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Fussball

"Ich dachte, sie töten mich": Ruud van Nistelrooy über seine Spiele gegen Milan

Von Chris Lugert

In seiner Hochzeit gehörte Ruud van Nistelrooy zu den besten Stürmern der Welt, geliebt von den Fans, gefürchtet von den gegnerischen Abwehrreihen. Von allen? Nein, denn auch der Niederländer fand sein Kryptonit. Eine Abwehrkette, an die van Nistelrooy heute noch mit Schrecken zurückdenkt.

In der Saison 2004/05 befand sich van Nistelrooy auf dem Höhepunkt seines Schaffens, in der Champions League hatte er Manchester United mit acht Toren in fünf Gruppenspielen ins Achtelfinale geballert.

In der Runde der letzten 16 ging es gegen die AC Mailand. Ein Klub, gespickt mit Weltklassespielern. Andriy Shevchenko im Sturm, Andrea Pirlo, Clarence Seedorf und Gennaro Gattuso im Mittelfeld. Doch das Prunkstück war die Abwehrreihe der Rossoneri.

Nur drei Gegentore hatte Milan in der Gruppenphase hinnehmen müssen. Die gegnerischen Offensiven fanden keinen Weg vorbei an der Kette um Cafu, Jaap Stam, Alessandro Nesta und Paolo Maldini. Und auch Manchester United sollte die Qualitäten dieses Quartetts schmerzvoll erfahren.

Van Nistelrooy: "Es war fürchterlich"

"Gegen italienische Abwehrreihen zu spielen war fürchterlich", blickte van Nistelrooy im Interview mit dem Oxford Union einst zurück.

Während es heute im Jahr 2022 üblich ist, dass Außenverteidiger auch in Systemen mit Viererkette den Weg mit nach vorne gehen, war das damals bei Milan unter Trainer Carlo Ancelotti ganz anders. "Sie sind alle hinten geblieben", erklärte der heute 45 Jahre alte van Nistelrooy: "Ihnen war es wichtiger, kein Tor zu kriegen als selbst eines zu schießen."

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Diese tatktische Ausrichtung gepaart mit der individuellen Klasse von Cafu, Stam, Nesta und Maldini stellte auch van Nistelrroy vor ein unüberwindbares Rätsel. Doch nicht nur die vier waren das Problem. "Es war unglaublich. Und dann hatten sie auch noch Gattuso davor. Ich dachte, sie töten mich, wenn ich den Ball hatte", erinnerte sich van Nistelrooy an die beiden Spiele.

Dabei hatte sich ManUnited-Trainerlegende Sir Alex Ferguson im Hinspiel sogar gegen einen Startelfeinsatz seines Topstürmers entschieden, van Nistelrooy kam nur von der Bank. Die Red Devils verloren im heimischen Old Trafford mit 0:1.

Van Nistelrooy bei Real Madrid: Treffsicher - und oft verletzt

Für das Rückspiel stellte Ferguson dann von einem 4-3-3-System auf ein 4-4-2 mit van Nistelrooy und Wayne Rooney um, doch das Ergebnis war dasselbe. Wieder gewann Milan mit 1:0, für United war der Wettbewerb beendet. "Sie hatten ja auch noch Pirlo und Seedorf, den stärksten Mann im Fußball. Es war wirklich ein harter Abend, ich kam nicht einmal in die Nähe eines Abschlusses", blickte van Nistelrooy zurück.

Milan kam im selben Jahr bis ins legendäre Endspiel von Istanbul, als die Italiener gegen den FC Liverpool binnen weniger Minuten einen 3:0-Vorsprung verspielten und im Elfmeterschießen verloren. Van Nistelrooy verließ Manchester ein Jahr später nach einem Disput mit Ferguson Richtung Real Madrid. Auch bei den Königlichen stellte er seine Qualitäten unter Beweis, gleich im ersten Jahr in Spanien wurde er Torschützenkönig. Es folgten zwei Meisterschaften, bei denen er auch verletzungsbedingt allerdings eine immer kleinere Rolle spielte.

Im Januar 2010 ging es für den 70-maligen Nationalspieler schließlich für anderthalb Jahre zum Hamburger SV, ehe er in der Saison 2011/12 seine letzte Profisaison für den FC Malaga absolvierte. Ein internationaler Titel blieb van Nistelrooy, der insgesamt fünfmal nationaler Meister wurde, in seiner Laufbahn verwehrt.

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