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Darts - Max Hopp im Interview vor Premier-League-Debüt: "Ich möchte mich und mein Land stolz machen"

Von Elmar Paulke

Sie verpassen jetzt Ende März die ersten European-Tour-Events in Leverkusen und Hildesheim. Was ist passiert?

Hopp: Ich kann ja ehrlich sein: Mir ist ein kleines Missgeschick passiert. Ich habe die European Tour noch in weiter Ferne gesehen und einfach nicht darauf geachtet, wann die Meldefrist ist. Ich war abgelenkt und habe in den ersten Monaten des Jahres meine Prioritäten abseits von Darts gesetzt. Ich habe mich viel privat orientiert, viel geträumt und viele Pläne gemacht. Da habe ich das Wesentliche aus den Augen verloren. Es ist ein Fehler, der mir sicher nicht mehr passieren wird. Ich verpasse deshalb jetzt zwei Turniere, bei denen ich gesetzt gewesen wäre. Das ist sehr bitter. Aber ich muss jetzt in den sauren Apfel beißen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Nämlich in Zukunft die richtigen Prioritäten zu setzen und das Wesentliche nicht mehr aus den Augen zu verlieren. Ich habe mich jetzt auch schon für den kompletten Rest der Saison für alle Turniere angemeldet.

Worauf freuen Sie sich in diesem Jahr ganz besonders?

Hopp: Auf mein erstes Event auf der European Tour, das wird dann in München sein. Und eine Woche später steht schon in Saarbrücken die Mission Titelverteidigung an. Das ist natürlich ein hoch gesetztes Ziel und schwierig erreichbar, aber in guter Form und mit dem Publikum im Rücken ist es auch denkbar. Saarbrücken wird ein Hotspot sein. Außerdem hoffe ich, dass ich beim Match Play wieder dabei bin. Ich fand die Atmosphäre und den Saal dort unheimlich toll. Leider habe ich auf der Bühne gegen Ian White nicht so abliefern können. Aber wenn ich in besserer Form zum Match Play komme, ist da vielleicht auch ein Viertelfinale erreichbar. Ansonsten freue ich mich natürlich generell auf alle Heimspiele in Deutschland. Ich will dort weiter die Atmosphäre aufsaugen und weiter nach vorne marschieren.

Max Hopp: "Ich bin viel härter zu mir selbst im Training"

Was haben Sie aus dem tollen Jahr 2018 gelernt?

Hopp: Ich habe gelernt, dass Struktur von Vorteil ist. Dass du genau weißt, mit welcher Einstellung du in ein Turnier gehst. Es gibt Spieler, die in ein Turnier gehen von vornherein zufrieden sind, wenn sie vielleicht zwei oder drei Spiele gewinnen. Und dann gibt es MvG, der überall hinkommt und das Ding gewinnen will. Wenn er es nicht gewinnt, ist er böse auf sich und arbeitet so lange, bis er wieder gewinnt. Er hat eine komplett andere Einstellung. Ich habe 2018 gesehen, dass die European Tour meine Haupteinnahmequelle war. Dort habe ich 44.000 Pfund eingespielt und lag in der Rangliste auf Position sechs. Ich habe gesehen, dass mich die European Tour in der Rangliste nach oben bringt, ich muss diese Turniere so angehen, als ob es TV-Turniere wären. Ich muss noch mehr tun. Ich muss meine Gegner analysieren. So wie im Fußball eine Video-Analyse völlig normal ist, muss ich auch schauen, wo die Schwachpunkte bei den Spielern liegen. Es geht darum, von vornherein eine gute Einstellung fürs Turnier zu haben. Und wenn die Form da ist, dann sage ich: Ich will das Ding eventuell auch gewinnen.

Darts: Der Premier-League-Spieltag in Berlin

UhrzeitSpieler 1Spieler 2
20.10 UhrGerwyn PriceRob Cross
20.50 UhrJames WadePeter Wright
21.30 UhrMichael van GerwenDaryl Gurney
22.10 UhrMichael SmithMensur Suljovic
22.50 UhrMax HoppRaymond van Barneveld

Sie sind viel ruhiger geworden auf der Bühne und strahlen damit auch eine andere Siegermentalität aus, auch gerade in Rückstand. Wie erleben Sie das selbst?

Hopp: Es stimmt definitiv. Meine Mentalität ist 2018 ganz anders geworden. Ich bin gelassener geworden und traue mir auch mehr zu. Früher habe ich bei einem 0:3-Rückstand nicht unbedingt noch daran geglaubt, dass ich das Spiel gewinne. In Saarbrücken lag ich im Finale gegen Michael Smith 0:3 zurück und habe es trotzdem gedreht. Ich würde die Spiele natürlich gerne von Anfang an dominieren, aber wenn ich jetzt mal hinten liege, bin ich entspannt, weil ich weiß, dass ich die Qualität und schon bewiesen habe, dass ich mich zurückkämpfen kann. Ich habe jetzt auch schon viel gesehen und erlebt in meiner Karriere. Ich bin viel klarer als früher, auch viel härter zu mir selbst im Training.

An welche Bilder denken Sie, wenn Sie an 2018 denken? Ist es der Sieg in Saarbrücken? Sind es vielleicht die drei vergebenen Matchdarts im Halbfinale der European Championship gegen James Wade?

Hopp: Ich denke an München, weil ich dort Mensur Suljovic mit einem 102er Average geschlagen habe und nach zwei Jahren zum ersten Mal wieder in einem Viertelfinale stand. Natürlich denke ich an den Sieg in Saarbrücken. Ich denke aber auch daran, dass ich zum ersten Mal bei allen Majors dabei war. Aber klar, ich denke auch an die Matchdarts gegen Wade. Sie hätten viel verändern können. Whitlock hat im Finale auch nicht sein Top-Niveau gespielt, weil alle kaputt waren, da wäre mein erster Major-Titel absolut möglich gewesen. Als ich jetzt das Ende der UK Open von der Couch aus gesehen habe, dachte ich mir: Gegen Nathan Aspinall habe ich 2015 das Jugend-WM-Finale gespielt, er hat jetzt seinen ersten Major-Titel in der Tasche, ich war kurz davor. Glückwunsch an Nathan, aber ich hole ihn mir schon noch. (lacht)

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