Wiederholungen sollte Griffin aber irgendwann das Pick'n'Roll zumindest anständig laufen.

Erinnert an: Paul George

SPOX-Prognose: Zwischen 5 und 9

Best Fit: Portland Trail Blazers, Indiana Pacers, New York Knicks

JABARI SMITH (AUBURN)

Geburtstag: 13. Mai 2003 (19) / Größe: 2,08 Meter / Spannweite: 2,16 Meter / Gewicht: 100 Kilo

Jabari Smith: Seine Statistiken pro 40 Minuten

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23,610,32,81,542,942,0 (79/188)79,9

Stärken:

  • Es ist selten, dass ein solch großer Spieler so gut werfen kann wie Smith. Es geht dabei gar nicht so sehr um die Quoten, sondern eher darum, wie er diese bekommt. Smith kann ansatzlos Pullup-Dreier durch die Reuse schweißen, gleichzeitig aber auch um Pindowns rennen und dann aus der Bewegung abschließen. Der Wurf sieht auch super, vor allem seine Transition-Dreier aus dem Dribbling sind brandgefährlich.
  • Das Gute an Smith ist, dass er dafür keine Zuspiele seiner Mitspieler braucht. Smith blüht in ISOs am Perimeter, wenn er beginnt zu dribbeln und dann ansatzlos aus der Distanz abdrückt. Eine Erfolgsquote von 40 Prozent bei Pullup-Dreiern spricht für sich. Smith ist der Inbegriff eines Tough Shot Makers, nicht nur von Downtown. Er kommt auch in der Mitteldistanz zu seinen Spots und streut dabei auch Fadeaways und Turnaround-Jumper ein.
  • Dazu dürfte Smith ein echtes Plus in der Defense sein. Im Eins-gegen-Eins war er auf dem College kaum zu schlagen. Für seine Größe bewegt sich der 19-Jährige sehr gut, zeigt immer seine Hände und kann gewaltigen Druck auf den Ballhandler ausüben. Er greift gerne in das Dribbling rein und sammelte so zahlreiche Deflections und Steals. Auch gegen das Pick'n'Roll machte er seine Sache gut und sollte in der Lage sein, zumindest die Flügelpositionen mehr als ordentlich zu verteidigen.

Schwächen:

  • Wenn Smith Platz hat, kann er durchaus den Angriff einleiten, im Halbfeld gibt es aber noch einige Baustellen. Sein Ballhandling ist nicht gut, wenn er zum Drive ansetzt, wodurch er kaum bis zum Ring vordringen konnte. Auch in Sachen Playmaking ist noch jede Menge Luft nach oben, hier fehlt es bisweilen noch an der Übersicht.
  • Die größte Sorge ist aber, dass Smith katastrophale Quoten am Ring auflegte. 52 Prozent sind für einen Spieler seiner Größe nicht akzeptabel, vor allem gegen Kontakt hatte der Forward große Schwierigkeiten. Knapp 5 Freiwürfe pro Spiel sind zwar noch im Rahmen, dennoch ist hier viel Luft nach oben, auch weil Smith es noch nicht versteht, seinen Körper so einzusetzen, dass er das Shooting Foul ziehen kann. Es ist vor allem dieser Umstand, der Zweifel daran aufkommen lässt, ob Smith tatsächlich der Eckpfeiler einer Franchise sein kann.
  • Eine Vision vieler Teams dürfte es sein, dass Smith auch als kleiner Fünfer spielen könnte. Ob das klappt, ist aber anzuzweifeln. Als Help Defender trat der Teenager bisher nicht in Erscheinung, außerdem ist er kein echter Shotblocker, auch aufgrund der für seine Größe nur mittelmäßigen Wingspan. Das sind natürlich kleinere Mängel, insgesamt sollte Smith aber ein Plus in der Defense sein und großes Two-Way-Potenzial besitzen.

Erinnert an: Michael Porter Jr. mit Defense

SPOX-Prognose: Top 2

Best Fit: Orlando Magic, Oklahoma City Thunder

Seite 1: Warum "3-and-D" nicht mehr genug ist

Seite 2: Hände wie Kawhi & der klassische Upside-Pick

Seite 3: Ein Ex-Ulmer und die Kontroverse um Jabari Smith

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