Durchmarsch vom Abgrund! Die sechs irren Jahre des SC Paderborn

Seit sechs Jahren gibt es eine goldene Regel am Ende einer Saison: der SC Paderborn landet entweder auf einem Abstiegs- oder einem Aufstiegsplatz. Auf den drohenden Absturz in die Regionalliga folgte der Durchmarsch. SPOX wirft einen Blick zurück.
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Eigentlich fing alles ganz gemächlich an. Nach drei Jahren in der 2. Bundesliga stieg der SCP zwar 2007/08 ab, schaffte jedoch nur ein Jahr später in der Relegation gegen Osnabrück den direkten Wiederaufstieg und etablierte sich fortan in Liga zwei.
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2013/14 folgte dann unter dem damaligen Trainer Andre Breitenreiter der ganz große Wurf. Die Ostwestfalen schaffen mit dem viertkleinsten Etat der Liga sensationell den Sprung in die Bundesliga. Mahir Saglik war mit 15 Treffern der Erfolgsgarant.
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"In meiner ersten Ansprache zu Beginn der Wintervorbereitung habe ich meinen Jungs gesagt, dass wir mindestens Dritter werden und am Ende aufsteigen", erklärte Breitenreiter rückblickend.
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"Ich habe Jahre später mit 'Bohne' (Daniel Brückner) darüber gesprochen. Seine Aussage war ziemlich deutlich. Die haben gedacht, der Alte hat einen Knall", sagte Breitenreiter. Am Ende wurde der SCP dank einer starken Rückrunde (39 Punkte) sogar Zweiter.
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Das Intermezzo im Oberhaus währte zwar nicht lange, begann jedoch märchenhaft. "Derzeit Deutschlands beste Fußballmannschaft", titelte der Spiegel am 22. September 2014, als der SCP tatsächlich Tabellenführer der Bundesliga war.
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Das Märchen endete am 23. Mai 2015. Der SCP stieg mit 31 Punkten als Tabellenletzter direkt wieder ab. Aufstiegstrainer Breitenreiter wechselte zum FC Schalke 04 und für die Ostwestfalen begann ein wildes Auf und Nieder durch die Ligen.
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15. Mai 2016: 601 Tage nachdem der SCP als Bundesliga-Spitzenreiter nach München gereist war, folgt der GAU, der Abstieg in die 3. Liga. Eine Konsequenz aus einer Reihe von Fehlern, die mit dem Engagement von Trainer Stefan Effenberg ihren Höhepunkt fand.
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Dieser wurde als Retter in der Not für Breitenreiter-Nachfolger Markus Gellhaus geholt - musste jedoch irgendwann zugeben, dass er weder über einen Führerschein noch über eine gültige Trainerlizenz verfügte.
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Ein Krisentrainingslager in der Türkei und die unbegründete Suspendierung einiger Profis wurde zum Schlachtfest für den Boulevard. Aus den "Helden" des SCP war ein Chaosklub geworden.
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Auch der dritte Trainer der Saison, Rene Müller, konnte den Abstieg nicht mehr verhindern. Mit einer 0:1-Pleite gegen Nürnberg verabschiedete sich der SCP aus der 2. Liga. "Der komplette Verein hat versagt“, sagte Moritz Stoppelkamp hinterher.
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Stoppelkamp - einer jener Spieler, die noch vor 601 Tagen als Tabellenführer zum FC Bayern gereist waren - verließ die Ostwestfalen. Der sportliche Niedergang hatte jedoch längst noch nicht den absoluten Tiefpunkt erreicht.
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Der folgte fast exakt ein Jahr später. Als Dominic Volkmer für Werder Bremen II kurz vor Schluss das 1:0 gegen den VfR Aalen machte, war der historische Absturz des SCP besiegelt. Mit einem 0:0 gegen Osnabrück stieg Paderborn in die Regionalliga ab.
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9. Juni 2017: Der DFB verweigert 1860 München die Lizenz zur 3. Liga, der sportlich abgestiegene SCP darf statutengemäß als bester Absteiger in der Liga bleiben. "Mit zwei blauen Augen und einem Kieferbruch", wie Sportdirektor Markus Krösche sagt.
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Gemeinsam mit Steffen Baumgart, dem dritten Trainer in der Abstiegssaison 2016/17, legte Krösche (seit März 2017 im Amt und selbst langjähriger Kapitän) beim SCP eine 180-Grad-Wende hin.
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Statt auf Bundesliga-erfahrene Akteure wie Srdjan Lakic oder Oliver Kirch, setzten die Ostwestfalen auf junge, talentierte Spieler wie Marlon Ritter, der leihweise von Fortuna Düsseldorf kam. Das zahlte sich aus.
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Dank offensivem Powerfußball (90:33 Tore) und klugen Transfers – der Verkauf von Topscorer Srbeny zu Norwich brachte den klammen Ostwestfalen 1,5 Millionen Euro ein – schaffte der SCP als Zweiter die Rückkehr in Liga zwei.
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19. Mai 2019: Die SCP-Odyssee durch die Ligen geht munter weiter. Die Aufstiegsfavoriten - allen voran der HSV – patzen sich gen Saisonende. Auch Paderborn verliert am 34. Spieltag in Dresden, bekommt aber Schützenhilfe von Bochum gegen Union Berlin.
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Obwohl als Aufsteiger in die Liga gekommen, verfolgte der SCP weiter seine mutige, offensive Spielweise unter Baumgart. Viele Dribblings, viele Abschlüsse und die zweitbeste Torquote bescherten den Ostwestfalen am Ende den Durchmarsch in die Bundesliga.
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Das war zuvor erst sieben anderen Mannschaften und in diesem Jahrtausend nur zwei Teams geglückt (Darmstadt, Hoffenheim). "Das ist überragend geil", sagte Trainer Steffen Baumgart daher nach dem vorläufigen Höhepunkt des Paderborner Irrsinns.
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Sechs Jahre lang pendelten die Ostwestfalen zwischen den Ligen und zwischen Himmel und Hölle hin und her. Gut möglich, dass die Ligen-Wanderung in nur einem Jahr weiter geht. "Wir sind der erste Absteiger." Das wusste auch Trainer Baumgart.
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