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Tennis

Davis Cup: Deutschland erstmals seit 14 Jahren im Halbfinale

SID

Die deutschen Tennisprofis haben erstmals seit 14 Jahren das Halbfinale im Davis Cup erreicht. Die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) bezwang am Dienstag im Viertelfinale von Innsbruck Großbritannien mit 2:1, den entscheidenden Punkt holten Kevin Krawietz und Tim Pütz im Doppel mit einem 7:6 (12:10), 7:6 (7:5) gegen Joe Salisbury/Neal Skupski. Dabei holten sie im Tiebreak des zweiten Satzes einen 0:5-Rückstand auf.

Unter wildem Gebrüll tanzten Kevin Krawietz und Tim Pütz mit ihren Teamkollegen ausgelassen im Kreis, nach einem wahren Tennis-Krimi gegen Großbritannien dürfen sie vom vierten Titel im Davis Cup träumen. "Da ist viel Druck abgefallen, ich bin extrem glücklich und super stolz", sagte Kapitän Michael Kohlmann nach dem ersten Einzug ins Halbfinale seit 14 Jahren.

Dass die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes (DTB) am Wochenende auch ohne Olympiasieger Alexander Zverev in Madrid um die "hässlichste Salatschüssel der Welt" kämpfen darf, war im packenden Duell gegen Großbritannien vor allem den nervenstarken Kevin Krawietz und Tim Pütz zu verdanken. Das Doppel holte den entscheidenden Punkt zum 2:1 und der gelungenen Revanche für das Viertelfinal-Aus vor zwei Jahren.

"Das war eine unglaubliche Teamleistung", sagte Krawietz. "Wir haben uns gesagt, wir gehen das einfach Punkt für Punkt an", sagte Krawietz: "Und dann haben wir es umgedreht. Es ist manchmal verrückt."

Nicht weniger beeindruckend war zuvor die Leistung von Struff gewesen, der den Showdown mit einem 7:6 (8:6), 3:6, 6:2 gegen den Weltranglisten-Zwölften Cameron Norrie überhaupt erst erzwungen hatte. "Das war einer der wichtigsten Siege, die ich errungen habe", sagte der Warsteiner, der einem extremen Druck standhielt. Denn Peter Gojowczyk, erstmals seit sieben Jahren wieder im Davis Cup im Einsatz, hatte zum Auftakt 2:6, 1:6 gegen Daniel Evans verloren.

DTB-Team erstmals seit 14 Jahren wieder im Halbfinale

Halbfinalgegner am Samstag (13.00 Uhr) ist entweder die russische Mannschaft oder Schweden, das Endspiel in der spanischen Hauptstadt findet am Sonntag statt. Deutschland hat den wichtigsten Teamwettbewerb im Männertennis bisher dreimal gewonnen (1988, 1989, 1993).

Für ihre Auftritte in der Vorrunde mit Siegen gegen Serbien um Grand-Slam-Rekordchampion Novak Djokovic und Österreich hatte die deutsche Mannschaft schon viel Lob erhalten. Der Weltranglisten-Dritte Zverev, der als Gegner des neuen Davis-Cup-Formats auf eine Teilnahme verzichtete, gratulierte aus seinem Urlaub, und auch Boris Becker war beeindruckt. "Die Mannschaft ist der Star. Ich bin stolz auf die Jungs", sagte die Tennis-Ikone, sah das Team aber gegen Großbritannien als leichten Außenseiter.

Kapitän Michael Kohlmann versuchte es deshalb mit einem Kniff bei der Aufstellung und schenkte Gojowczyk statt Dominik Koepfer das Vertrauen. Der 32-Jährige, der sich in diesem Jahr bei den US Open als Qualifikant überraschend bis ins Achtelfinale gespielt und zwei Halbfinals auf der ATP-Tour erreicht hatte, agierte aber viel zu angespannt und fehlerhaft.

Struff mit beeindruckender Leistung

"Ich habe nicht so gut geschlafen, weil ich ein bisschen nervös war", erklärte er: "Du willst es natürlich unglaublich gut machen, wenn du für Deutschland spielst."

Unglaublich gut machte es dann der hellwache Struff. Der 31-Jährige lieferte dem 39 Weltranglistenplätze besser klassierten Norrie, der im vergangenen Monat überraschend das Masters in Indian Wells gewonnen hatte, mit vollem Risiko ein Match auf Augenhöhe.

Dabei bewies er auch große Nervenstärke, als er den Tiebreak des ersten Durchgangs nach zwei abgewehrten Satzbällen noch gewann. "Jetzt versuchen wir natürlich, ins Halbfinale einzuziehen", sagte er nach seiner Glanzleistung bei ServusTV - und wie schon gegen Serbien und Österreich lieferten Krawietz und Pütz wieder beeindruckend ab.

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