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Tennis

Boris Becker polarisiert - auch wegen Wimbledon: "Humbug mit großer Reichweite"

SID

Auch Wimbledon dürfte schon bald die weiße Fahne hissen und das legendäre Rasenturnier verschieben. Boris Becker hält eine frühe Entscheidung für falsch - und die allgemeine Stimmung ohnehin für Panikmache.

Boris Becker hat schon immer polarisiert - das ist auch in der Coronakrise nicht anders. Während nahezu alle Politiker und Virologen vor den Folgen der Pandemie warnen, klagt der frühere Tennisstar über die angebliche Hysterie.

Becker erinnerte auf Twitter an 25.000 Grippe-Tote im letzten Jahr in Deutschland ("Mögen sie in Frieden ruhen!"), er prangerte die Medien an ("Das ganze Weltende-Szenario/Armageddon bringt nichts außer Angst!") - und Becker warnte die Wimbledon-Organisatoren vor einer zu frühen Absage des Grand-Slam-Turniers: "Geduld ist eine Tugend". Der dreimalige Wimbledon-Sieger hofft, dass man mit einer Entscheidung "bis Ende April" wartet.

Doch dazu wird es nicht kommen. Die Macher des legendären Rasenturniers wollen noch in dieser Woche entscheiden, ob die Tennis-Asse sich wie geplant vom 29. Juni bis 12. Juli die Bälle übers Netz schlagen. Die Zeichen stehen auf Absage. Sie hätte eine historische Dimension: Erstmals seit der Gründung 1877 würde das älteste Tennisturnier der Welt in Friedenszeiten nicht stattfinden.

Wimbledon-Ausrichter wohl gegen Ausfall versichert

Für die gewöhnlich bestens informierte BBC ist klar: "Wenn der All England Club zusammenkommt, wird er fast sicher zum Schluss kommen, dass Wimbledon 2020 nicht machbar ist." Zumal die britische Regierung aufgrund ihrer anfangs zu laschen Maßnahmen gegen das Coronavirus stark unter Druck geraten ist und eine Sondergenehmigungen nur sehr schwer zu bekommen sein dürfte.

Ein weiterer Grund für die wahrscheinliche Absage: Finanziell würde es den All England Lawn Tennis and Croquet Club (AELTC) als Ausrichter nicht so hart treffen. Englische Medien berichteten, dass sich die Veranstalter gegen den Ausfall aufgrund einer Pandemie versichert hätten - als vermutlich einziges Großereignis im Sport.

"Wir haben eine Versicherung gegen Erdbeben und Terrorismus und solche Dinge", sagte Veranstalter Edwin Weindorfer der New York Times, eine Versicherung gegen ein Virus habe er aber nicht. Seine Turniere in Berlin, Stuttgart und auf Mallorca im Juni, die vor der Absage stehen, sind nicht finanziell abgesichert.

Neue Termine für alle Turniere zu finden, die der Pandemie zum Opfer fallen, wird ein höchst kompliziertes Puzzle, da im Spätsommer schon die US Open (31. August bis 13. September) und die verlegten French Open (20. September bis 4. Oktober) stattfinden sollen. Ein Zeitfenster hat sich jedoch durch die Verschiebung von Olympia (24. Juli bis 9. August) geöffnet.

Boris Becker erntet Kritik mit Grippe-Vergleichen

Die Frage ist jedoch, ob sich die Lage bis dahin entspannt hat. Manche wie die ehemalige Tennisspielerin Amelie Mauresmo befürchten sogar, dass es im Jahr 2020 keinen einzigen Aufschlag mehr in den Profiserien ATP und WTA geben könnte. Das wiederum bringt Boris Becker auf die Palme. "Wir sollten mit der Schwarzmalerei aufhören", twitterte der Wahl-Londoner, "natürlich wird dieses Jahr noch Tennis gespielt."

Beckers jüngste Kommentare und verquere Vergleiche zwischen Corona und Grippe stießen im Internet auf viel Kritik. Ein User hielt es gar für gefährlich, dass Becker so einen "Humbug mit großer Reichweite" verbreite.

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