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NBA - Die New Orleans Pelicans und Zion Williamson in der Offseason: 1.000 Jahre A.D.

Von Ole Frerks

Die New Orleans Pelicans erlebten im vergangenen halben Jahr eine Achterbahnfahrt der Emotionen, nun soll Nr.1-Pick Zion Williamson in Louisiana eine neue Zeitrechnung einleiten. David Griffin hat ihm dafür ein interessantes Team an die Seite gestellt. Könnten die Pels schon in diesem Jahr besser sein als mit Anthony Davis?

New Orleans Pelicans: Die Transaktionen

Inoffiziell ging die Offseason schon im Januar los, als Anthony Davis einen Trade forderte. Von diesem Wunsch rückte er auch nicht ab, nachdem NOLA bei der Draft Lottery im Mai den Nr.1-Pick und somit Zion Williamson "gewann". Entsprechend hatte der neue starke Mann David Griffin über den Sommer alle Hände voll zu tun.

Schon vor dem Draft einigte sich Griffin mit den Lakers auf einen Trade, wenngleich dieser erst Anfang Juli finalisiert werden konnte: Für Davis kamen Lonzo Ball, Brandon Ingram und Josh Hart sowie drei Erstrundenpicks (darunter der Nr.4-Pick 2019) aus L.A.

Den Nr.4-Pick gab Griffin prompt gemeinsam mit Solomon Hill und Jordan Bone an Atlanta ab und bekam dafür einen 2020er Erstrundenpick sowie die diesjährigen Picks Jaxson Hayes (Nr.8), Nickeil Alexander-Walker (Nr.17) und Marcos Louzada Silva (Nr.35) zurück. In einem weiteren Trade holte er Derrick Favors für zwei Zweitrundenpicks aus Utah.

Als Free Agents kamen J.J. Redick (2 Jahre/26,5 Mio. Dollar) aus Philly und Nicolo Melli (2/8) von Fenerbahce. Dazu wurde Darius Miller gehalten (2/14,3), wobei dessen zweites Vertragsjahr nicht garantiert wurde. Christian Wood und Dairis Bertans wurden gewaived, Julius Randle ließ seine Spieleroption verstreichen und schloss sich den Knicks an.

New Orleans Pelicans: Die wichtigsten Daten 2018/19

Bilanz Regular SeasonOffensiv-RatingDefensiv-RatingNet-Rating
33-49 (Platz 13 im Westen)110,7 (12.)112,0 (22.)-1,3 (20.)

New Orleans Pelicans: Die Strategie

Nachdem die Pelicans Gewissheit hatten, dass sie Zion bekommen, Davis aber verlieren würden, setzten sie alles daran, bei Ersterem nicht die gleichen Fehler zu machen wie bei Letzterem. Entsprechend versuchte Griffin, ein Team mit Perspektive aufzubauen, das nicht erst in ein paar Jahren, sondern schon im kommenden Jahr um die Playoffs mitspielen kann.

Aus L.A. kamen in Ball und Ingram zwei Spieler, bei denen es (berechtigte) Hoffnung gibt, dass sie in einem neuen Umfeld große Schritte machen können. Jrue Holiday, Favors und Redick bilden ein Trio an hochprofessionellen Veteranen, das dem jungen Kern die Richtung weisen kann.

Wenn die Pelicans nach der desolaten Vorsaison eins dringend brauchten, dann war es Euphorie, und diese garantierte bereits die Ankunft von Zion. Die restliche Offseason - und wohl auch die nächsten paar Jahre - soll(t)en nun dafür dienen, ihm ein passendes Team an die Seite zu stellen.

