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Kovac testet den Schleudersitz Monaco: "Großes Projekt, große Herausforderung"

SID

Niko Kovac ist neuer Trainer auf dem Schleudersitz bei Ex-Meister AS Monaco. Als Neuzugang wird WM-Held Mario Götze gehandelt.

Für Niko Kovac begann die neue Aufgabe auf dem Schleudersitz des AS Monaco beinahe paradiesisch. Bei strahlend blauem Himmel und mit dem Mittelmeer in Sichtweite leitete der Ex-Coach von Bayern München am Montag im Trainingszentrum La Turbie seine erste Einheit, nicht einmal 24 Stunden nach der Unterschrift im Fürstentum. Ohne Fans zwar und ohne Journalisten, dafür aber mit einer ebenso reizvollen wie riskanten Aufgabe vor der Brust.

"Das hier ist ein großes Projekt, eine große Herausforderung. Aber wir mögen das", sagte Kovac, der die Monegassen gemeinsam mit seinem Bruder Robert wieder in die Spur bringen soll. 2017 war der Klub noch inmitten der PSG-Hegemonie Meister geworden, hinkt seither den eigenen Ansprüchen aber weit hinterher. In der gerade abgebrochenen Saison reichte es nur zu Rang neun.

Kovac soll das nun ändern. "Für mich ist das die richtige Aufgabe, um ein neues Kapitel aufzuschlagen. Das ist mein viertes Land, ich genieße Monaco schon jetzt. Es sieht ein bisschen aus wie Kroatien", sagte Kovac nach einer Fahrt vom Flughafen Nizza in den mondänen Stadtstaat. Mit einem roten Kugelschreiber unterschrieb er dort für drei Jahre und kündigte gleich an, möglichst schnell das Englische ablegen zu wollen. "Wir können gerne Französisch sprechen, ich muss das lernen", sagte der 48-Jährige.

Transferbilanz seit 2015: Diese Klubs machten am meisten Plus

Ligue 1: Die Platzierungen der AS Monaco in den letzten Jahren

SaisonPlatzierung
2019/209.
2018/1917.
2017/182.
2016/171.
2015/163.
2014/153.

AS Monaco: Milliardär Rybolowlew verschliss schon Trainer Thierry Henry

Wesentlich schwerer als die Sprache dürfte indes die Aufgabe werden. Der vom russischen Milliardär Dmitri Rybolowlew geführte Klub ist für seine Ungeduld bekannt, Kovac ist bereits der fünfte Trainer seit Ende 2018, darunter Thierry Henry. Erst am Samstag musste Spaniens ehemaliger Nationalcoach Robert Moreno nach sechs Monaten gehen, tags zuvor hatte er das Team noch im Test gegen Cercle Brügge betreut. Der Trainerjob in Monaco gleicht derzeit einem Schleudersitz.

Zudem war Kovac offenbar nur Monacos zweite Wahl. Wie The Athletic berichtet, war der frühere Tottenham-Coach Mauricio Pochettino die Wunschlösung von Sportdirektor Paul Mitchell. Die beiden arbeiteten bereits in Southampton sowie bei den Spurs zusammen. Allerdings lehnte der Argentinier ein Angebot ab - der aktuell vereinslose 48-Jährige liebäugelt nach seiner Entlassung im November 2019 nach wie vor mit einer Rückkehr in die Premier League.

Mitchell ist erst seit wenigen Tagen Monacos neuer Sportdirektor. Er gilt trotz der Sympathien für Pochettino als treibende Kraft hinter der Kovac-Verpflichtung. Am Mittwoch gegen Standard Lüttich wird schon Kovac das Zepter schwingen, knapp neun Monate nach der Entlassung in München. Die französische Saison beginnt am 22. August.

Dann könnte auch ein alter Bekannter aus der Bundesliga mit im Kader stehen: Der bei Borussia Dortmund ausgemusterte Mario Götze soll das Interesse des Klubs geweckt haben, allerdings sollen auch die AC Florenz und der FC Sevilla im Rennen sein. Ein Wechsel ins Ausland scheint jedenfalls wahrscheinlich für den Rio-WM-Helden, der von seinen Liga-Kollegen gerade in einer kicker-Umfrage zum "Absteiger der Saison" gewählt wurde.

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Stade Louis II: Die Spielstätte der AS Monaco liegt direkt am Yachthafen.

Niko Kovac bei AS Monaco: Zusammenarbeit mit Ex-Chefscout von RB Leipzig

Diese und andere Fragen wird Kovac nun vor allem mit Mitchell besprechen. Wie Kovac hat auch Mitchell eine Vergangenheit im Red-Bull-Kosmos, zuletzt arbeitete er als Chefscout bei RB Leipzig. "Niko steht für Erfahrung auf dem höchsten Level. Seine Energie und seine Vision machen ihn zu dem Trainer, den der Klub benötigt", sagte Mitchell.

An Geld dürfte es Kovac jedenfalls nicht mangeln, in den vergangenen Jahren schmiss Monaco mit den Millionen nur so um sich. Nun soll Kovac Ergebnisse liefern. Immerhin: Seinen ersten Test nahm er mit Bravour, vor dem Betreten des Trainingsgeländes ergab die Fiebermessung 36,6 Grad. Kovac durfte passieren - und seine neue Herausforderung angehen.

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