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NBA Playoffs, Dallas Mavericks: Wie sich die Mavs mit Jalen Brunson in dieser Saison verpokerten

Von Robert Arndt

Die Dallas Mavericks können in Salt Lake City mit einem Sieg die Serie gegen die Utah Jazz beenden. Bisher war es vor allem die Serie von Jalen Brunson, der mit seinen Leistungen für Dallas immer teurer werden könnte. Dallas hat sich verpokert - und das könnte Konsequenzen nach sich ziehen.

Es ist fast elf Monate her, als die Dallas Mavericks in Spiel 7 bei den L.A. Clippers um den Einzug in die zweite Playoff-Runde spielten. Luka Doncic zauberte mit 46 Punkten und 14 Assists ein Meisterstück auf das Feld und doch waren die Texaner in Los Angeles am Ende chancenlos - die Clippers siegten mit 126:111.

Head Coach Rick Carlisle versuchte es mit funky Lineups, unter anderem spielte Boban Marjanovic 31 Minuten, der Rest der Starter riss dagegen mindestens 40 ab. Die Bankspieler erzielten 6 Zähler - zusammengerechnet. Ein Mitglied dieser Unit war Jalen Brunson, der lediglich 2 Punkte scorte und nur 10 Minuten zum Einsatz kam.

Der Guard konnte seine starke Regular Season, die ihm Platz vier im Voting für den Sixth Man of the Year einbrachte, nicht bestätigen. Gegen die langarmigen Clippers um Kawhi Leonard, Paul George oder Nicolas Batum kam Brunson nicht zur Entfaltung. 8 Punkte im Schnitt, eine Quote von 45 Prozent aus dem Zweierbereich - Carlisle verlor das Vertrauen in den Guard und entsprechend wurde die Rolle von Brunson marginalisiert.

Die Utah Jazz von 2022 sind definitiv nicht die 21er-Clippers - so viel ist sicher -, dennoch ist es beeindruckend, wie sich Brunsons Rolle unter dem neuen Coach Jason Kidd verändert hat. Ohne Doncic war Brunson in den ersten drei Spielen der Ausgangspunkt für alle guten Dinge, die in der Mavs-Offense passierten. Der 25-Jährige schlug seine Gegenspieler aus dem Dribbling, spielte dann den Kickout-Pass oder machte das, was er am besten kann - in der Zone abschließen.

Jalen Brunson: Seine Stats in den Playoffs

PlayoffsGPMINPTSFG%3P%ASTTOV
2021716,38,045,546,21,40,6
2022538,028,647,734,54,60,8

Jalen Brunson vertrat Luka Doncic grandios

Brunson ist dabei mitnichten ein explosiver Scorer, der mit seiner Athletik Druck auf den Ring ausübt. Stattdessen gibt es nur wenige Guards, die in so engen Fenstern operieren können und sich mit herausragender Fußarbeit zumindest so viel Platz verschaffen, um dann einen Floater oder einen kleinen Sprungwurf loszuwerden. In allen fünf Partien markierte Brunson mindestens 23 Zähler, natürlich mit den Highlights in Spiel 2 (41 PTS) und Spiel 3 (31 PTS).

"Er hat jede Menge Talent, er kann dich jederzeit attackieren", zeigte sich auch Jazz-Star Donovan Mitchell, Brunsons Lieblingsziel in diesen Playoffs, wenig überrascht. Im Gegensatz zum Vorjahr macht Brunson genau da weiter, wo er in der Regular Season aufgehört hat, durch die Doncic-Verletzung wurde sogar noch mehr Last auf Brunsons Schultern gepackt.

Er hat dies famos gemeistert, zeigt auch vor einem Rudy Gobert unter dem Korb keine Furcht und auch mit der Rückkehr von Doncic hat sich an seiner Produktion wenig geändert, wohl aber die Rolle. Wenn der Slowene pausiert, schmeißt Brunson mal alleine, mal mit Spencer Dinwiddie die Show, ansonsten wird er als der sekundäre Playmaker eingesetzt, den die Mavs neben Doncic so lange vermissten.

In den Spielen 4 und 5 war auffällig, wie Doncic versuchte, Gobert ins Pick'n'Roll zu verwickeln. Utah ist inzwischen dazu übergegangen, häufiger zu switchen. Der Slowene kann durchaus daraus Kapital schlagen, schließlich merkte auch Jazz-Experte David Locke kürzlich, dass Doncic nach einem Switch gegen einen Center die besten Werte erzielt.

© getty
Jalen Brunson ist derzeit der Co-Star von Luka Doncic bei den Dallas Mavericks.

Jalen Brunson: Auf Dallas wartet die Luxussteuer-Hölle

In der anderen Variante - und die gab es zuletzt häufiger - geht der Ball nach dem Switch zu Brunson, der dann den Korb attackieren kann, ohne dass ein Big Man in der Zone steht, da sich der Jazz-Center nicht von Doncic wegtraut. Hier ein Beispiel aus der Crunchtime aus Spiel 4 und die entstandenen Probleme für die Jazz-Defense.

