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Olympia

Paralympics - Mit 15 Jahren: Kazmaier holt Gold im Skilanglauf

SID

Anna-Lena Forster und Linn Kazmaier sorgen mit ihren Goldmedaillen für einen weiteren deutschen Traumtag bei den Paralympics. Auch Anna-Maria Rieder trägt mit Bronze ihren Teil bei.

Küken Linn Kazmaier schlug im Moment der puren Glückseligkeit erstmal einen Purzelbaum, Fahnenträgerin Anna-Lena Forster posierte nach ihrer Triumph-Fahrt mit Deutschland-Fahne um den Hals mit Verbandschef Friedhelm Julius Beucher. Im Team D Paralympics strahlten am erfolgreichsten Wettkampftag der Spiele alle um die Wette. Zweimal das so herbeigesehnte Gold und dazu Bronze von Anna-Maria Rieder - der deutsche Endspurt von Peking kann sich sehen lassen.

Beucher kam gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Kazmaier sei mit ihren 15 Jahren ein "Weltnaturtalent", sagte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) dem SID. Und Fahnenträgerin Forster sei wohl schlicht die "coolste" Athletin der Spiele, fügte er an: "Das waren so tolle Läufe, nahezu fehlerfrei. Sie hat das so souverän zu Ende durchgefahren, dass sie sich gegenüber Weltklasse-Monoskifahrerinnen deutlich durchgesetzt hat."

Um über zwei Sekunden distanzierte Forster die Konkurrenz im Slalom, sie zeigte in ihrer Lieblingsdisziplin eine Galavorstellung - all dem Druck als große deutsche Hoffnungsträgerin zum Trotz. "Es fällt schon viel ab, es war ein krasser Tag", sagte die 26-Jährige dem Sport-Informations-Dienst: "Das war für mich persönlich zum Abschluss super wichtig. Ich kann unheimlich stolz auf mich sein."

Paralympische Spiele: "Wir bauen das Dorf ab"

In der Tat: Trotz zwischendurch auch einiger schwieriger Momente fährt die Fahnenträgerin der Eröffnungsfeier mit zweimal Gold in Super-Kombination und Slalom sowie zweimal Silber in Abfahrt und Super-G als erfolgreichste deutsche Sportlerin nach Hause. Nach den vier WM-Titeln im Januar habe sie sich "viel erhofft. Dass es so aufgeht, muss auch erstmal klappen." Das werde sie wohl "erst zu Hause in den Armen von Familie und Freunden so richtig realisieren."

Das hat sie auch mit Kazmaier gemeinsam. "Es ist total krass und ziemlich unwirklich", sagte die Jüngste im deutschen Team nach ihrem Sensationserfolg mit Guide Florian Baumann. Die Sehbehinderte kürte sich damit zur jüngsten deutschen Goldmedaillengewinnerin bei Paralympischen Winterspielen, nur Sommersportlerin Yvonne Hopf war bei ihrem Triumph 1992 in Barcelona aus deutscher Sicht mit 14 Jahren noch jünger.

Nach zuvor dreimal Silber und einmal Bronze setzte sich die Schwarzwälderin im Skilanglauf über 10 km mit 39,5 Sekunden Vorsprung vor der Chinesin Wang Yue durch. "Sie hat gar keinen Zweifel gelassen, dass sie die Beste in dieser Disziplin ist", schwärmte Beucher. Kazmaier nahm schon im Zielraum telefonisch die Glückwünsche ihrer Eltern entgegen. Es wäre zwar auch ohne Gold "kein Beinbruch" gewesen, da sie "noch so viel Zeit" habe, sagte Kazmaier: "Aber ich freue mich natürlich trotzdem".

Ihre Belohnung für starke Spiele holte sich auch Rieder mit ihrer ersten Paralympicsmedaille. "Es ist einfach ziemlich, ziemlich geil", sagte die 22-Jährige dem SID nach ihrem dritten Platz in der stehenden Klasse: "Ende gut, alles gut kann man sagen. Ehrlich gesagt habe ich nicht so fest dran geglaubt. Dass es geklappt hat, ist umso schöner."

Der Feierbefehl kam von der am Freitag im Riesenslalom mit Bronze dekorierten Andrea Rothfuss. "Es gibt kein Halten mehr, wir bauen das Dorf ab", sagte die 32-Jährige mit einem Augenzwinkern. Und wenn "die Andi das sagt", so Forster breit grinsend, "dann machen wir das auch."

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