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NBA Mailbag zu den Playoffs: Warum Jalen Brunson nicht der erhoffte zweite Star für die Dallas Mavericks ist

Von Philipp Jakob

NBA Mailbag: Wird ER der beste Verteidiger der Dekade?

SPOX-User StrengthInNumbers: Kann Mikal Bridges der beste Verteidiger der Dekade werden? Wo ist sowohl offensiv als auch defensiv sein (voraussichtliches) Limit?

Mit solchen Superlativen wäre ich vorsichtig. Dass Bridges ein hervorragender Verteidiger ist, steht nicht zur Debatte. Meiner Meinung nach hätte er in dieser Saison den Award als bester Verteidiger verdient, was aber nichts von Marcus Smarts Leistungen wegnehmen soll. Ich bin mir sicher, dass in Zukunft der ein oder andere DPOY und zahlreiche All-Defensive-Ehren auf den 25-Jährigen warten.

Nicht zuletzt Smarts neuer Anbau am Trophäenschrank beweist, dass eben nicht nur Center beziehungsweise Big Men diese Auszeichnung absahnen können, auch ein Kawhi Leonard ist ein ähnliches Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit. Allerdings ist es nun mal eben doch so, dass Big Men in der defensiven Betrachtung meist eine wichtigere Rolle zugesprochen wird. Sie sind es, die oft die letzte Verteidigungslinie bilden, den Korb beschützen und eventuelle Fehler der Vordermänner ausbügeln.

Von daher werden auch die Rudy Goberts, Bam Adebayos und die neue Generation an Defensiv-Ankern bei der Debatte um den besten Verteidiger der Dekade ein ernstes Wörtchen mitreden - die ist immerhin erst zwei Jahre jung. Aber nicht falsch verstehen: Bridges hat ebenfalls gute Chancen, auf der Shortlist aufzutauchen. Der Flügelspieler legt regelmäßig den besten gegnerischen Spieler an die Kette mit einer nervtötenden Mischung aus Länge, Schnelligkeit und hervorragendem Basketball-IQ. Schon jetzt gehört er zur absoluten Elite der NBA-Verteidiger und das wird sich in naher Zukunft auch nicht ändern.

Ein Limit sehe ich eher in der Offense. Der Begriff "Rollenspieler" bringt meistens eine leicht negative Assoziation mit sich. Aber wenn sich aber die 29 anderen General Manager einen Rollenspieler aus Ton modellieren könnten, würde wohl so etwas wie der Suns-Flügelspieler herauskommen. Eine unglaubliche Two-Way-Waffe mit Lockdown-Defense, einem tödlichen Dreier und intelligenten Cuts.

Doch das Potenzial zum echten Superstar, gar zum Franchise-Player sehe ich in ihm nicht. Dafür fehlt - trotz Fortschritten - das Playmaking und die eigene Shot Creation, was zum Beispiel ein Kawhi Leonard zusätzlich zu seiner Defense mitbringt. Bei 81 Prozent seiner Treffer in der regulären Saison ging ein Assist voraus, in den Playoffs liegt der Wert sogar noch ein Ticken höher.

In seiner Rolle an der Seite von Playmakern wie Chris Paul und Devin Booker ist kaum jemand besser als Bridges, aber ein eigenes Team anführen kann er wohl eher nicht. Muss er ja aber auch nicht, um ein überaus wertvoller Spieler zu sein.

Vier Bounces für die Geschichtsbücher: Die größten Playoff-Würfe aller Zeiten

NBA Mailbag: Du bekommst ein Foul, du bekommst ein Foul ...

Curiousmind: In den Playoffs sind mir bisher die extrem vielen Fouls und dadurch Unterbrechungen aufgefallen - geht es nur mir so oder wird kleinlicher gepfiffen als in den vergangenen Jahren?

Der Blick auf Twitter nach einer typischen Playoff-Nacht bestätigt diesen Eindruck. Irgendwie fühlt sich jede Fanbase von den Referees benachteiligt, egal ob Sieg oder Niederlage. Das ist an sich nichts Neues, doch in dieser Postseason scheint auf den ersten Blick ein neues Niveau erreicht worden zu sein.

Was die Anzahl der Fouls und Freiwürfe betrifft belegen dies tatsächlich auch die Zahlen. Im Schnitt wird jedes Team in dieser Postseason pro Spiel 22,2-mal zurückgepfiffen, so viele Fouls gab es seit 2019 nicht mehr. Interessant ist dabei auch die Freiwurfrate - also die Anzahl an Freiwurfversuchen pro Feldwurfversuch -, vor allem, wenn man diese im historischen Kontext mit der regulären Saison vergleicht.

In den Playoffs liegt die Freiwurfrate aktuell bei 0,279, in der regulären Saison lag sie bei 0,248. Das entspricht einem Anstieg von 12,5 Prozent. In den Vorjahren lag dieser Wert (Anstieg der Freiwurfrate von der Regular Season zu den Playoffs) laut einer Recherche von The Athletic im Schnitt nur bei 8,7 Prozent. In der ersten Woche der diesjährigen Postseason war die Diskrepanz mit einer Freiwurfrate von 0,300 - der höchste Wert seit 2014 - und dadurch einem Anstieg von knapp 21 Prozent sogar noch größer.

Der grundsätzliche Anstieg bei den Fouls (19,6 in 2021/22 zu 22,2 in den Playoffs) und Freiwürfen (21,9 zu 23,3) lässt sich meistens recht simpel durch die höhere Intensität in den Playoff-Spielen erklären. Im Vergleich zu den 82 Partien in der regulären Saison zählt nun jede Partie, jeder Ballbesitz und jeder Zentimeter. Entsprechend wird mit härteren Bandagen, mit mehr Physis gekämpft, was zu mehr Fouls führt.

Das erklärt aber nicht den höheren Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren, der auch den Spielern auffällt. "Ich stand in 500 Basketball-Spielen oder so, aber sowas wie heute habe ich noch nicht gesehen", sagte zum Beispiel Devin Booker nach Spiel 4 gegen die Mavs, als Chris Paul ausfoulte und die Suns 25 Pfiffe kassierten. Da können die Wolves, Grizzlies, Mavs und Jazz aber nur müde lächeln, dieses Quartett erhielt in ihren Erstrundenduellen einmal zusammengenommen 56 und einmal 60 Foul Calls.

Dass das den Fans nicht gefällt ist verständlich, für das Produkt Basketball sind zu viele Fouls und zu viele Freiwürfe nicht förderlich. Erst recht nicht, wenn das T für Technische Fouls zu locker sitzt - Detlef Schrempf hat wohl mit dieser Meinung viele Unterstützer - oder alle fünf Minuten eine Szene auf ein potenzielles Flagrant Foul überprüft wird. Mehr Physis sollte gerade in den Playoffs erlaubt sein.

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