Beide Guards nehmen sich also kaum etwas weg und können sich im Idealfall auch ergänzen. Die Frage ist jedoch, wie lange diese fruchtbare Zusammenarbeit noch halten wird. Denn: Brunsons Vertrag läuft im Sommer aus, es wartet ein warmer Geldregen auf den Guard und das könnte für die Mavericks zum Problem werden.

Besitzer Mark Cuban sagte bereits im Februar, dass die Franchise in der kommenden Saison die "Luxussteuer-Hölle" erwarte. Die Steuer und die Mavs, das ist nichts Neues. Insgesamt neunmal zückte Cuban nun schon das Scheckbuch, letztmals allerdings 2012. Bereits ohne einen neuen Brunson-Deal liegen die Mavs durch den beginnenden Maximal-Vertrag von Doncic bei 153 Millionen Dollar, vier Millionen über der Grenze.

Inzwischen ist es nicht mehr unrealistisch, dass Brunson weit mehr als 80 Millionen Dollar für vier Jahre fordern kann. Die Mavs haben es verpasst, dieses Szenario zu verhindern. "Er hat es verdient, bezahlt zu werden", befand auch Kidd. Noch im Sommer erhielt Brunson jedoch nicht einmal ein Angebot für eine vorzeitige Verlängerung von den Mavs, glaubt man zumindest den Worten von Brunsons Vater Rick, einem früheren NBA-Guard, gegenüber Tim MacMahon von ESPN.

Jalen Brunson: Mavs zögerten bei Verlängerung

"Ich sagte den Mavericks, dass sobald die Saison startet, es keine Vertragsgespräche mehr gibt", sagte Rick Brunson, der aber auch angab, dass er im Januar sein Versprechen brach und noch einmal nachfragte, ob Dallas die maximal mögliche Verlängerung über vier Jahre und 55 Millionen Dollar in Betracht ziehen würde.

Die Mavs lehnten ab, auch mit dem Hintergrund, Brunson womöglich noch zur Trade Deadline für einen Co-Star für Doncic einzutauschen. Der Guard blieb aber bei den Mavs und erst dann boten die Texaner dem zweifachen NCAA-Champion mit Villanova die exakt gleiche Verlängerung an, die Dorian Finney-Smith annahm.

Das Brunson-Camp lehnte diesmal aber ab. "Ihr habt zuerst abgelehnt. Als sie dann an uns herangetreten sind, sagten wir: 'Wir wollen die Saison zu Ende spielen und dann weiterschauen.'" Einen Preisnachlass wird es gemäß Brunson Sr. auch nicht geben, die Mavs haben sich schlichtweg verpokert.

Betrachtet man nun aber auch die Sicht der Franchise, war das Handeln durchaus nachvollziehbar. Die Clippers-Serie war noch immer im Hinterkopf, es fehlte jeglicher Beweis dafür, dass Brunson auch in den Playoffs solch ein wichtiger Eckpfeiler für das Team sein kann. Interesse am Spielmacher soll es derweil von den New York Knicks und den Detroit Pistons geben, beide Teams hätten Cap Space, um Brunson ein gutes Angebot zu machen und damit auch Druck auf die Mavericks auszuüben.

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Jalen Brunson: Wer bezahlt ihn im Sommer?

Bis dahin wird aus Sicht der Texaner aber noch jede Menge Basketball gespielt. Kann Brunson dieses Niveau halten? Bei aller Euphorie um dessen Vorstellungen muss auch gesagt werden, dass Utah ein ideales Matchup für ihn darstellt. Die Jazz haben am Perimeter keine überdurchschnittlichen Verteidiger, sie sind ein Team, das schon im Vorjahr einen Reggie Jackson wie einen All-NBA-Spieler aussehen ließ.

Das soll gar nichts von Brunsons Auftritten wegnehmen, denn er hat sich nun über vier Jahre stetig gesteigert - vom 33. Pick im Draft 2018 zu einem wichtigen Rotationsspieler. Aus Mavs-Sicht wäre es aber wichtig zu sehen, ob Brunson auch gegen die Phoenix Suns oder die Golden State Warriors die zweite Option sein kann, die er in dieser Serie ist.

Sicher ist aber eines: für 1,8 Millionen Dollar wie in dieser Saison wird Brunson so schnell nicht mehr spielen. Der Zahltag wird im Juli kommen, die Frage ist nur, von wem der 25-Jährige zukünftig die Schecks einstreicht. Ist es weiter Cuban? Geld spielt für den extrovertierten Besitzer bekanntlich selten eine Rolle.

Dallas Mavericks vs. Utah Jazz: Die Termine der Serie

SpielDatumUhrzeitHeimAuswärtsErgebnis
116. April19 UhrDallas MavericksUtah Jazz93:99
219. April2.30 UhrDallas MavericksUtah Jazz110:104
322. April3 UhrUtah JazzDallas Mavericks116:124
423. April22.30 UhrUtah JazzDallas Mavericks100:99
526. April3.30 UhrDallas MavericksUtah Jazz102:77
629. April4 UhrUtah JazzDallas Mavericks-
7*1. MaiTBDDallas MavericksUtah Jazz-

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