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Tennis

Australian Open: Schocker! Zverev sang- und klanglos ausgeschieden!

Von SPOX/SID

Olympiasieger Alexander Zverev hat das Viertelfinale der Australian Open überraschend verpasst. Der 24-Jährige blieb bei der 3:6, 6:7 (5:7), 3:6-Niederlage im Achtelfinalduell gegen den Kanadier Denis Shapovalov klar unter seinen Möglichkeiten und hat weiter eine schwache Bilanz gegen Spitzenspieler bei Grand-Slam-Turnieren. Die deutsche Nummer eins hat nur eins der vergangenen acht Matches gegen Profis der Top 20 gewonnen.

Alexander Zverev packte völlig frustriert seine Schlägertasche und schlich empfindlich geschlagen aus der Margaret Court Arena - der Traum vom ersten Grand-Slam-Triumph ist für den Olympiasieger einmal mehr geplatzt. Die deutsche Nummer eins hat an einem komplett gebrauchten Tag überraschend das Viertelfinale der Australian Open verpasst.

Der 24-Jährige blieb beim 3:6, 6:7 (5:7), 3:6 im Achtelfinalduell gegen den Kanadier Denis Shapovalov weit unter seinen Möglichkeiten (8 Doppelfehler, 32 Unforced Errors bei nur 18 Winners) und konnte seine fatale Bilanz gegen Spitzenspieler bei Grand-Slam-Turnieren nicht aufpolieren. Zverev hat nur eins der vergangenen acht Matches gegen Profis der Top 20 gewonnen.

"Es war heute schrecklich von mir. Es gibt keine Ausreden. Ich bin mit dem Ziel hergekommen, zu gewinnen und vielleicht die Nummer eins der Welt zu werden. Wenn ich so spiele, verdiene ich es nicht", sagte Zverev. "Von Anfang an gab es die Körperspannung, die Aggressivität, die Dynamik in Zverevs Spiel nicht", kritisierte Eurosport-Experte Boris Becker.

Für den hochambitionierten Zverev ist die Niederlage ein schwerer Rückschlag. Nach Gold in Tokio und dem Sieg bei den ATP Finals in Turin wollte er in Melbourne die nächsten Meilensteine seiner Karriere erreichen - den ersten Triumph bei einem Major und die Nummer eins der Weltrangliste, beides war durch die Abwesenheit von Novak Djokovic greifbar.

Doch statt Zverev trifft nun Shapovalov in der Runde der letzten Acht auf den 20-maligen Grand-Slam-Sieger Rafael Nadal aus Spanien, der nach der erzwungenen Abreise von Djokovic neben US-Open-Sieger Daniil Medvedev (Russland/Nr. 2) zu den heißesten Titelanwärtern zählt.

Australian Open: Becker vermisst Aufbäumen bei Zverev

Auch Zverev hatten die Experten auf dem Zettel. Er ging als Favorit in sein viertes Match in Melbourne, war gleichzeitig aber gewarnt. Shapovalov sei ein Spieler "mit einem höheren Niveau" als seine bisherigen Gegner, sagte der Weltranglistendritte, der von den vorherigen sechs Aufeinandertreffen vier für sich entschieden hatte. Doch von Dominanz war am Sonntag nichts zu spüren.

Bei 33 Grad im Schatten erwischte Zverev einen kapitalen Fehlstart. Nach zwei verpassten Breakchancen im ersten Spiel des Matches lief kaum noch etwas zusammen und Shapovalov diktierte das Geschehen im ersten Satz. "Er spielt zu passiv und steht zu weit hinter der Grundlinie. Er reagiert nur und agiert nicht", sagte Becker. Kurz darauf ließ Zverev nach dem nächsten Break zum 0:1 im zweiten Satz den Frust an seinem Schläger aus.

Auch im weiteren Verlauf des zweiten Durchgangs wirkte der deutsche Topspieler gehemmt, aber auch Shapovalov begann plötzlich zu grübeln und reihte Fehler an Fehler. Zverev schaffte ein Break zum 5:3, schenkte den Vorteil aber sofort wieder her und war auch im Tiebreak der schwächere Spieler.

"Was ich jetzt vermisse, ist das Aufbäumen", sagte Becker. Doch Zverevs Körpersprache verriet zu Beginn des dritten Satzes nichts Gutes. Es passte nichts zusammen und er musste seine Hoffnungen auf neue Großtaten nach 2:21 Stunden Spielzeit aufgeben.

Australian Open: Nadal kann Geschichte schreiben

Nadal steht dagegen nach einem harten Stück Arbeit zum 14. Mal im Viertelfinale der Australian Open. Der Tennis-Topstar aus Spanien setzte sich am Sonntag 7:6 (16:14), 6:2, 6:2 gegen den ungesetzten Franzosen Adrian Mannarino durch.

Vor allem im 81 Minuten langen ersten Satz des Achtelfinals gegen Mannarino musste der 35-Jährige richtig schwer schuften, im Tiebreak ging es hin und her mit dem besseren Ende für Nadal. Anschließend dominierte der Sandplatzkönig die 2:40 Stunden lange Partie.

"Ich genieße die Tatsache, dass ich hier bin, und ich genieße die Tatsache, dass ich wieder in einem Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers stehe", sagte Nadal: "Das ist etwas ganz Besonderes für mich."

Nadal, Turniersieger von 2009, kann in Melbourne in Abwesenheit von Novak Djokovic (ausgewiesen) und Roger Federer (verletzt) Geschichte schreiben. Mit einem Turniersieg würde er sich zum alleinigen Grand-Slam-Rekordchampion krönen. Aktuell stehen alle drei Topspieler bei 20 Grand-Slam-Titeln.