Der Kader der New Orleans Pelicans

Point GuardShooting GuardSmall ForwardPower ForwardCenter
Jrue HolidayJ.J. RedickBrandon IngramZion WilliamsonDerrick Favors
Lonzo BallJosh HartDarius MillerNicolo MelliJaxson Hayes
Frank JacksonNickeil Alexander-WalkerE'Twaun MooreKenrich WilliamsJahlil Okafor
Zylan Cheatham
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New Orleans Pelicans: Die Schwachstellen

Da kaum ein Stein auf dem alten blieb, lohnt es kaum, die Schwächen der Vorsaison hervorzuheben. Die Pelicans sind ein ganz anderes Team, und sie sind tief: Jede Position ist in der Theorie mindestens ordentlich doppelt besetzt. Ein großes Fragezeichen steht allerdings hinter dem Spacing.

Stand jetzt steht in Redick nur ein wirklich gefährlicher Shooter in der projizierten Starting Five, von der Bank sind Williams, E'Twaun Moore und hoffentlich Melli sowie Alexander-Walker starke Schützen - der restliche Kader wirft wacklig oder durchschnittlich (oder gar nicht). Das erscheint neben Athletikmonster Zion nicht gerade ideal.

Überhaupt gibt es ein paar Fragezeichen hinter dem Fit der einzelnen Mannschaftsteile, zumindest offensiv, zumal viele wichtige Spieler noch so jung sind. Es dürfte einige Zeit benötigen, bis sich speziell Williamson und der etwas balldominante Ingram aneinander gewöhnt haben.

Und dann ist da noch die Gesundheit: Ingram verpasste das Ende der vergangenen Saison mit einem Blutgerinnsel, wenngleich er sich Mitte Juli nach eigener Aussage wieder "fast normal" fühlte. Ball verpasste in beiden Lakers-Jahren viele Spiele. An beiden hängen große Erwartungen, zumal Ingram 2020 Restricted Free Agent wird.

getty
David Griffin (M.) präsentiert die Pelicans-Neuzugänge Derrick Favors, Lonzo Ball, Josh Hart und Brandon Ingram.

New Orleans Pelicans: Der Hoffnungsträger

Seit dem jungen LeBron wurde kein junger Spieler so gehypet wie Zion Williamson, der nicht nur direkt MVP werden, sondern nebenbei auch gleich den professionellen Basketball in Louisiana retten soll. Dank ihm wurden schon Anfang Juli mehr als 10.000 Dauerkarten verkauft - zur Einordnung: Letzte Saison besuchten 16.004 Fans pro Spiel das Smoothie King Center.

Der Anfang ist also geglückt, und dennoch: Etwas Vorsicht ist bei allem Hype geboten. Williamson ist gerade 19 geworden, in gewissen Aspekten (natürlich) noch roh und es ist noch nicht einmal klar, welche Position langfristig die richtige für ihn sein wird. Er wird nicht vom Start weg einer der 15 besten NBA-Spieler sein können.

Das ist aber auch keine Schande. Gefühlt hat er den Pelicans schon jetzt mehr Aufmerksamkeit verschafft als Davis in seiner gesamten Zeit im Big Easy. Nun geht es für Zion darum, diesen eines Tages auch sportlich ersetzen zu können.

New Orleans Pelicans: Das Fazit

Der Nr.1-Pick war natürlich ein massiver Glücksfall, aber auch sonst machte NOLA viel richtig. Der Davis-Trade brachte direkten Gegenwert und mit Lakers-Picks in ferner Zukunft die Chance, von deren Zeit nach LeBron zu profitieren; der Trade mit Atlanta brachte zusätzliche Assets.

Der Favors-Trade war ein Steal, von Redick kann jeder Big Man profitieren (siehe: Embiid, Joel). Alexander-Walker zeigte in der Summer League tolle Ansätze als Scorer und soll bei der Shooting-Thematik helfen. Einzig der Hayes-Pick an 8 verwunderte neben Zion ein wenig, da der Center offensiv am College fast nur als reiner Dunker auffiel.

Dennoch: Davis' Trade-Wunsch scheint Jahre her, die Pelicans sind binnen weniger Monate von einem Patienten zu einem League-Pass-Favoriten geworden, wenn auch mit ein paar Fragezeichen. Nun beginnt eine neue, hoffentlich glücklichere Ära.

Die Note: 1-

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