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NBA Playoffs - Erkenntnisse zur Mavs-Pleite in Spiel 5: Wie die Suns Dallas den Stecker gezogen haben

Von Ole Frerks

Die Phoenix Suns haben sich die Kontrolle über die Western Conference Semifinals zurückgeholt. In einem dominanten fünften Spiel war es vor allem die Defense, mit der die Dallas Mavericks nicht zurechtkamen. Die Erkenntnisse zum Spiel.

1. Phoenix zieht Dallas in den Sumpf

Über zwei Spiele hatten die Mavs es geschafft, Phoenix aus seinem offensiven Rhythmus zu nehmen und gleichzeitig vorne einen guten Mix aus Cuts, Ball- und Player-Movement, Isolationen und Pick'n'Rolls zu finden. Ein Teil davon war auch in Spiel 5 zu sehen, defensiv zumindest: Im Halbfeld kam Phoenix wieder nur auf ein Offensiv-Rating von 97,6, weit weg von der 116,1-Marke aus der Regular Season.

In Transition zeigte sich teilweise ein anderes Bild, problematischer war jedoch ohne Zweifel die eigene Offense. Denn Phoenix drehte vor allem hier den Spieß um. Coach of the Year Monty Williams fand die richtigen Adjustierungen, um den Mavs den erwähnten Mix wieder wegzunehmen. Das war selbst in der knappen ersten Hälfte schon klar zu erkennen.

Die vielleicht wichtigste Entscheidung der Suns: Weniger Hilfe! Luka Doncic oder Jalen Brunson bekamen zumeist den Switch, den sie haben wollten. Das generierte aber nicht automatisch Hilfe beziehungsweise Double-Teams. Stattdessen durften die beiden Mavs-Playmaker zumeist ihr Ding machen, die Priorität war augenscheinlich, das Ball-Movement zu unterbinden. Das war im Prinzip ein trojanisches Pferd.

Die Mavs nahmen diese Einladung teilweise natürlich dankend an, speziell gegen Chris Paul gab es zahlreiche Attacken. Die anderen "Opfer" nahm Monty Williams allerdings sowieso aus der Rotation: Cameron Payne spielte erst in der Garbage Time, Bismack Biyombo erhielt den Vorzug vor JaVale McGee, da er in Switch-Situationen besser verteidigen kann.

So hatten Brunson und Doncic zwar immer noch Spieler, die sie angreifen konnten, es gab aber weniger Schwachstellen. Und natürlich waren Paul, Biyombo oder Cameron Johnson auch nicht allein auf einer Insel. Gerade Mikal Bridges war mit seinen langen Armen gefühlt immer in der Nähe und bereit, dazwischenzufunken und jeden unachtsamen Pass abzufangen.

© nba.com/stats
Bewegung in der Offensive: So unterschätzt!

Die Folge des Ganzen: Doncic und Brunson hatten individuell solide Zahlen. Die Offense als Ganzes war jedoch schwer mitanzusehen. Es gab kaum Bewegung, es gab unzählige reine Dribbling-Possessions, das Tempo war selbst für Mavs-Verhältnisse unglaublich lahm. 9 Assists hatten die Mavs als Team, das schaffen sie an guten Tagen in einem Viertel.

"Ich glaube, wir haben uns zu sehr entspannt. Das waren nicht wir. Wir müssen viel besser sein", sagte Doncic im Anschluss, und es war treffend: Die Stärken, die die Mavs vor heimischem Publikum gezeigt hatten, waren schlichtweg nicht zu sehen. Phoenix zog die Gäste in den Sumpf und über das gesamte Spiel fanden sie nicht mehr heraus.

Die Mavs können schwere Würfe treffen, aber sie können kein Spiel gegen Phoenix mit NUR schweren Würfen gewinnen. Jason Kidd wird für Spiel 6 wieder Wege finden müssen, das Wurfprofil wenigstens ein kleines bisschen hübscher zu gestalten und die Rollenspieler mehr zu involvieren.

Ihr Offensiv-Rating von 86 war laut Cleaning the Glass das mit Abstand schlechteste dieser Playoffs. Dabei auch nicht unwichtig: Die Dreierquote war schlecht (25 Prozent), aber vor allem wurden die Mavs auch bloß 32 Stück los - die wenigsten seit Spiel 1 der Serie gegen Utah. Es müssen für dieses Team eher um die 40 Stück sein. Dallas bekam wenig Dreier und quasi nichts am Ring. Nicht gut!

2. Chris Paul ist immer noch passiv

Einen etwas rätselhaften Auftritt legte Chris Paul hin. Als Scorer trat der Point God wieder kaum in Erscheinung, es wirkte über weite Strecken auch so, als wäre er daran nicht groß interessiert. Die Länge von Reggie Bullock machte ihm erneut zu schaffen, er kam nicht so zu seinen Spots, wie man es gewohnt ist.

Und er ließ Möglichkeiten liegen. In Halbzeit eins etwa wurde Davis Bertans von den Suns nahezu überhaupt nicht attackiert, dabei entblößt der Lette normalerweise einen "Kick me!"-Zettel auf dem Rücken, sobald er seine Trainingsjacke auszieht. Paul übersah zudem einige Lobpässe auf Ayton, die er sonst im Schlaf spielt.

4 Turnover waren es wieder, dazu nur 7 Punkte - das steht auf der einen Seite. Auf der anderen stehen 10 Assists, CP3 hat nun die drittmeisten 10-Assist-Spiele in den Playoffs hinter Magic Johnson und John Stockton auf der Habenseite.

So richtig wie er selbst wirkte der Point God dennoch erneut nicht. Es wird sich zeigen, ob er sich in diesem Spiel nur zurückgenommen hat, ob die Mavs ihn einfach "entschlüsselt" haben oder ob ihn tatsächlich wieder eine Verletzung oder ähnliches beschäftigt.

Seite 1: Wie Phoenix die Mavs in den Sumpf zog

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