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NBA - Mavs-Insider Tim Cato im Interview: "Mit der älteren Version von Dirk ließen sich keine Stars anlocken"

Von Philipp Jakob

© getty

Auf die neue Führungsriege um GM Harrison, der nach einem turbulenten Start in die Mavs-Offseason mit der Nelson-Entlassung und dem Rücktritt von Coach Rick Carlisle installiert wurde, kommen einige interessante Entscheidungen zu. Der neue starke Mann in Dallas ist in NBA-Kreisen kein Unbekannter. Wie schätzen Sie den Ruf des ehemalige Nike-Executive innerhalb der Liga ein?

Cato: Er ist sehr beliebt, das kann man zweifelsfrei sagen. Entsprechend herrscht in Dallas großer Optimismus bezüglich dieser Anstellung. Er wird allerdings eine gewisse Zeit brauchen, bis er sich an seinen neuen Job gewöhnt hat. Bei Nike hat er zwar auch schon mit Spielern zusammengearbeitet, fast wie ein Agent, aber der Posten des General Managers ist nochmal etwas ganz Anderes. Was für ihn spricht: Er ist sehr gut darin, Beziehungen zu Spielern aufzubauen. Da die Mavs sicherlich in Zukunft weiterhin versuchen werden, Cap Space zu schaffen und Free Agents zu jagen - wie gesagt, das machen sie nun mal -, könnte das sehr hilfreich werden.

Denken Sie, dass Jason Kidd der richtige Mann ist als Nachfolger von Coach Carlisle?

Cato: Nein, ehrlich gesagt nicht. Aus sportlicher Sicht ist es schwierig, ihn einzuschätzen, ohne seine genauen Pläne mit dem Team zu kennen. Seine Bilanz aus viereinhalb Jahren als Coach in Brooklyn und Milwaukee ist nicht besonders gut, womöglich hat er sich seither aber weiterentwickelt (in den vergangenen beiden Jahren war er als Assistant Coach bei den Lakers aktiv, Anm. d. Red.). Dennoch finde ich diese Entscheidung sportlich fragwürdig und auch in Anbetracht des Skandals um sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz bei den Mavs und Kidds eigener Vergangenheit gibt es zu viele Fragen, die bisher nicht hinreichend beantwortet wurden. Er wird von Beginn an genau unter Beobachtung stehen.

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Mavs-Insider-Cato: "Dirk Nowitzki kann machen, was er will"

Neben Kidd kehrte im Sommer eine weitere Mavs-Legende zurück, wenn auch in deutlich kleinerer Rolle. Nowitzki wird künftig als Berater fungieren, wie sehen seine Aufgaben genau aus?

Cato: Dazu habe ich unterschiedliche Dinge gehört. Er wird sicherlich den Wunsch hegen, irgendwann wieder näher zum Basketball zurückzukehren, aber ich glaube nicht, dass er jetzt schon für den Sprung ins Tagesgeschäft bereit ist. Ich gehe davon aus, dass er näher am Team dran sein wird als in den vergangenen Jahren, aber nicht jeden Tag oder bei jedem Auswärtsspiel. Es wird einen positiven Effekt haben, ihn im Umfeld des Teams zu haben. Von offizieller Seite aus gab es bisher aber keine Infos, wie genau seine Aufgaben aussehen. Letztlich kann Nowitzki in dieser Franchise machen, was er will. Das hat Cuban mehrfach klargestellt.

Sie begleiten die Mavs schon sehr lange, vor Ihrer Zeit bei The Athletic unter anderem für den Blog Mavs Moneyball. Haben Sie aus dieser Zeit eine Lieblingsanekdote mit Nowitzki?

Cato: Es wird niemanden überraschen, wenn ich sage, dass er wirklich ein guter Mensch ist. Ich erinnere mich im Speziellen an die 2014er Erstrundenserie gegen San Antonio. Ich war damals noch am College, habe aber eine Akkreditierung für Spiel 7 in San Antonio bekommen. Dallas hat verloren, ein herber Blowout (96:119, Anm. d. Red.). Ich war in der Kabine und habe beobachtet, wie Dirk von PR-Mitarbeitern gebeten wurde, zur Pressekonferenz zu kommen.

Was ist dann passiert?

Cato: Kurz bevor er geht, dreht er sich zu zwei Spurs-Helfern in der Kabine um, zwei Jungs aus San Antonio, vielleicht im High-School-Alter. Er hat sie zuvor höchstens viermal getroffen und dennoch kannte er ihre Namen und hat sich von ihnen verabschiedet. Nochmal, die Mavs wurden in Spiel 7 aus der Halle geschossen, er muss am Boden zerstört gewesen sein. Und doch stand er da, spricht mit einem der beiden über einen Kurs, den der Junge im kommenden Schuljahr belegen will und wünscht ihm viel Glück. Mit diesen Helfern in der Kabine würden viele Spieler nicht mal eine Konversation führen und Dirk kennt sogar ihre Namen. In dem Moment habe ich realisiert: Alle Geschichten, was für ein super Typ Dirk ist, sind war.

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2014 scheitern die Mavs in der ersten Playoff-Runde erst in Spiel 7 an den Spurs - die Partie geht allerdings deutlich mit 96:119 verloren.

Mavs-Insider Cato: "Dallas wird auf dem vierten Platz landen"

Ein letztes Mal zurück zu den aktuellen Mavs. Bevor ich Sie gehen lasse, muss ich noch nach einer Prognose fragen. Ihr Tipp, wo landet Dallas am Ende der kommenden Saison?

Cato: Ich glaube, dass die Mavs auf dem vierten Platz im Westen landen werden. Ausgangspunkt für diesen Tipp ist das Abschneiden in der vergangenen Saison in Verbindung mit meiner Vermutung, dass das Team besser geworden ist. Wenn man circa 75 Spiele von Doncic bekommt, dann wird man allein dadurch in der regulären Saison viele Spiele gewinnen. Ich sage, die Mavs holen um die 50 Siege. Das ist eine realistische Einschätzung in Anbetracht des Talents im Kader und der Tatsache, wie gut Doncic ist.

Und was ist in der Postseason drin?

Cato: Playoffs sind natürlich eine andere Frage, das hängt stark vom Matchup ab. Die Mavs können sicherlich eine Serie gewinnen, aber über die zweite Runde wird es nicht hinausgehen.

Seite 1: Mavs-Insider Tim Cato über die Offseason und Markkanen-Gerüchte

Seite 2: Mavs-Insider Cato über Porzingis' Zukunft und Doncic' Gefühlswelt

Seite 3: Mavs-Insider Cato über Coach Kidd und seine Lieblings-Dirk-Anekdote

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