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NBA - Der tiefe und plötzliche Fall des Deron Williams: Er sollte besser als Chris Paul sein

Von Ole Frerks

Noch vor rund zehn Jahren begegnete Deron Williams Chris Paul auf Augenhöhe im Duell um den Status als bester Point Guard der Liga. Doch während einer der beiden noch heute der "Point God" ist, hat sich der andere längst unrühmlich aus dem Geschäft verabschiedet. Was geschah mit D-Will?

Es ist nicht lange her, da gab es eine positionelle NBA-Rivalität, die es mit Kevin Garnett vs. Tim Duncan, LeBron James vs. Kevin Durant oder Russell Westbrook vs. Damian Lillard aufnehmen konnte. Beide Protagonisten hatten ihre Fans, die im Schlaf die Argumente aufzählen konnten, warum ihr Liebling der beste (junge) Point Guard war - und der andere eben nicht.

Während andere große Rivalitäten aber im Idealfall auf Augenhöhe, vielleicht sogar in mehreren direkten Duellen "geklärt" wurden, fand diese ein anderes, sehr abruptes Ende und damit auch ein (sehr) eindeutiges Ergebnis: Chris Paul ist der bessere Spieler, der beste Point Guard der letzten zwölf bis 13 Jahre. Noch heute gehört er zu den besten Aufbauspielern der Welt und absolvierte im Februar sein zehntes All-Star Game.

Sein einstiger Widersacher hingegen ist bereits seit über drei Jahren kein NBA-Spieler mehr - und ein All-Star war er zuletzt vor acht Jahren. Deron Williams wird heute 36 Jahre alt, damit ist er nur ein knappes Jahr älter als CP3. Trotzdem ist er komplett von der Bildfläche verschwunden. Warum eigentlich?

Deron Williams: Der steile Weg zum Superstar

Williams' Karriere verlief zunächst sehr gradlinig. Nach einer erfolgreichen College-Karriere in Illinois meldete er sich 2005 zum Draft an und wurde von den Utah Jazz gepickt, genau einen Rang vor Paul an dritter Stelle (bis heute weiß niemand, was sich die Hawks dachten, als sie an zwei Marvin Williams zogen) - die beiden besten Spieler des Jahrgangs waren Point Guards und wurden schon vor dem jeweils ersten NBA-Spiel miteinander verglichen. Logisch, dass daraus eine Rivalität entstand.

Paul startete statistisch zwar weitaus besser und wurde Rookie des Jahres, aber schon in Jahr zwei hatte sich auch Williams das Vertrauen von Trainerlegende Jerry Sloan verdient und reifte langsam zum Franchise Player. In Jahr drei toppte er erstmals 10 Assists pro Spiel (bei knapp 20 Punkten), eine Ausbeute, die er vier Jahre in Folge verzeichnen konnte.

Paul glänzte als Basketball-Genie mit irrem Speed (ersteres ist heute noch der Fall), Williams hingegen war größer und gehörte zu den physischsten Guards seiner Zeit, konnte dazu werfen und hatte einen unfassbar gefährlichen Crossover im Arsenal. Beide begeisterten, beide wurden immer wieder aneinander gemessen, und beide hatten sich dabei stets auf dem Radar. "Er weiß alles über mein Spiel. Und ich weiß alles über seins", sagte Paul 2008 zu ESPN.

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Deron Williams: Mehr Team-Erfolg als Chris Paul

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Debatte ziemlich lautstark geführt, auch wenn die allermeisten Beobachter Paul zumindest ein Stück weit vorne sahen. Statistisch war er das ohnehin, allerdings spielten die Jazz unter Sloan stets auch einen langsameren Ball als die Paul-Teams in New Orleans.

Und der Teamerfolg favorisierte Williams: Schon als Sophomore führte er Utah in die Conference Finals und gewann auch in den drei Jahren danach immerhin zwei Playoff-Serien, CP3 hingegen gewann in allen New Orleans-Jahren lediglich eine einzige Serie.

Joe Dumars, damals General Manager der Detroit Pistons, brachte es 2008 auf den Punkt: "Sie sind die beiden besten jungen Point Guards in der Liga, eigentlich grundsätzlich die besten. Sie sind beide in der Lage dazu, nicht nur selbst großartig zu sein, sondern auch ihre Mitspieler besser zu machen. Wenn du und ich aussuchen müssen, dann nehme ich den, den du nicht willst und bin der glücklichste Mensch im Raum."

Die Statistiken von Chris Paul und Deron Williams von 2006 bis 2010

SpielePunkteFG%3FG%ReboundsAssistsSteals
Paul26720,348,237,14,610,62,4
Williams30618,247,634,83,310,21,1

Deron Williams forcierte Wechsel zu den Nets

Doch es sollte nicht so gradlinig bleiben. Nach fünf erfolgreichen Jahren geriet Williams zunehmend mit Sloan aneinander und brachte die Jazz letztendlich dazu, ihn im Februar 2011 zu den New Jersey Nets zu traden. Damals kam ihm das entgegen, im Nachhinein erwies sich der Trade als Knick für den damals 26-Jährigen. "Ich hatte meine besten Jahre in Utah. Nicht nur mit dem Erfolg, ich hatte dort auch den größten Spaß", reflektierte D-Will später bei Bleacher Report.

Der Spaßfaktor hielt sich bei den miesen Nets hingegen in Grenzen. In seiner ersten kompletten Saison mit New Jersey wurde Williams zwar zum dritten (und letzten) Mal All-Star, sein Team gewann jedoch bloß 22 Spiele.

Dennoch verlängerte er im Sommer 2012 seinen Vertrag, obwohl ihn unter anderem auch die Dallas Mavericks unbedingt haben wollten. Zum großen Meeting mit dem Wunschspieler erschien Mavs-Besitzer Mark Cuban allerdings nicht, weil er in Los Angeles eine Folge seiner Sendung "Shark Tank" aufnehmen musste.

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