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Dani Olmo von Spaniens U21 stellt sich bei der EM vor: Fremd im eigenen Land

Von Stefan Zieglmayer

Beim FC Barcelona wurde Dani Olmo im Alter von 16 Jahren verscherbelt. Fünf Jahre später stellt sich der verlorene Sohn seinem Land bei der U21-EM vor - und schart jede Menge Top-Klubs um sich.

"Fester Niederschlag aus meist verzweigten kleinen Eiskristallen. Diese haben gewöhnlich die Form von hexagonalen Plättchen und Säulen oder Sternchen von zarter Struktur in vielfältigen Variationen." So definiert der Deutsche Wetterdienst Schnee.

Als weißes, kaltes Pulver würden Kinder vielleicht Schnee beschreiben. Der 16 Jahre alte Dani Olmo aber hatte gar keine Ahnung. "Ich kannte Schnee nicht, das war neu für mich", erzählte Olmo später der kroatischen Zeitung Jutarnji list.

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Olmo war in Terrassa in der Provinz Barcelona aufgewachsen. Hier sanken die Temperaturen nie bis zum Gefrierpunkt. Als er also im Alter von 16 Jahren vom FC Barcelona zu Dinamo Zagreb nach Kroatien wechselte, war Schnee im Winter eine von unzähligen Veränderungen für Olmo.

Er war Teil eines Tauschgeschäfts zwischen Dinamo und Barca. Er sollte die Ablösesumme für einen gewissen Alen Halilovic nach unten drücken und Dinamo einen sportlichen Gegenwert bieten. Olmo war ein begnadeter Jugendspieler, doch von Halilovic erhoffte sich Barca noch mehr. Olmo beriet sich mit seiner Familie und entschied sich tatsächlich dazu, La Masia und seine Heimat gegen das unbekannte Kroatien einzutauschen.

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Dani Olmo wechselte im Alter von 16 Jahren zu Dinamo Zagreb.

Dani Olmo kennt in Spanien kaum jemand

Halilovic wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht, nach Stationen in Gijon, Hamburg, Las Palmas und Mailand versinkt der 23-Jährige aktuell bei Standard Lüttich im Mittelmaß.

Olmo reifte in Zagreb hingegen zum vielversprechenden Top-Talent. Im Nachhinein hätte Barca diesen Deal sicher nicht eingefädelt. "Die Fans bekamen das damals gar nicht richtig mit", erzählt Spanien-Experte Gonzalo Cabeza von Goal.

Heute ärgern sich die Anhänger des spanischen Meisters, dass man Olmo damals ziehen ließ. Die Blaugrana lernen den offensiven Mittelfeldspieler jetzt bei der U21-EM erst richtig kennen. Olmo ist wie ein Fremder im eigenen Land. "Es ist etwas merkwürdig, weil ihn in Spanien kaum einer kennt. Die Leute fokussieren sich auf die Spieler von Real, Barca oder Altetico. Er spielt in Kroatien und fliegt unter dem Radar", erklärt Cabeza.

Dani Olmo im Steckbrief

geboren07. Mai 1998 in Terrassa, Spanien
Größe1,79 m
Gewicht68 kg
Positionoffensives Mittelfeld
starker Fußrechts
StationenEspanyol Jugend, FC Barcelona Jugend, Dinamo Zagreb Jugend, Dinamo Zagreb
HNL-Spiele/-Tore71/17

Dani Olmo "ist sehr reif für sein Alter"

Höchstens Experten und große Vereine würden seinen Weg in Kroatien verfolgen. Zwischenzeitlich war nicht einmal das der Fall. Olmo wurde nach elf Einsätzen für Spaniens U16 und U17 bis zur U21 nicht mehr in die Nationalmannschaft berufen. Seinen Schritt nach Kroatien bereute er dennoch nie.

