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NBA: Houston Rockets schlagen dank überragendem James Harden die Los Angeles Clippers

Von Philipp Schmidt

Eine weitere Gala-Vorstellung von James Harden hat die Houston Rockets (8-3) zu ihrem fünften Sieg in Folge geführt. Beim 102:93-Sieg über die Los Angeles Clippers (7-4) war eine Aufholjagd der Kalifornier und eine gute Leistung von Kawhi Leonard zu wenig, um die 47 Punkte von Harden zu kontern.

Dieser legte ordentliche Quoten auf (12/26 FG, 7/13 FG) und zeigte sich an der Freiwurflinie gewohnt treffsicher (16/17). Hinzu kamen 6 Rebounds und 7 Assists. Stark präsentierte sich auch Clint Capela, der ein Double-Double lieferte (12 und 20), im vierten Viertel aber mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung in die Katakomben verschwand. Russell Westbrook haderte derweil mit seinem Wurf (6/20 FG für 17 Punkte).

Die Clippers wurden von Leonard angeführt (26 Punkte, 10/24 FG, 12 Rebounds, 7 Assists), der L.A. zurück ins Spiel brachte, aber am Ende auch nichts mehr entgegenzusetzen hatte. Zudem fehlte Unterstützung: Kein weiterer Starter punktete zweistellig. Dies gelang lediglich Lou Williams (20, 8/22 FG) und JaMychal Green (14 und 14).

Neben Eric Gordon, der den Rockets nach einer Operation am rechten Knie etwa sechs Wochen fehlen wird, musste zudem Danuel House (Rücken) gegen die Clippers aussetzen, sodass Ben McLemore erstmals in die Starting Five der Texaner rückte. Auch Los Angeles musste einen Tausch vornehmen: Landry Shamet fällt aufgrund einer Sprunggelenksverletzung auf unbestimmte Zeit aus, ihn vertrat Maurice Harkless. Die weiteren Starter waren wie gewohnt Patrick Beverley, Leonard, Patrick Patterson und Ivica Zubac.

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Rockets drehen früh auf - Clippers weiter ohne George

Während also Leonard auf dem Feld stand, mussten die Clippers-Anhänger auf das Debüt von Paul George noch warten. Vor dem Spiel bei den Rockets gab Coach Doc Rivers bekannt, dass George am Donnerstag gegen die New Orleans Pelicans höchstwahrscheinlich erstmals auflaufen soll. In dieser Partie könnte dann jedoch Leonard geschont werden, der in den bisherigen Back-to-Backs der Clippers lediglich eins der beiden Spiele bestritt.

Harden eröffnete die Partie klassisch mit einem tiefen Stepback-Dreier, Co-Star Westbrook legte umgehend nach. Schnell hatten sich die Rockets eine zweistellige Führung erspielt (13:3) und zwangen Rivers zu einer frühen Auszeit, der im Anschluss seine Edelreservisten Harrell und Williams aufs Parkett schickte. Die Offense bei den Gästen lief etwas flüssiger, Sweet Lou versenkte direkt einen Dreier.

Da Harden jedoch unfassbar heiß blieb (13 Punkte nach sieben Minuten!), gelang es den Clippers nicht, den Rückstand einzudämmen. Rivers schrie seinen Spielern in einer Auszeit "Aufwachen!" entgegen, es half nicht. Nach einem Viertel hatten die Rockets mehr als doppelt so viele Punkte wie der Gegner verbucht (31:15). Im zweiten Abschnitt wachte der bisher blasse Leonard mit zwei schnellen Jumpern langsam auf.

LAC übernimmt Führung - Harden führt Rockets zum Sieg

Auch ohne Westbrook hatten die Rockets vorerst keine Probleme, den Vorsprung zu verwalten. Einzig die Privatfehde zwischen Harden und Beverley sorgte in dieser Phase für Unterhaltung. Ein 14:2-Lauf der Clippers - angeführt von Leonard - brachte die Gäste plötzlich auf 5 Punkte heran (33:38), weil Houston aus der Distanz alles danebenwarf. Dreier von Tucker und Harden (zwei) sorgten wieder für klare Verhältnisse und eine beruhigende Pausenführung (49:37).

Um die Offense ins Rollen zu bringen, startete Williams in Halbzeit zwei für Patterson. Tatsächlich zeigte diese Maßnahme Wirkung: Leonard fand immer wieder Zubac unter dem Korb und die Clippers verkürzten dank eines Dreier von Zubac auf -3, die Rockets schlugen zurück, McLemore stellte wieder auf +10. Rivers und Leonard tauschten schwere Dreier aus und das Spiel ging offen ins Schlussviertel (74:68).

