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Fussball

FC Bayern München und das Umdenken bei der Reserve: Krise mit Ansage

Von Nino Duit

FC Bayern: Die Youth-League-Mischung ist "'ne Challenge"

In der aktuellen Youth-League-Saison holte die aufgepeppte U19 des FC Bayern zwar zwei respektable Remis bei Inter und gegen Barcelona, überzeugte aber nur phasenweise. Überraschend sind die Probleme nicht: U19-Trainer Danny Galm coacht in der Youth League schließlich hauptsächlich Spieler der Reserve, mit denen er im Alltag kaum etwas zu tun hat. Eine zusammengewürfelte Mischung. "Das ist schon 'ne Challenge", sagte Galm, der mit seiner regulären U19 übrigens einen durchwachsenen Start in die A-Jugend-Bundesliga hingelegt hat, im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.

Reserve-Trainer Demichelis verfolgte das 3:3 gegen Barcelona im Stadion am Campus, genau wie auch sein Kollege von den Profis Julian Nagelsmann. Bei einer Pressekonferenz nach seiner Meinung zum Auftritt gefragt, druckste er zunächst herum. Ohne Galms exakten Matchplan zu kennen, sei es schwer, die Leistung der Mannschaft zu beurteilen. "Was sage ich jetzt, dass ich keinen angreife?", fragte Nagelsmann und lachte verlegen. "Ich fand es spannend, es gab viele Tore. Ich hätte mir ein bisschen mehr Druck erhofft. Es war viel Geplänkel, viel Verteidigen in der eigenen Hälfte. Ich glaube, es war gewollt, auf Konter zu spielen."

Als FC Bayern auf Konter spielen? Noch dazu bei einem Heimspiel? Eigentlich nicht der Plan und zwar für keine Mannschaft des deutschen Branchenprimus, wie Demichelis betont: "Alle Trainer des FC Bayern arbeiten nach dem gleichen Prinzip: Wir stehen für dominanten Fußball." Durchweg erfolgreich umgesetzt wird diese Vorgabe aktuell aber in keiner Mannschaft.

Demichelis: Schon nach dem starken Saisonstart unzufrieden

Obwohl seine Reserve mit drei Siegen aus vier Spielen Ergebnis-technisch einen guten Saisonstart hingelegt hatte, war Demichelis schon zum Zeitpunkt des Interviews mit SPOX und GOAL Anfang August mit den dargebotenen Leistungen unzufrieden: "Wir haben bisher zwar gut gepunktet, aber noch nicht so gut gespielt, wie ich mir das vorstelle." Anschließend begann der bis heute andauernde Negativlauf, der auch Demichelis selbst in die Kritik beförderte.

"Für so eine Phase gibt es nie nur einen einzigen Grund", analysiert Seitz nun. "Fakt ist, dass wir zu viele individuelle Fehler machen, die der Gegner fast immer konsequent mit Gegentoren bestraft. Außerdem fehlt uns in der Offensive die Durchschlagskraft oder auch die Konsequenz und Effizienz im Torabschluss, die uns vergangene Saison noch ausgezeichnet hat. So zahlen wir mit unserer sehr jungen und neu formierten Mannschaft reichlich Lehrgeld."

Gerade in der Ermangelung von Führungsspielern wirkt Demichelis' Auswahl unheimlich wankelmütig. Wenn es läuft, dann richtig. Wenn nicht, dann gar nicht. Bestes Beispiel: Eine Woche vor dem 0:5 in Burghausen gelang der einzige Sieg der vergangenen acht Spiele - und zwar ein 6:0 gegen den SV Heimstetten. Mit der identischen Startelf vom Burghausen-Spiel wohlgemerkt.

© imago images
Lovro Zvonarek spielt beim FC Bayern München sowohl für die Reserve in der Regionalliga, als auch für die U19 in der Youth League.

Sègbè und Zvonarek: So läuft es für die Neuzugänge

Gegen Heimstetten feierte immerhin der wohl kurioseste Spieler des Kaders ein starkes Debüt: Désiré Sègbè traf nach nicht einmal einer Minute zum 1:0 und lieferte später noch einen Assist. In Burghausen vergab er dagegen einen Elfmeter. Die Verpflichtung des 29-jährigen Stürmers aus Benin konterkarierte die neue Routiniers-lose Philosophie der Reserve und dürfte ein reines Entgegenkommen für den Star-Neuzugang der Profi-Mannschaft Sadio Mané sein. Als sein bester Freund soll ihm Sègbè das Einleben in München erleichtern.

Deutlich stimmiger erschien unterdessen die Verpflichtung des 17-jährigen Kroaten Lovro Zvonarek. Der Mittelfeldspieler kam für 1,8 Millionen Euro vom kroatischen Erstligisten Slaven Belupo, wo er zum jüngsten Kapitän im europäischen Profi-Fußball avancierte. Weniger stimmig für seine Entwicklung ist dagegen die Regionalliga. Nach Informationen von SPOX und GOAL sollte Zvonarek wie Vidovic oder Rhein eigentlich zu einem höherklassigen Klub verliehen werden, letztlich blieb er aber doch. Zumindest vorerst.

Bei seinen bisherigen neun Einsätzen mit einem Tor und einem Assist zeigte Zvonarek laut Seitz "durchaus positive Ansätze. Er ist ein spielstarker Mittelfeldspieler mit einer ausgefeilten Technik und dazu wirklich ein prima Junge, der schnell Deutsch gelernt hat und somit auch schnell in der Mannschaft integriert war." Wobei, eigentlich muss man sagen: in die Mannschaften. Zvonarek zählt schließlich zu den Spielern, die sowohl in der Regionalliga-Reserve als auch in der Youth League gefragt sind.

Regionalliga Bayern: Die Tabelle

PlatzKlubSpieleSUNToreDifferenzPunkte
1Würzburger Kickers (A)1282240:122826
2SpVgg Unterhaching1282222:111126
3Wacker Burghausen1265123:131023
4Viktoria Aschaffenburg1263323:18521
51. FC Nürnberg II1262425:131220
6DJK Vilzing (N)1262422:26-420
7TSV Aubstadt1254324:18619
8Türkgücü München (A)1252517:14317
9Bayern München II1244424:22216
10FC Pipinsried1251619:22-316
11TSV Buchbach1244422:26-416
12SpVgg Hankofen-Hailing (N)1244415:19-416
131. FC Schweinfurt 051243521:21015
14SpVgg Ansbach (N)1243517:22-515
15TSV Rain/Lech124178:19-1113
16FV Illertissen1233617:32-1512
17VfB Eichstätt1232718:26-811
18SpVgg Greuther Fürth II123278:17-911
19FC Augsburg II1224619:23-410
20SV Heimstetten1231820:30-1010

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