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NBA Dropping Dimes - die SPOX-Awards für den Monat April: Die Reinkarnation des Hardwood Houdini

Von Philipp Jakob

Defensive Player des Monats: Rudy Gobert

Einfach "dumm" habe er sich gefühlt, sagte Rudy Gobert kurz nach der bitteren Pleite seiner Utah Jazz im Back-to-Back gegen die Timberwolves. Der Grund: Ein defensiver Fehltritt, wie man ihn beim zweifachen und womöglich bald dreifachen DPOY so gut wie nie zu Gesicht bekommt.

Anstatt wie Teamkollege Mike Conley nach einem Screen von D'Angelo Russell für Karl-Anthony Towns zu switchen, stand der Franzose auf einmal an der Seite von Conley, um KAT zu decken. Russell dagegen war weit offen in der Zone, bekam den Einwurf von Ricky Rubio und versenkte den vielleicht leichtesten Gamewinner seiner Karriere. "Das geht komplett auf mich. Wir haben geswitcht und ich hätte das erkennen müssen. 200 Prozent mein Fehler", so Gobert.

Der Stifle Tower stand nach der Niederlage wegen seines Fehlers berechtigterweise im Fokus der Kritik, doch das ändert noch lange nichts an seiner Dominanz im Rennen um den DPOY-Award. Betrachten wir die Makroebene, dann stellen die Jazz im April wieder einmal die beste Defense der Liga (106,1 zugelassene Punkte pro 100 Possessions), in den Minuten mit Gobert auf dem Court sinkt der Wert sogar auf 99,5 (ohne ihn: 110,5).

Die Jazz-Gegner treffen im April nur 40,2 Prozent der von Gobert verteidigten Wurfversuche, das ist der mit Abstand beste Wert unter allen Spielern mit mindestens 15 verteidigten Würfen pro Partie. Die gegnerische Wurfquote aller Versuche ist dabei um 8,4 Prozentpunkte besser. Keiner der Konkurrenten hat einen vergleichbaren Einfluss auf die Defense seines Teams, da macht dieses eine Play im Gesamtkontext keinen Unterschied.

Runner-Up: Ben Simmons, Joel Embiid, Giannis Antetokounmpo, Bam Adebayo

Aktion des Monats: Luka Doncic

Von einem "Wunder" sprach Mavs-Coach Rick Carlisle, LeBron James twitterte von seinem Sofa einfach nur "WOW, WOW, WOW!!!!!" und Luka Doncic selbst war nach eigener Aussage "überrascht". Überrascht darüber, dass dieser verrückte einbeinige Runner von der Dreierlinie tatsächlich durch die Reuse flutschte.

Der Slowene taumelte halb im Fallen zwischen zwei Grizzlies-Verteidigern durch, die bei noch 1,8 Sekunden auf der Uhr schockiert dem Ball hinterher und dann aufs Scoreboard starrten. Was für ein unglaublicher Buzzer-Beater! 114:113 für die Mavs.

Doncic selbst nannte seinen Gamewinner "ein bisschen glücklich", sicherlich auch dadurch bedingt, dass Grayson Allen zuvor zwei Freiwürfe in Folge daneben setzte, die das Spiel entschieden hätten. Dann kam aber Luka mit "einem dieser unverkennbaren, besonderen Würfe, die man noch eine ganze Weile sehen wird", wie Coach Carlisle es formulierte. "Wir sind gerade so noch einmal davongekommen. Wir hatten Houdini. Er hat uns da lebend rausgebracht." Fast schade, dass der Spitzname Houdini of the Hardwood schon vergeben ist.

Runner-Up: Der April war ein guter Monat für Poster-Dunks, Nerlens Noel hat dagegen keinen Bock auf Slams, Kevin Huerter versenkt einen irren Touchdown-Buzzer-Beater

Joel-Embiid-Award für die Stichelei des Monats: Ben Simmons

Auch wenn Ben Simmons bei Dropping Dimes in den vergangenen Monaten regelmäßig leer ausging, der Sixers-Star hat seine Hoffnungen auf den Award als bester Verteidiger des Jahres noch nicht aufgegeben. Zumindest in den Medien versucht er fleißig, für sich zu werben - und schreckt auch nicht davor zurück, Konkurrent Nummer eins Rudy Gobert vor den Bus zu werfen.

Der Jazz-Anker sei "großartig in der Zone", aber er könne nicht jeden verteidigen, sagte Simmons gegenüber ESPN, um dann mit dem Totschlagargument um die Ecke zu kommen. "Er hat mich in Utah verteidigt und ich hatte 42 Punkte. Dabei bin ich angeblich gar kein Scorer ..."

Tatsächlich kommt Simmons laut nba.com/stats in insgesamt 21 Matchups mit Gobert in dieser Saison auf 13 Punkte bei 5/9 aus dem Feld. Durchaus solide, doch alle seine 42 Punkte dem Stifle Tower anhängen zu wollen, ist vielleicht doch etwas übertrieben. Vor allem in einem Award-Rennen, das die gesamte Saison berücksichtigen soll.

Über das komplette Jahr gesehen liegt Gobert in Kategorien wie Defensive Real Plus-Minus von ESPN (7,17) oder Defensive Win Shares von Basketball-Reference (4,5) jeweils deutlich vor Simmons (1,44 und 2,9). Wir hätten trotzdem nichts dagegen, wenn diese durchaus unterhaltsame Fehde sich bis Saisonende fortsetzt.

Runner-Up: Kevin Durant vs. Shannon Sharpe, das Internet vs. LeBrons Super Space Jam Team, Tristan Thompson vs. The Ringers Kevin O'Connor

Seite 1: Die elffache Curry-Eskalation und ein neunfaches Nein

Seite 2: Luka, der Entfesselungskünstler, und die DPOY-Stichelei

Seite 3: Kein Vorbeikommen am Joker und kein Bock auf Basketball

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