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Tennis

French Open, Tag 8: Zverev verliert gegen Jungstar Sinner - Thiem zittert sich weiter

SID

Alexander Zverev ist im Achtelfinale der French Open gescheitert. Die offenbar grippegeschwächte deutsche Nummer eins unterlag in Paris dem italienischen Shootingstar Jannik Sinner 3:6, 3:6, 6:4, 3:6 und bleibt damit im Jahr 2020 ohne den erhofften ersten Grand-Slam-Titel. Bei den Damen ist Topfavoritin Simona Halep völlig überraschend auch raus - nur Rafael Nadal lässt wie üblich nichts anbrennen. Dominic Thiem musste über fünf Sätze gehen.

Alexander Zverev schmerzten die Glieder, sein Kopf brummte. "Ich bin komplett krank, kann kaum atmen und hatte 38 Grad Fieber", sagte der beste deutsche Tennisspieler mit belegter Stimme, kurz nachdem in Paris sein großer Traum vom ersten Grand-Slam-Titel einmal mehr geplatzt war. Zverev hustete bei der virtuellen Pressekonferenz immer wieder hinter seiner Maske.

Natürlich werde er sich nun noch einmal auf Corona testen lassen, kündigte der Weltranglistensiebte an, bisher waren die regelmäßig durchgeführten Tests negativ. Der letzte wurde offenbar am 29. September durchgeführt, ein weiterer stand noch am Sonntag an, dies berichtete unter anderem ein Journalist der New York Times mit Verweis auf den veranstaltenden französischen Tennisverband FFT. "Ich denke eher, dass es das Wetter hier ist. Ich habe nicht die richtigen Symptome von Corona", sagte Zverev: "Ich hoffe wirklich, dass es das nicht ist."

Kurz zuvor hatte er ohne seine gewohnte Power kaum eine Chance gegen den 19 Jahre alten italienischen Shootingstar Jannik Sinner und verpasste seinen dritten Einzug ins Viertelfinale der French Open. "Vielleicht hätte ich nicht spielen sollen", sagte Zverev: "Aber ich habe irgendwie auf einen Dreisatzsieg gehofft."

Seine starke Major-Saison mit dem Finale bei den US Open und der Halbfinalteilnahme bei den Australian Open endete mit einer Enttäuschung. Insgesamt sei er zwar definitiv auf einem guten Weg, sagte Zverev. Aber er hatte sich für Paris mehr erhofft, er wollte der Krönung bei einem der vier wichtigsten Tennisevents wieder so nah wie möglich kommen und in der Runde der letzten Acht Rekordchampion Nadal herausfordern. Das übernimmt nun Sinner.

Der Südtiroler ist der erste French-Open-Debütant seit Nadal 2005, der die Runde der letzten Acht erreichte. Daniel Altmaier (Kempen) kann es ihm am Montag gleichtun, auch Laura Siegemund ist weiter im Rennen für den Deutschen Tennis Bund (DTB). Die Doppel-Titelverteidiger Kevin Krawietz/Andreas Mies haben das Viertelfinale bereits erreicht.

French Open: Zverev klagt über "Brennen in der Brust"

Zverev war seine mangelnde Frische zu Matchbeginn anzumerken, schnell suchte er auch den Kontakt zu den Medizinern und erhielt ein Nasenspray. Mit Sinner, den er "aus dem Stand schon jetzt als einen der besten Spieler der Welt" ansieht, konnte er nur schwer mithalten. "Bei jedem langen Ballwechsel habe ich ein Brennen in der Brust gespürt", sagte Zverev, der sich laut eigenen bei seinem Physio Hugo Gravil angesteckt haben könnte, der ebenfalls krank war.

Sinner, den Zverev aus etlichen gemeinsamen Trainings gut kennt, war ohne Satzverlust ins Achtelfinale marschiert und dominierte die Partie mit seinen wuchtigen Grundlinienschlägen. "Zverev muss heute sein bestes Match spielen", stellte Becker bei Eurosport fest: "Das ist nichts für schwache Körper und weiche Nerven." Zverev bekam trotz schwächelnden Körpers seine Chancen, konnte sie aber nicht nutzen. Aus Frust knallte er seinen Schläger auf den Boden.

Sinner, noch 75. der Weltrangliste mit klarer Tendenz nach oben, beeindruckte mit seiner Wucht, spielte aber weiter nicht fehlerfrei. Zverev musste um fast jeden Punkt hart kämpfen, ihm fehlte in den Ballwechseln oft auch der Killerinstinkt. Und er pumpte sichtlich. Zverev gab nicht auf, kämpfte verbissen und nutzte Sinners Schwächephase zum Ende des dritten Satzes. Doch dann schaltete Sinner noch einmal hoch und setzte sich verdient durch.

Nachziehen will am Montag Altmaier, der nach dem Dreisatzsieg gegen den an Nummer sieben gesetzten Italiener Matteo Berrettini selbstbewusst ins Duell mit dem Spanier Pablo Carreno Busta (Nr. 17) geht. "Das war erst der Anfang", sagte Altmaier. Auch Siegemund rechnet sich nach dem Coup gegen Petra Martic (Kroatien/Nr. 13.) gegen Paula Badosa Gilbert (Spanien) gute Chancen aus.

