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Tennis

French Open: Lädierter Djokovic kämpft sich ins Halbfinale - Siegemund scheitert an Kvitova

SID

Novak Djokovic hat das Halbfinale der French Open erreicht. Der Serbe besiegte Pablo Carreno Busta, gegen den er bei den US Open disqualifiziert worden war, und trifft jetzt auf Stefanos Tsitsipas. Laura Siegemund hat dagegen das Halbfinale der French Open verpasst.

Laura Siegemund kämpfte gegen die Tränen, ihre Stimme zitterte. Auch lange nachdem sie den Court Philippe Chatrier verlassen hatte, spürte die 32-jährige Schwäbin eine große Leere. "Ich werde das Turnier rückblickend sicher als großen Erfolg werten können", sagte Siegemund: "Im Moment bin ich aber maßlos enttäuscht, wie man merkt."

Es hatte bei den French Open nicht sein sollen mit ihrem ersten Halbfinale bei einem Majorturnier. Siegemund, gehandicapt von Rückenproblemen, unterlag am Mittwoch der an Nummer sieben gesetzten zweimaligen Wimbledonsiegerin Petra Kvitova im Viertelfinale mit 3:6, 3:6 und verpasste den Sprung in die Runde der besten Vier, die zuletzt Andrea Petkovic 2014 erreicht hatte.

Kevin Krawietz und Andreas Mies, die auf ihrer Mission Titelverteidigung im Doppel am Donnerstag um den Finaleinzug kämpfen, vertreten damit allein die schwarz-rot-goldenen Farben in Paris. Das Doppel aus Coburg/Köln spielt gegen die US-Open-Finalisten Wesley Koolhof/Nikola Mektic (Niederlande/Kroatien/Nr. 9).

Bei Siegemund wird es einige Tage dauern, die Enttäuschung über die verpasste große Chance zu überwinden. Sie sehnt sich nach etwas Familienzeit, um zu reflektieren. "Wenn ich mal wieder zur Ruhe kommen kann, nach Hause, das wird schon helfen", sagte Siegemund: "Ich habe jetzt sehr viel gespielt, quasi von Bubble zu Bubble zu Bubble, das geht irgendwann echt auf die Psyche."

Siegemund über Niederlage gegen Kvitova: "Mich ärgert so ein Match"

Dass sie so lange weg war aus ihrem Wohnort Stuttgart lag daran, dass Siegemund beeindruckend spielte. Erst bei den US Open, als ihr an der Seite der Russin Vera Zvonareva der ganze große Coup mit dem Titel im Doppel gelang. Dann kam sie in Paris erstmals in ihrer Karriere in die zweite Turnierwoche. Viele Dinge, auf die Siegemund mit etwas Abstand auch "im Herzen bissl stolz" sein dürfte. "Unterm Strich war es ein super Turnier von ihr", sagte auch Barbara Rittner, Head of Women's Tennis des Deutschen Tennis Bundes (DTB), bei Eurosport.

Siegemunds starke Auftritte haben sich in jedem Fall gelohnt, auch finanziell und mit Blick auf die Weltrangliste. 283.500 Euro Preisgeld strich sie ein und macht im Ranking einen größeren Sprung. "Es war definitiv ein Ziel von mir, wieder in die Top 50 zu kommen als Basis, um dann noch weiter nach vorne zu kommen", sagte sie.

Vor allem aber hat sie die Bestätigung erhalten, bei einem Major auf höchster Ebene mithalten zu können, auch wenn Kvitova am Mittwoch dominierte. "Ich sehe noch mehr Potenzial und möchte das ausschöpfen, das ist mein Ansporn", sagte Siegemund: "Mich ärgert so ein Match wie heute."

Mit einem weiteren Überraschungserfolg hätte sich die unverhoffte Chance aufgetan, in einem verrückten Turnier mit vielen Favoritenstürzen womöglich sogar um den Titel mitzuspielen. Doch auch so wird viel Positives bleiben, wenn Siegemund erst mal durchgeatmet hat. "Ich bin über alle Limits gegangen", sagte sie.

French Open: Djokovic verhindert erneutes Drama gegen Carreno Busta

Novak Djokovic hat mit einiger Kraftanstrengung das Halbfinale erreicht. Der Weltranglistenerste sah sich ausgerechnet im Duell mit Pablo Carreno Busta größeren Problemen ausgesetzt, fand aber einen Weg zum 4:6, 6:2, 6:3, 6:4. Zu Matchbeginn hatte es danach ausgesehen, als könnte es gegen den Spanier erneut sehr eng für Djokovic werden.

Bei den US Open war Djokovic im Achtelfinale gegen Carreno Busta disqualifiziert worden, weil er mit einem unkontrolliert verschlagenen Ball eine Linienrichterin am Hals getroffen hatte. Es war Djokovics einzige Niederlage überhaupt in diesem Jahr bei nun 36 Siegen. In Paris hofft der Champion von 2016 weiter auf seinen insgesamt 18. Grand-Slam-Titel, den ersten Satzverlust in diesem Turnier kann er verkraften.

Djokovic trifft im Halbfinale auf Stefanos Tsitsipas. Der Grieche revanchierte sich mit einem 7:5, 6:2, 6:3 gegen den Russen Andrej Rublew für die Finalniederlage beim ATP-Turnier in Hamburg. Nach 1:54 Stunden Spielzeit verwandelte der 22-Jährige seinen ersten Matchball und steht erstmals unter den besten Vier in Roland Garros.

Djokovic rappelte sich nach einem fahrigen ersten Satz auf. Er nahm eine Behandlungspause wegen Problemen am linken Oberarm und schien sich danach auf dem Platz wohler zu fühlen. Carreno Busta geriet dagegen völlig aus dem Rhythmus, den er im dritten Satz zeitweise wiederfand. Der vierte Durchgang war dann hart umkämpft.

French Open: Ergebnisse des Tages

SpielerIn ASpielerInBErgebnis
Petra Kvitova (CZE/7)Laura Siegemund (GER)6:3, 6:3
Sofia Kenin (USA/4)Danielle Collins (USA)6:4, 4:6, 6:0
Stefanos Tsitsipas (GRE/5)Andrey Rublev (RUS/13)7:5, 6:2, 6:3
Novak Djokovic (SRB/1)Pablo Carreno Busta (ESP/17)4:6, 6:2, 6:3, 6:4
Alexandra Vecic (GER/9)Oksana Selekhmeteva (UKR/8)2:6, 6:1, 6:4

 

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