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Fussball

WM 2022: Bundestrainer Hansi Flick übt scharfe Kritik an Turnier in Katar

Von Christian Guinin

Bundestrainer Hansi Flick hat knapp drei Monate vor dem Start der Weltmeisterschaft scharfe Kritik am Turnier sowie Gastgeber Katar geäußert.

"Ich habe viele Bekannte, die gerne nach Katar fliegen würden, es aber aus vielerlei Gründen unterlassen. Weil sie sich die massiven Preise nicht leisten können, weil die Situation etwa für Homosexuelle inakzeptabel ist, weil es Menschenrechtsverletzungen gibt, weil Minderheiten ausgegrenzt werden", schoss Flick gegenüber dem RND gegen das Gastgeberland.

"Dabei sollte der Fußball für alle da sein. Darum sage ich: Es ist keine WM für den normalen Fan", so der Bundestrainer weiter. "Grundsätzlich finde ich es schade, dass dieses Turnier keine WM für Fans wird."

Seine Spieler sollten deshalb weiter über die derzeitige Situation in Katar aufgeklärt werden. "Wir haben schon viele Gespräche geführt, um die Mannschaft bestmöglich zu informieren. Wir werden uns im September erneut zusammensetzen und überlegen, was wir, möglicherweise auch gemeinsam mit anderen Nationen und Mannschaften, machen können und wollen", meinte Flick.

Ohnehin sei der schmale Grat zwischen den gesellschaftlichen Problemen des Landes und der sportlichen Aufgabe eine echte "Herausforderung" für Flick und sein Team.

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Katar seit Jahren in der Kritik

Katar war in den vergangenen Jahren immer wieder mit heftigen Vorwürfen konfrontiert worden. So stand das Emirat wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit ausländischen Arbeitern stark in der Kritik, auch die Veranstaltung, wegen der hohen Temperaturen, in den November zu verlegen, sorgte für Unverständnis.

Für das deutsche Team beginnt das Turnier am 23. November mit dem Gruppenspiel gegen Japan. Darüber hinaus muss die DFB-Elf in der Vorrunde gegen Spanien und Costa Rica antreten.

Darüber hinaus äußerte sich Flick auch zu den starken Leistungen der DFB-Frauen bei der abgelaufenen EM. Vor allem bei Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg geriet er ins Schwärmen. "Ich mag ihre Art, ich mag, wie sie Fußball sieht, sie ist eine absolute Fachfrau. Ich traue ihr jede Aufgabe zu", so Flick.

In Zukunft sei es auch nicht ausgeschlossen, dass eine Frau die Männer-Nationalelf betreue. "Mit Horst Hrubesch war ja schon mal ein Mann verantwortlich für die Frauen-Nationalmannschaft", sagte Flick, "er hat bewiesen, dass dies hervorragend funktioniert. Warum auch nicht? Und warum nicht auch umgekehrt? Martina und ich haben die gleiche Trainerausbildung." Ihm hätten "auch nicht alle zugetraut, dass ich den FC Bayern München trainieren könnte".

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