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French Open: Simona Halep scheitert sensationell an Teenie Swiatek

Die Polin Iga Swiatek hat völlig überraschend Topfavoritin Simona Halep ausgeschaltet. Die ungesetzte 19-Jährige besiegte die Weltranglistenzweite aus Rumänien mit 6:1, 6:2. Es ist in der Geschichte der French Open die höchste Niederlage einer topgesetzten Spielerin. Swiatek trifft im Viertelfinale auf Martina Trevisan (Italien), die Kiki Bertens (Niederlande/Nr. 5) überraschte.

"Ich bin von mir selbst überrascht", sagte Swiatek nach dem Match mit zitternder Stimme: "Ein Traum ist wahr geworden." Sie beeindruckte die an Position eins gesetzte Halep mit einem Feuerwerk im ersten Satz und schlug 17 Winner. Halep geriet auch im zweiten Durchgang schnell ins Hintertreffen, immer wieder hatte Swiatek Breakbälle. Halep kämpfte, fand aber kein Rezept gegen ihre Gegnerin.

Damit ist die Ukrainerin Elina Svitolina in Paris die letzte verbliebene Spielerin aus den Top 5 der Weltrangliste. Die Weltranglistenerste Ashleigh Barty (Australien) hatte für Paris ebenso abgesagt wie US-Open-Siegerin Naomi Osaka (Japan), die an Nummer zwei gesetzte Karolina Pliskova (Tschechien) war in der zweiten Runde gescheitert.

Als letzte deutsche Spielerin kämpft Laura Siegemund (Metzingen) am Montag gegen die Spanierin Paula Badosa um einen Platz im Viertelfinale.

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French Open: Nadal schlägt auch Korda - Thiem muss zittern

Rekordchampion Rafael Nadal ist im Eiltempo ins Viertelfinale eingezogen, Mitfavorit Dominic Thiem dagegen musste kräftig zittern. Der 34 Jahre alte Nadal ließ dem 14 Jahre jüngeren US-Amerikaner Sebastian Korda, Sohn des früheren Australian-Open-Siegers Petr Korda, beim 6:1, 6:1, 6:2 keine Chance. Nächster Gegner des Spaniers ist der 19 Jahre alte Italiener Jannik Sinner, der Alexander Zverev besiegte.

Thiem, US-Open-Champion und Vorjahresfinalist in Paris, hatte gegen einen Spieler der heranwachsenden Generation viel mehr Mühe, als ihm lieb war. Gegen den 20 Jahre alten Hugo Gaston sah der Österreicher zweieinhalb Sätze wie der sichere Sieger aus, ließ sich dann vom Franzosen aber den Schneid abkaufen.

Gaston spielte Stopp um Stopp, beinahe alle mit Erfolg, Thiem schien gegen diese Waffe machtlos. In der entscheidenden Phase des fünften Satzes spielte der Österreicher dann wieder seine Klasse aus und siegte letztlich nach 3:32 Stunden 6:4, 6:4, 5:7, 3:6, 6:3.

Nadal machte sein Match gegen Korda nach 1:55 Stunden Spielzeit zu, er bleibt in diesem Jahr ohne Satzverlust in Roland Garros. Nadal hat das Turnier bereits zwölfmal gewonnen, er kann in Paris seinen insgesamt 20. Grand-Slam-Titel einfahren und damit zu Roger Federer (Schweiz) aufschließen.

French Open: Frankfurter Pütz im Doppel-Viertelfinale

Neben den Titelverteidigern Kevin Krawietz/Andreas Mies sorgt ein weiterer deutscher Profi im Doppel für Aufsehen. Der frühere Davis-Cup-Spieler Tim Pütz (32/Frankfurt) ist mit seinem dänischen Partner Frederik Nielsen am Sonntag ins Viertelfinale eingezogen. Das Duo besiegte Ivan Dodig/Filip Polasek (Kroatien/Slowakei/Nr. 5) 7:5, 5:7, 6:4.

Nun wartet auf Pütz/Nielsen ein Duell mit den topgesetzten Kolumbianern Juan Sebastian Cabal und Robert Farah. Auch Krawietz/Mies, die 2019 sensationell in Paris triumphiert hatten, stehen in der Runde der besten acht Doppel. Ihre nächsten Gegner sind die Briten Jamie Murray und Neal Slupski.

French Open: Die wichtigsten Ergebnisse des Tages

SpielerIn ASpielerIn BErgebnis
Jannik SinnerAlexander Zverev (GER/6)6:3, 6:3, 4:6, 6:3
Rafael Nadal (ESP/2)Sebastian Korda (USA)6:1, 6:1, 6:2
Iga Swiatek (POL)Simona Halep (ROM/1)6:1, 6:2
Martina Trevisan (ITA)Kiki Bertens (NED/5)6:4, 6:4
Elina Svitolina (UKR/3)Caroline Garcia (FRA)6:1, 6:3
Dominic Thiem (AUT/3)Hugo Gaston (FRA)6:4, 6:4, 5:7, 3:6, 6:3
Pütz/Nielsen (GER/DEN)Dodig/Polasek (CRO/SVK)7:5, 5:7, 6:4

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