Dort erzielten die Rockets in den ersten drei Minuten nur 1 Punkt und Leonard, der nicht rund lief, glich von der Linie aus (75:75) und legte kurz danach per 4-Punkt-Spiel nach. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit mehreren Führungswechseln. Ein ganz tiefer Dreier von Harden stellte wieder auf +4 für die Rockets, Leonard und Williams konnten nicht kontern, und Nummer 13 legte eine weitere Bombe nach. Schließlich klaute er sogar noch Leonard den Ball und servierte einen Alley-Oop auf Tyson Chandler, Houston brachte das Spiel nach Hause.

Die wichtigsten Statistiken

Houston Rockets (8-3) vs. Los Angeles Clippers (7-4) 102:93 (BOXSCORE)

  • Vor allem mit ihrer Bank erspielten sich die Clippers zahlreiche offene Dreier, konnten daraus aber kaum Kapital schlagen. Nach einer Halbzeit stand ihre Dreierquote bei katastrophalen 12,5 Prozent (2/16), was sich bessern sollte (10/33, 30,3 Prozent). Hinzu kam, dass die Gäste zahllose einfache Korbleger versemmelten, die die Rockets durch ihr aggressives Doppeln zuließen.
  • Die Quote der Rockets aus der Distanz war minimal besser (33,3 Prozent, 14/42), zudem erlaubte sich Houston nur 10 Turnover. Auf der anderen Seite nutzten sie die 13 Clippers-Ballverluste zu 16 Punkten.
  • Westbrook "gelang" es, innerhalb der ersten zwölf Minuten vier Fouls zu sammeln. Dies brachte er in seiner bisherigen Karriere noch nicht fertig. Im zweiten Viertel blieb Westbrook durchgehend auf der Bank und kam auf "nur" 30 Einsatzminuten.
  • Im ersten Viertel erzielten die Clippers 15 Punkte, nur einen mehr als Harden. Mit 15 erlaubten Zählern stellten die Rockets eine Saisonbestmarke auf, weniger Punkte hatten sie bisher in einem Abschnitt noch nicht zugelassen. Vor dem Spiel stand Houston bei den erlaubten Punkten nur auf Platz 26 ligaweit.
  • Die Offensive der Clippers in Halbzeit eins beruhte genau auf zwei Spielern: Leonard und Williams, die 14 und 12 Zähler erzielten. Acht weitere Akteuere wurden eingesetzt, die es in 24 Minuten tatsächlich schafften, nur 11 Punkte zu erzielen. Nach der Pause wurde es deutlich besser, da Green, Zubac und Harkless zeitweise für Entlastung sorgen konnnten.

Houston Rockets vs. Los Angeles Clippers: Die Stimmen zum Spiel

Russell Westbrook (Houston Rockets) über Patrick Beverleys Defense: "Er trickst euch alle aus. Er rennt die ganze Zeit herum und macht überhaupt nichts."

Austin Rivers (Houston Rockets) über die Ejection für seinen Vater: "Es war ein großartiger Moment. Ich habe ihn wirklich genossen. Ich werde euch nicht anlügen."

Doc Rivers (Coach Los Angeles Clippers): "Wir haben keinen guten Basketball gespielt und sind für unsere eigenen Fehler verantwortlich. Ich muss einen besseren Job machen, was unsere Offense betrifft."

Der Star des Spiels

James Harden. Es war ein weiterer Sahnetag des Bartes, der wie gewohnt mit tiefen Dreiern gefährlich war, zum Korb zog oder seine Mitspieler einsetzte. In der Crunchtime war er nicht zu stoppen und zeigte sich sogar in der Defense immer wieder engagiert. Einziger kleiner Makel: 6 Turnover.

Der Flop des Spiels

Patrick Beverley. In der Defensive schaffte es der Kettenhund nicht, Harden zu stoppen, hatte Foulprobleme (foulte kurz vor Schluss aus) und fiel immer wieder mit unnötigem Flopping und Provozieren auf. Im Angriff gelang ihm nichts, alle seine (meist offenen) Dreier landeten am Ring (6 Punkte, 0/7 3FG). Auch schwach: Westbrook, der aber zumindest zwei wichtige Distanzwürfe traf.

Die Szene des Spiels

In der Schlussphase, als die sportliche Entscheidung schon gefallen war, wurde es am Spielfeldrand turbulent. Doc Rivers ärgerte sich vehement über eine Schiedsrichterentscheidung und gab auch nach einem Technischen Foul gegen ihn noch keine Ruhe. Sohn Austin, für die Clippers aktiv, forderte ein weiteres T gegen seinen Vater und wurde von den Referees erhört. Doc musste tatsächlich die Halle verlassen.

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