"Er ist sehr reif für sein Alter. Er weiß immer, was er will", sagt Cabeza. Olmo wollte nach Zagreb. Er hatte sich bewusst gegen La Masia entschieden und wollte stattdessen so früh wie möglich Erfahrung im Erwachsenenfußball sammeln. "Zagreb ist eine ruhige Stadt, das ist gut für Fußballer. Ich habe alles, was ich brauche", sagte er nach seinem ersten Jahr bei Dinamo.

Der kroatische Hauptstadtklub ist bekannt für seine großartige Nachwuchsarbeit und die Förderung von Talenten wie Olmo. Mit 17 Jahren gab er sein Debüt bei den Profis. Olmo hatte leichte Startschwierigkeiten in Zagreb. "Seine Entscheidung war damals nicht einfach, er verließ sein Land, musste sich anpassen", sagt Cabeza. Neue Sprache, neues Umfeld, physische Spielweise.

Er bekam zunächst dennoch seine Einsätze - bis Trainer Zoran Mamic entschied, den jungen Spanier behutsamer aufbauen zu wollen. Mamic schickte Olmo zur Reserve, für die er 25 Spiele absolvierte. Vier Trainerwechsel (innerhalb eines Jahres) später stand mit Mario Cvitanovic ein Förderer von Olmo an der Seitenlinie.

Olmo schaffte den Durchbruch, sammelte seitdem 45 Scorerpunkte (25 Tore, 20 Assists) in 95 Pflichtspielen für Dinamo, gewann sieben Titel (vier Mal Meister, drei Mal Pokalsieger) und spielte in der abgelaufenen Saison in der Europa League.

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Dani Olmo - der "Fremde" ist in aller Munde

Und nun soll der EM-Titel mit der U21-Nationalmannschaft her. Olmo ist ein wichtiges Puzzlestück der starken spanischen Mannschaft. Im Klub wird er meist im Zentrum eingesetzt, bei der Seleccion spielt er auf der rechten Außenbahn.

Beim EM-Auftakt gegen Italien (1:3) saß er auf der Bank. Seitdem spielte Olmo jede Minute. Vor allem seine Leistung gegen Polen löste einen kleinen Hype in Spanien aus. Olmo stellte sich in der Endrunde mit bisher zwei Toren und einer Vorarbeit bei seinem Land vor. Der "Fremde" ist mittlerweile in aller Munde.

"Er ist schnell, hat eine starke Technik und läuft jeden Angriff bis zum Ende mit", erklärt Cabeza. Er müsse sich jedoch noch weiterentwickeln, vor allem im Zweikampfverhalten.

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Dani Olmo bejubelt seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 3:1 im Halbfinale gegen Frankreich.

Bayer Leverkusen und Gladbach buhlen um Dani Olmo

Dennoch meldeten einige Top-Klubs bereits Interesse bei Dinamo an. Unter anderem der AC Milan will Olmo, wie dessen Berater Marko Naletilic verriet. Auch der BVB und die Bayern haben offenbar schon einmal wegen Olmo in Zagreb angeklopft. Selbst der FC Barcelona will den verlorenen Sohn wieder zurückholen.

Zuletzt galten auch Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach als heiße Kandidaten auf einen Olmo-Transfer. Laut Cabeza wäre das vielleicht sogar die beste Option: "Allein aufgrund seines Talents könnte er in viele Teams passen. Der Wechsel zu einem Top-Team kommt jedoch noch zu früh."

Dass Olmo Dinamo trotz seines laufenden Vertrags bis 2021 in diesem Sommer verlassen wird, gilt als wahrscheinlich. "Es könnte an der Zeit sein, eine Entscheidung zu treffen und einen Schritt nach vorn in meiner Karriere zu machen", sagte Olmo nach seinem Gala-Auftritt gegen Polen im letzten Gruppenspiel.

"Er ist bereit für diesen Schritt", meint Cabeza. "Es gibt Tausende von Talenten in den europäischen Ligen und ich bin sicher, dass die meisten von ihnen weniger talentiert sind als er." Olmo betitelte die U21-EM als die Chance seines Lebens. Und die nutzt er.

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