Basketball

Basketball-WM - Halbfinale: Argentinien wie im Rausch! Luis Scola und Co. putzen auch Frankreich

Von Robert Arndt

Argentinien hat es Spanien nachgemacht und steht im Finale der WM. Im zweiten Halbfinale von Peking schlugen die Gauchos den USA-Bezwinger Frankreich mit 80:66. Die Südamerikaner konnten sich dabei auf das Duo aus Facundo Campazzo und Luis Scola verlassen, auf die die Franzosen keine Antwort hatten.

Das kleine argentinische Märchen geht weiter. Nach Serbien überraschten die Gauchos um den überragenden Oldie Luis Scola (28 Punkte, 13 Rebounds im Halbfinale auch Frankreich, das im Viertelfinale noch die USA aus dem Turnier gekegelt hatte. Neben Scola überragte dabei Spielmacher Facundo Campazzo, der 12 Punkte und 6 Assists auflegte. Für Frankreich war Frank Ntilikina (16) der fleißigste Punktesammler. Evan Fournier kam auf 15 Zähler.

Im Vergleich zum Viertelfinale gab es keine Veränderungen auf beiden Seiten. Argentinien vertraute auf Campazzo, Patricio Garino, Nicolas Brussino, Scola und Marcos Delia, bei Frankreich begannen Ntilikina, Fournier, Nicolas Batum, Amath M'Baye und Rudy Gobert.

Der Stifle Tower nahm aber zu Beginn kaum Einfluss, Argentinien führte schnell mit 10:2 dank sechs Punkten von Scola. Der Veteran scorte tatsächlich auch gegen die Franzosen konstant und war der Hauptgrund, dass die Gauchos nach zehn Minuten mit 21:18 führten.

Bissige Gaucho-Defense zieht Frankreich den Zahn

Doch Frankreich war nun besser im Spiel, kam auch am offensiven Brett zum Zug. Die Gauchos antworteten dank Campazzo, der einige Pässe zum mit der Zunge schnalzen spielte. Auf der Gegenseite verteidigten die Südamerikaner wieder härter und dämmten so vor allem Fournier ein, für den der Weg in die Zone versperrt war. Der Schlussakt der ersten Halbzeit gehörte dann Campazzo, der einen wilden Dreier mit dem Buzzer zum 39:32 traf.

Die Franzosen hatten auch nach dem Wechsel große Probleme, Argentinien punktete viel zu leicht und hatte erstmals eine zweistellige Führung inne. Frankreich wirkte nervös, fast ratlos gegen die bissigen Gauchos. Es hagelte Airballs und Ballverluste, während Argentinien auf zwischenzeitlich 15 Zähler erhöhte und bis zum Viertelende nur drei davon abgab (60:48).

Aufgegeben hatten sich die Franzosen aber nicht, der Rückstand wurde kleiner, doch an der Freiwurflinie ließen sie einiges liegen. Erschwerend kam hinzu, dass der Dreier einfach nicht viel. Ganz anders Argentinien, wo Scola dank zweier Triples am Stück die Halle zum Kochen brachte (74:59). Es war, drei Minuten vor dem Ende, die Vorentscheidung.

Argentinien spielt nun am Sonntag um 14 Uhr deutscher Zeit das Finale gegen Spanien, das zuvor Australien in einem zweifachen Overtime-Krimi mit 95:88 besiegt hatte. Frankreich spielt dagegen im Kampf um eine Medaille vier Stunden früher gegen Australien.

Die wichtigsten Statistiken zu Argentinien vs. Frankreich: 80:66 (BOXSCORE)

  • Argentinien sezierte die französische Defense in der ersten Halbzeit mit Campazzo und Nicolas Laprovittola. Alleine in den ersten 20 Minuten verbuchten die Südamerikaner 26 ihrer 37 Zähler in der Zone, hinzu kamen fünf verwandelte Freiwürfe von Scola. Fun Fact: Im dritten Viertel kam dann kein Einziger hinzu.
  • Gefühlt waren es Offensiv-Rebounds, die Frankreich in Schlagdistanz hielten. Allerdings war das Duell am offensiven Brett bis zur Pause ausgeglichen. Beide Teams schnappten sich je 6 Offensiv-Rebounds und erzielten daraus je 4 Zähler. Am Ende gewannen die Gauchos das Duell sogar mit 13:11.
  • Die Gauchos verteidigten extrem intensiv, Frankreich musste die Uhr nicht selten herunterspielen. Offene Dreier gab es kaum und so trafen Les Bleues in den ersten 20 Minuten gerade einmal zwei ihrer 13 Distanzwürfe. Im Anschluss wurde es nur bedingt besser. Die Franzosen warfen zu viele Backsteine (7/31 Dreier), um dieses Spiel zu gewinnen.
  • Man hätte meinen können, dass Frankreich körperlich überlegen sein müsste, doch sie kamen zu keinem Zeitpunkt ins Laufen. Die Franzosen erzielten in den ersten drei Vierteln keinen einzigen Punkt aus dem Fastbreak! Argentinien hatte dagegen im gleichen Zeitraum 9 Zähler erzielte.
  • An der Freiwurflinie ließen die Franzosen einiges liegen. Unter anderem vergaben Gobert und M'Baye im vierten Viertel drei am Stück. 13/25 Freiwürfe über das komplette Spiel war nicht genug.

Der Top des Spiels: Luis Scola.

39 Jahre alt und kein bisschen müde. Auch die athletischen Franzosen hatten auf den Oldie keine Antwort. Der Power Forward glich seine körperlichen Defizite mit List und Cleverness aus und war mal wieder der argentinische Topscorer. Es war eine Augenweide, diesem alten Fuchs dabei zuzusehen, wie er deutlich jüngere Gegenspieler immer wieder ausmanövrierte. Seine Back-to-Back-Dreier Mitte des vierten Viertels brachen Frankreich dann endgültig das Genick.

Der Flop des Spiels: Rudy Gobert

Nach seiner dominanten Vorstellung gegen die USA war der Center der Utah Jazz in diesem Spiel überhaupt kein Faktor. Bis weit in die zweite Hälfte hatte der Big nur einen einzigen Wurf genommen, keinen Offensiv-Rebound auf dem Konto und nur wenig Einfluss als Ringbeschützer. Am Ende standen gerade einmal 3 Punkte (1/3 FG) und 11 Bretter.

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