Neben dem Duell zwischen Nadal und Shapovalov steht auch ein zweites Herren-Viertelfinale fest: Der extrem stark aufspielende Matteo Berrettini (Italien) trifft dort auf Gael Monfils (Frankreich).

Australian Open: Barty souverän durch

Bei den Frauen hat Top-Favoritin Ashleigh Barty (25) bei ihrem Heim-Grand-Slam das Viertelfinale erreicht. Die Weltranglistenerste bezwang die formstarke Amerikanerin Amanda Anisimova 6:4, 6:3. Barty ist weiter ohne Satzverlust und nährt vor dem Match gegen Jessica Pegula (USA/Nr. 21) die Hoffnungen auf den ersten Heimsieg seit 1978.

Damals hatte Christine O'Neil als bislang letzte Australierin den Titel geholt. Bartys bestes Ergebnis in Melbourne ist bisher der Halbfinaleinzug 2020, im vergangenen Jahr war sie nach einem bis dato tadellosen Turnierverlauf in der Runde der besten acht Spielerinnen ausgeschieden.

Ein ähnlicher Ausrutscher gegen Pegula wäre eine Überraschung, zu konstant tritt Barty derzeit besonders bei eigenem Aufschlag auf. Anisimova galt nach dem Sieg beim Vorbereitungsturnier in Melbourne und dem Erfolg in der Runde zuvor über die ehemalige Nummer eins Naomi Osaka (Japan) als Geheimfavoritin. Wimbledonsiegerin Barty zeigte der 20-Jährigen jedoch die Grenzen auf.

Ebenfalls im Viertelfinale steht French-Open-Siegerin Barbora Krejcikova. Die 26 Jahre alte Tschechin schlug die zweimalige Turniersiegerin Victoria Azarenka aus Belarus 6:2, 6:2. Azarenka, die 2012 und 2013 das Grand-Slam-Turnier gewann, hatte während des Matches mit Nackenproblemen zu kämpfen.

Krejcikova war in Melbourne bisher nicht über die zweite Runde hinausgekommen, nun kämpft sie gegen Madison Keys aus den USA um den Einzug ins Halbfinale. Die stark aufschlagende 26-Jährige, die 2017 bei den US Open im Finale stand, schaltete in ihrem Achtelfinale die an Position acht gesetzte Spanierin Paula Badosa 6:3, 6:1 aus.

Australian Open: Enttäuschung für Krawietz/Mies

Das Erfolgsdoppel Kevin Krawietz/Andreas Mies hat das Viertelfinale klar verpasst. Krawietz/Mies unterlagen dem an Position fünf gesetzten australisch-slowakischen Team John Peers/Filip Polasek am Sonntag in nur 65 Minuten mit 1:6, 2:6.

"Es war einfach ein rabenschwarzer Tag heute", sagte der Kölner Mies bei Eurosport. "Die Pflichtaufgaben haben wir hier erfüllt, aber beim Grand-Slam-Turnier ist es natürlich schon das Ziel weiterzukommen", sagte der Coburger Krawietz.

Die an zwölf gesetzten Krawietz und Mies waren in Melbourne erstmals seit ihrem Titelgewinn in Roland Garros 2020 wieder gemeinsam bei einem Grand-Slam-Turnier angetreten. Ihr Comeback nach mehr als einem Jahr hatten die "KraMies" in der vergangenen Woche beim ATP-Turnier in Sydney gefeiert, wo sie das Halbfinale erreichten.

Mies hatte sich Anfang des vergangenen Jahres einer Knorpel-OP am Knie unterziehen müssen, die eine lange Pause nach sich zog. Krawietz spielte in der Zwischenzeit erfolgreich mit dem Rumänen Horia Tecau und qualifizierte sich mit seinem Partner für die ATP Finals.

In Melbourne waren die Tennisprofis zuvor nur 2020 gemeinsam angetreten und scheiterten in der ersten Runde, nun war im Achtelfinale Schluss. Damit ist im Frankfurter Tim Pütz nur noch ein deutscher Profi in der Doppelkonkurrenz der Männer vertreten. Der 34-Jährige steht mit dem Neuseeländer Michael Venus nach einem Rückzug der Australier Christopher O'Connell/Jason Kubler im Viertelfinale.

Australian Open, Tag 7: Die Spiele im Überblick

  • Damen:
Spielerin 1Spielerin 2Ergebnis
Madison Keys (USA)Paula Badosa (ESP/8.)6:3, 6:1
Barbora Krejcikova (CZE/4.)Victoria Azarenka (BLR/24.)6:2, 6:2
Jessica Pegula (USA)Maria Sakkari (GRE/5.)7:6 (7:0), 6:3
Ashleigh Barty (AUS/1.)Amanda Anisimova (USA)6:4, 6:3
  • Herren:
Spieler 1Spieler 2Ergebnis
Adrian Mannarino (FRA)Rafael Nadal (ESP/6.)6:7, 2:6, 2:6
Alexander Zverev (GER/3.)Denis Shapovalov (CAN/14.)3:6, 6:7 (5:7), 3:6
Pablo Carreno Busta (ESP/19.)Matteo Berrettini (ITA/7.)5:7, 6:7 (4:7), 4:6
Miomir Kecmanovic (SRB)Gael Monfils (FRA/17.)5:7, 6:7 (4:7), 3:6

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